Dieser Mann soll Dirk Wölke umgebracht haben

Was wir bereits wissen
Bei den Ermittlungen zum Tod des Dortmunders Dirk Wölke (43) greifen Polizei und Staatsanwaltschaft Dortmund zu einem ungewöhnlichen Mittel: Sie veröffentlichen ein Foto des Mord-Verdächtigen, obwohl dieser schon gefasst wurde. Die Ermittler hoffen auf weitere Zeugenhinweise. Es geht um eine spezielle halbe Stunde.

Hörde.. Wölkes Leiche war am ersten Weihnachtstag in seiner Wohnung im Clarenberg von Angehörigen gefunden worden. Anfang Januar nahmen die Ermittler einen 18-jährigen Tatverdächtigen in Höxter fest. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft.

Trotzdem gibt es offenbar noch Lücken in der Rekonstruktion der Tatnacht. Klar ist bisher, dass Wölke am frühen Morgen des 25. Dezember gegen 1.15 Uhr die Disko "Antons Bierkönig" im Brückstraßenviertel verlassen hat und mit einem Taxi davongefahren ist. Schließlich nahm er um 1.45 Uhr an der Reinoldikirche den Nachtexpress NE6 in Richtung Hörde - laut Staatsanwaltschaft zusammen mit dem Tatverdächtigen.

Unklar ist jedoch, was er in den 30 Minuten dazwischen gemacht hat. "Nach den bisherigen Erkenntnissen steht zu vermuten, dass er in der Zwischenzeit den Beschuldigten getroffen hat", heißt es in der gemeinsamen Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft.

"Wir wollen wissen, wo das Opfer in dieser halben Stunde war"

Um diese Lücke zu schließen, haben die Ermittler nun nachträglich das Foto des Verdächtigen veröffentlicht - ein ungewöhnlicher Schritt, gibt die ermittelnde Staatsanwältin Sandra Lücke zu: "Wir wollen gerne wissen, wo das Opfer in dieser halben Stunde war und ob er in Begleitung war." Das Bild soll etwaigen Zeugen bei ihrer Erinnerung helfen.Der Verdächtige bestreitet, Dirk Wölke umgebracht zu haben und schweigt seitdem.

Zwar gibt es nach Angaben von Staatsanwältin Lücke auch ohne diese Information genügend Gründe für einen dringenden Tatverdacht gegen den 18-Jährigen, der in Iserlohn in U-Haft sitzt. Es gehe aber darum, das Bild der Tatnacht abzurunden.

Hinweise an den Kriminaldauerdienst, Tel. (0231) 132 74 41.