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Wohnungsmarkt

Dortmund ist beliebt – Wohnraum wird knapp

29.06.2012 | 06:04 Uhr
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Dortmund ist beliebt – Wohnraum wird knapp
Dortmunder suchen per Zetteln und Aushängen an Bäumen und Laternenmasten händeringend ein Haus im beliebten Kreuzviertel.Foto: Ralf Rottmann

Dortmund.   Dortmund wächst – und der Wohnraum wird knapp. Als einzige Stadt im Ruhrgebiet hat Dortmund im vergangenen Jahr Bevölkerung gewonnen. Gleichzeitig haben sich die Wohnungsleerstände zurück entwickelt.

Dortmund wächst – und der Wohnraum wird knapp. Als einzige Stadt im Ruhrgebiet hat Dortmund im vergangenen Jahr Bevölkerung gewonnen: 581.082 Menschen lebten Ende 2011 (30.11) in der Ruhrmetropole. Am 31. Dezember 2010 zählte die Statistik noch 580.444 Menschen. Gleichzeitig haben sich die Wohnungsleerstände zurück entwickelt. Die Quote betrug zum Jahresende 2011 noch 2,5 %. In den Vorjahren lag sie bei 3,6 %. Oberbürgermeister Ullrich Sierau ist überzeugt: „Dortmund ist attraktiv geworden.“ Auch für Menschen aus dem näheren Umland, die verstärkt nach Dortmund ziehen.

Wohnungsamtsleiter Hans-Peter Neuhaus glaubt an eine Trendwende, denn bislang war der Wohnungsmarkt in Dortmund sehr entspannt. Neuhaus präsentierte gestern den letzten Wohnungsmarktbericht seiner Karriere: Ende des Monats geht der 67-Jährige in den Ruhestand.

Probleme für Geringverdiener

Der Amtsleiter sieht die Situation auf dem Wohnungsmarkt aber noch recht gelassen: „Wir gehen von einem ausgeglichenen Markt aus.“ Er spricht lediglich von „leichten Anspannungstendenzen.“ Das betreffe hauptsächlich Geringverdiener – vor allem große Familien mit wenig Einkommen. 28.000 mietpreisgebundene Wohnungen gebe es zurzeit noch – Ende der 1980er Jahre waren es noch 108.000. „Diese sind natürlich immer noch auf dem Markt, auch wenn die Mietpreisbindung wegfällt“, erklärt Neuhaus. Aber die Mieter hätten dann mit Mietsteigerungen zu rechnen.

Aber auch seniorengerecht und behindertengerecht ausgestattete Wohnungen seien Mangelware. „Jetzt ist es wichtig, dass der Bestand energetisch nachgerüstet sowie barrierefrei ausgebaut wird“, so Neuhaus.

Große Unterschiede bei Mietpreisen

Erfreulich sei die steigende Bautätigkeit – wie in den Neubaugebieten Phoenixsee und Hohenbuschei. 1118 Wohnungen wurden 2011 fertig gestellt. Bei den Baugenehmigungen verzeichnet Dortmund sogar eine Zunahme von 43,2 Prozent auf 1287 Wohnungen. Vor allem bei Ein- und Zweifamilienhäusern habe es mehr Baugenehmigungen gegeben: 87,6 % mehr als im Vorjahr. Damit liege Dortmund deutlich über dem positiven Landestrend. „Wir haben ein großzügiges Angebot an Wohnflächen“, meint Neuhaus. Zudem seien die Preise auf dem Immobilienmarkt stabil.

Die Mieten spiegeln diese Entwicklung bedingt wider. Für Bestandswohnungen fand die Statistik in Wohnungsanzeigen eine durchschnittliche Nettokaltmiete von 5,31 Euro pro Quadratmeter und somit eine leichte Erhöhung. Wobei die Variation groß ist – mitunter zwischen 3,20 und fast 12 Euro pro Quadratmeter, je nach Lage. Im Neubaubereich lag die Durchschnittsmiete höher, bei 7,88 Euro/qm kalt. „Das liegt daran, dass der Wohnungsbau mehr im hochpreisigen Segment lag“, so Neuhaus.

Christina Römer

Kommentare
29.06.2012
21:49
Durchschnittsmieten
von DEWFan | #7

haben wenig Aussagekraft. Das sieht man besonders im Vergleich mit Billigstwohnungen hinterm Nordmarkt, an einer Hauptstraße im Erdgeschoss liegend und auf dem Stand von 1960 für 180,- €, oder, wie im aktuellen Heinz-Magazin berichtet, die 57 qm Wohnung im Kreuzviertel für schlappe 1000,- €. Das ist schon Düsseldorf- oder Norderney-Niveau.

