Dieser Hausmeister spart der Stadt Dortmund 67.000 Euro

Ralf Ziegeldorf ist Hausmeister an der Herder Grundschule in Dortmund Eving. Sein Ideenvorschlag hat ihm eine Prämie von 12.000 Euro eingebracht.
Ralf Ziegeldorf ist Hausmeister an der Herder Grundschule in Dortmund Eving. Sein Ideenvorschlag hat ihm eine Prämie von 12.000 Euro eingebracht.
Foto: MMDO
Was wir bereits wissen
Dank eines Hausmeisters spart die Stadt Dormtund künftig rund 64.000 Euro im Jahr. Die Idee ihres Angestellten hat die Stadt großzügig honoriert.

Dortmund.. Bislang war das Ideenmanagement der Stadt eher eine Pleite. Zu Beginn des Jahres wurde die Pflicht über den Dienstweg aufgehoben - und jetzt sprudelt die Kreativität. Ein Hausmeister hat einen durchkalkulierten Vorschlag eingereicht - und spart der Stadt nun eine ganze Menge Geld.

Die Ideen aus den Reihen der rund 8000 Beschäftigten sprudeln, seit die Stadtverwaltung ihr "betriebliches Vorschlagswesen" zu Jahresbeginn auf neue Füße gestellt hat. Rund 120 Vorschläge sind seitdem beim "Ideenmanagement" eingetroffen.

Überflüssige Notbeleuchtungen an Schulen

Einer hat jetzt den Vogel abgeschossen: Schulhausmeister Ralf Ziegeldorf (49) darf sich über eine Prämie von 12.550 Euro freuen für seinen Vorschlag. Das gab es noch nie. Seit 2009 arbeitet Ziegeldorf als Hausmeister der städtischen Herder-Grundschule in Eving.

Mehr als einmal fiel ihm bei seinen abendlichen Rundgängen auf, dass die Notbeleuchtungen, die auf Fluchtwege und Notausgänge hinweisen, auch nachts angeschaltet sind. "Obwohl sich kein einziger Mensch mehr im Gebäude aufhält", sagt Ziegeldorf. Mehr noch: Die kleinen Lampen, Ziegeldorf spricht von rund 20 Anlagen allein in der Herder-Grundschule, brannten nicht nur nachts. Sondern Tag und Nacht, 24 Stunden.

Einsparungen berechnet

"Das macht keinen Sinn", sagte sich der Schulhausmeister und setzte sich an den PC. Er begann, den Energieverbrauch zunächst für die Herder-Grundschule aus- und ihn dann auf andere Schulen hochzurechnen. Er kalkulierte die Strompreise und errechnete die mögliche Einsparung, die folgen würde, wenn in weiteren Schulgebäuden die Notbeleuchtungen nach Schulschluss ausgeschaltet würden.

Fazit: knapp 375 Euro Ersparnis pro Jahr allein bei der Herder-Grundschule. Die Stadt führt die Rechnung für rund 100 Schulen weiter - und kommt auf eine Einsparung von rund 2414 Kilowattstunden (kWh) pro Schule. Legt man den Strompreis von 0,26 Euro/kWh zugrunde, spart die Stadt insgesamt wenigstens 62.764 Euro im Jahr.

Die Rechnung scheint aufzugehen. Die Immobilienwirtschaftler haben ihren Haken dran gemacht, und die Entscheidungs-Kommission des Ideenmanagements ihr Ausrufezeichen dahinter gesetzt: Hausmeister Ziegeldorf darf sich nun über eine Prämie von satten 12.550 Euro freuen - über den mit Abstand höchsten Betrag, mit dem die Stadtverwaltung einen Vorschlag aus den Reihen ihrer rund 8000 Beschäftigten belohnt.

"Drück mich zum Abschied"

Als Faustregel gilt: Wird eine Idee nach der Prüfung in den beteiligten Ämtern als sinnvoll und umsetzbar bewertet, erhält der Ideengeber eine Prämie bis zu 20 Prozent der zu erwartenden, jährlichen Einsparung.

Ziegeldorfs Vorschlag ist bereits umgesetzt und in die Dienstanweisungen für Schulhausmeister eingearbeitet. Nun wird die Notbeleuchtung in rund 100 städtischen Schulen nach 19 Uhr abgeschaltet. Zwar muss sich der Hausmeister darauf einstellen, dass ihm der Fiskus einen Teil der Prämie abknöpft. Zufrieden ist Ziegeldorf trotzdem, er kämpft weiter fürs Energiesparen. Die Lichtschalter an der Schule hat er mit Aufklebern versehen: "Drück mich zum Abschied."