Dortmund jubelt über Gold für „seine“ Ruder-Jungs

Der in Dortmund beheimatete Deutschland-Achter hat bei den Olympischen Spielen in London Gold geholt – unter dem Jubel der Fans beim Public Viewing am Kanal.
Der in Dortmund beheimatete Deutschland-Achter hat bei den Olympischen Spielen in London Gold geholt – unter dem Jubel der Fans beim Public Viewing am Kanal.
Foto: dapd
Was wir bereits wissen
Gooold für Dortmund! Der Deutschland-Achter hat sich am Mittwochnachmittag in London zur Gold-Medaille gerudert – mit schlagkräftiger Unterstützung der Fans beim Public Viewing am Kanal.

Dortmund.. Genau 5:48,75 Minuten mussten sie am Mittwoch am Dortmund-Ems-Kanal zittern. Dann brach der Jubel im Bundesleistungszentrum Rudern aus. Die Jungs aus Dortmund hatten es geschafft: Goooooldd.

„Ich habe nie am Erfolg meiner Jungs gezweifelt“, ist Gudrun Dröge den Tränen nahe. Die Jungs vom Deutschlandachter haben sie „Olympiaköchin“ getauft. Drei Jahre lang hat sie als Küchenchefin dafür gesorgt, dass die Ruderer stets genügend Kalorien zu sich genommen haben, um fit zu sein für das Abenteuer London. „Und die haben wirklich hart gearbeitet, auf vieles, vieles verzichtet“, erklärt sie. und ist fast sprachlos über Gold.

Beim Public Viewing am Kanal zweifelte niemand

Eigentlich hatte niemand Zweifel am Erfolg der Jungs, vielleicht war ein bisschen Zweckpessimismus angesagt. „Denn im Sport weiß man nie“, erklärte einer der Rudelgucker, der seinen Urlaub extra so gelegt hat, dass er am Mittwoch vor dem Fernseher dabei sein konnte, ehe er heute wieder arbeiten muss. Und während draußen am Kanal viele Sonnenanbeter das schöne Wetter genossen, war hier der große Saal verdunkelt, um bloß auch alles auf der großen Leinwand erkennen zu können.

Related content Und dann war es endlich so weit Gegen 13.30 Uhr hieß es für den Achter „am Riemen reißen“. Gu-drun Dröge presst die Daumen zusammen, so dass die Knochen weiß anlaufen, während der Achter Kurs auf die Goldmedaille nimmt. Rhythmische Klatschen im Bootshaus belohnen die Ruderer für die ersten zehn harten Schläge auf dem Dorney Lake von Eton. Nach 500m klare Führung für das deutsche Boot. Applaus aus Dortmund gibt’s obendrauf auf die tolle Energieleistung.

Die Briten kommen auf, doch die deutsche Maschine läuft noch rund. Jubel und Applaus nach 1000 Metern. Noch rund drei Minuten bis zum Sieg? Oder wird’s doch „nur“ Silber? Denn die Briten werden von den Fans an der Strecke nach vorne gepeitscht. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Da setzt auch rhythmisches Klatschen in Dortmund ein, so dass die Gläser auf den Tischen wackeln.

Dortmund zitterte – bis zur Gold-Einfahrt der Ruderer

„Das sind 2000 Meter, da gibt es auch schon mal Positionswechsel“, scheint sich sich Prof. Ulrich Hahn, Chef des RC Hansa, selbst zu beruhigen. Das Klatschen am Ems-Kanal erstickt fast den Liveton aus London. Nach 500 Meter bis zum Gold? Zittern, Fiebern. Und dann Jubel, als Deutschland sich immer weiter vor das Feld schiebt. Es ist die Goldmedaille, die erste nach 24 Jahren aus Seoul.

„Ich habe großen Respekt vor der Wahnsinnsleistung des Achters“, freute sich auch OB Ullrich Sierau. Vier Jahre hätten sich die Sportler mächtig reingehauen. Zum Glück habe Trainer Ralf Holtmeyer das Team richtig geformt und ihnen das „Siegergen“ eingepflanzt. 36 Siege in Folge unglaublich, so Sierau. Einfach nur grandios. „Das wird sicher auch Motivation für den Nachwuchs bringen“, so das Stadtoberhaupt, der die Sportler noch verabschiedet hatte. Und natürlich wird’s auch einen Empfang geben für die Goldjungs von Stadt und RC Hansa.