Ist alles eine Sache von Angebot und Nachfrage. Kann aber sein, dass beide Extreme für einen selber nicht in Frage kommen - die Wohnung, die man am liebsten hätte, ist entweder zu teuer oder jwd. Und die absolut billige da, wo man nicht tot über dem Zaun hängen will, und zusätzlich in einem lauten Umfeld

29.06.2012
19:56
Dortmund ist beliebt – Wohnraum wird knapp
von Applebeach4Ever | #6

...und um meine Aussage mit den wiedersprüchlichen Artikeln zu bekräftigen, hatte die Zeitung heute ihr übriges getan: Auf den 2. Absatz achten...viel Spaß:

http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/neue-handhabe-gegen-finanz-haie-am-wohnungsmarkt-id6822533.html

29.06.2012
14:20
Dortmund ist arm – Wohnraum wird knapp
von Ratsmitglied | #5

Neuhaus ist ein Guter in der Verwaltung. Er hinterläßt Fußstapfen, in die der/die NachfolgerIn erst mal reinwachsen muss.

Der Saldo aus Abwanderung und Zuzug ist im Moment positiv, was getragen wird vom Zuzug aus Osteuropa. Außerdem läuft die Vermarktung von Luxuswohnungen für deren Bau die Stadt viel Geld in die Hand genommen hat und die Stadtwerke ordentlich strapaziert wurden.

Otto-Normal-Verbraucher sieht zu, dass er hier weg kommt - bei der Durchschnittbevölkerung ist der Saldo negativ. Die Schere zwischen Arm und Reich wird also in Dortmund nicht nur durch die Verarmung weiter Teile der Bevölkerung immer größer, sondern auch durch die Steuerung im Planungsamt.

Das Wohnungsamt ist dann mit den Folgen konfrontiert, die frühere Fehlentscheidungen mit sich gebracht haben: Leerstände bei den Finanzheuschrecken wie in Westerfilde, LEG-Privatisierung, Finanzprobleme bei der Annington, etc.

29.06.2012
10:29
Wenn man sich das Artikelfoto anschaut...
von vaikl2 | #4

...dann wird schon klar, warum Zuziehende hier keine passende Immobilie finden - Einfamilienhaus im Kreuzviertel, alles klar. Darfs vielleicht auch ein Chateau an der Dorstfelder Brücke sein, Frau Römer?

Lassen wir doch Herrn Neuhaus den letzten Wohnungsamts-Bericht vor seiner Pension freundlich gestalten, die Realität hat die Verwaltung hier ja noch nie interessiert.

1 Antwort
Einfamilienhäuser
von DEWFan | #4-1

gibt es zwar nicht direkt im Kreuzviertel, aber in der westlichen Kreuzstraße hinter dem alten FZW oder im "Bierviertel" im Bereich südliche Hohe Straße/Harnackstraße. Die dürften aber mangels Angebot wirklich gefragt sein ;-)

29.06.2012
09:27
Dortmund ist beliebt – Wohnraum wird knapp
von xxyz | #3

Wir haben Schrott-Wohnungen, die für Zuwanderer aus ärmsten Ländern ein Ziel darstellen , und wir haben ein paar Neubaugebiete.
Insgesamt spricht dennoch sehr viel für Abwanderungstendenzen. Die schlechte Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ist auch ein Anzeichen hierfür.

@1: Es werden häufig Pressetexte übernommen und Werbe-Aussage unreflektiert dargestellt. Ich wünsche mir auch etwas mehr Journalismus.

29.06.2012
06:23
Dortmund ist beliebt – Wohnraum wird knapp
von Phoebe2202 | #2

Die Echeloh-Siedlung in Dortmund-Kley ist fast leer. Oder werden diese Wohnungen nicht mehr vermietet? Teuer war es dort nie.

29.06.2012
06:19
Dortmund ist beliebt – Wohnraum wird knapp
von Applebeach4Ever | #1

Hmm.. also irgendwie verstehe ich die wiedersprüchlichen Berichterstattungen hier nicht mehr. Mal heisst es, Dortmund bekommt Zuwachs,dann -vor einigen Wochen- stand hier in derWesten das Dortmund immer mehr Bewohner verliert- dann wird berichtet von vielen Leerständen ( die man auch allerorts in Dortmund sieht- Nun heißt es wieder mal das Dortmund einen Zuwachs hat und -angeblich- der Wohnraum knapp wird....

Also momentan gebe ich den Berichten dieser Zeitungsgruppe ein Glaubenswert von unter 0- da kann man der Bild-Zeitung schon mehr vertrauen ;-)

Alao Hausaufgabe für die Redaktion: Vor einstellen eines Artikels erst mal nachschauen ob ein Kollege / Kollegin mal einen Gegenteiligen Bericht verfasst hat.

Ich meine sowas extremes hatten wir ja schon mal vor einigen Monaten mit der " Streusalz ist knapp" Geschichte...

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