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Hansemarkt

Dortmund dreht die Zeit zurück

25.10.2012 | 16:21 Uhr
Dortmund dreht die Zeit zurück
Esther van Hal von Femfire wirbt für den diesjährigen Hansemarkt vor der Reinoldikirche.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmunds größtes Familienfest, der Hansemarkt, beginnt am 31. Oktober.

Ein Drahtseilakt? Soll auf dem Hansemarkt nur der Auftritt der 15-köpfigen Artistentruppe der Geschwister Weisheit sein. Die verschärften Sicherheitsbestimmungen für Großveranstaltungen (und damit einhergehend: Brandschutzauflagen) rütteln nicht am Konzept von Dortmunds „größtem Familienfest“.

Vorgestern war Abstimmungstermin, sagt Frank Schulz, Geschäftsführer der CMG als Veranstalter. Ergebnis: Kompromissbereitschaft, ohne die Sicherheit aus den Augen zu lassen. Ein paar Lücken sind drin, im optischen Bild des Hansemarktes, sagt auch Organisator Patrick Arends, sie seien der Sicherheit geschuldet. Aber das Programm, fünf volle Tage lang, sei dicht wie eh und je. 140 Stände bilden den Traditionsmarkt, das gleicht den Vorjahren. Im Mittelpunkt steht Dortmunds Historie als Hansestadt – tatsächlich ging von hier aus der Handel gen Norden. Arbeiten wie vor 100 Jahren: In der Handwerkergasse, der Kleppingstraße, steht ein Fachwerkhaus aus dem 18. Jahrhundert. Spinnerei, Drechslerei, Seilerei – zum ersten Mal ist auch ein Sattler dabei – zeigen alte Handwerkskunst. „Wir sind froh, dass wir diese Straße so halten können“, betont Arens – hier hatte es die größten Sicherheitsbedenken gegeben, gerade bei Häusern mit nur einem Ein- und Ausgang. Inzwischen sind auch Bäume so gestutzt, dass im Bedarfsfall Leitern angelegt werden könnten. Der Nostalgiemarkt, findet Arens, sei nämlich auch emotionaler Mittelpunkt des gesamten Festes.

In der „Hexengasse“ demonstrieren Räucherer, Winzer, Bierbrauer, Scherenschleifer altes Können.Vor der Reinoldikirche geht’s hoch her: Rittersleut schwingen die Schwerter, Gaukler und Marketender, Messerwerfer und Musiker, drehen die Zeit zurück. 25 Akteure, sagt Arens, „spielen die Hanse nach“ und mischen sich unter die Besucher. Auf dem Alten Markt lockt die Nostalgiekirmes: Mit einem Riesenrad von 1925, Überschlagsschaukel und Schwanenflieger, der „Gänsekapelle“ – und der Hochseilakrobatik.

Anja Schröder


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