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Spürhunde

Diesen Spürnasen entgeht nichts

02.08.2012 | 20:00 Uhr
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Diesen Spürnasen entgeht nichts
Hundeführer Karl Wolter mit „Frodo“, einem Tabakspürhund.Foto: Franz Luthe

Dortmund.  Ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen entgeht nichts. Auf ihre Spürnasen können sich Polizei oder Zoll verlassen: die Spürhunde. Und wie auch die menschlichen Kollegen, so haben sich die Vierbeiner im Laufe der Zeit spezialisiert.

Ihren bis zu 300 Millionen Riechzellen entgeht nichts. Auf ihre Spürnasen können sich Polizei oder Zoll verlassen : die Spürhunde. Und wie auch die menschlichen Kollegen, so haben sich die Vierbeiner im Laufe der Zeit spezialisiert. Sie können Rauschgift, Tabak oder Sprengstoff aufspüren, oder auch Leichen.

Erst seit gut 15 Jahren im Dienst sind die Brandmittelspürhunde, die bei der Polizei zentral in Schloß Holte-Stukenbrock für NRW zu Hause sind.

„Hundeführerin und Hund - das ist eine Einheit in der täglichen Arbeit“, erklärt Polizeikommissarin Beate Przyklenk. „Und das ist nur durch blindes Vertrauen in allen Lebenslagen möglich, sowohl von Seiten des Hundes, als auch von meiner Seite“, weiß die 32-Jährige, übrigens die einzige Hundeführerin in NRW, an deren Seite ein Sprengstoffspürhund seinen Dienst versieht.

Für den Hund ist das ein Spiel

Was sich nach harter Arbeit anhört, „ist für den Hund ein Spiel“, so Beate Przyklenk. „Denn wir nutzen hier die zwei sehr ausgeprägten Triebe des Hundes, Spiel-, und Beutetrieb“, berichtet Jörg Blaszyk, Leiter der Dortmunder Hundestaffel bei der Polizei. Der Hund suche Rauschgift oder Sprengstoff, zeige dem Hundeführer dann seinen Erfolg an und „bekommt dafür zur Belohnung sein Spielzeug, eine Art Beißwurst, hergestellt aus einem alten Feuerwehrschlauch“, schildert Blaszyk. Und nur für diese Belohnung arbeitet der Vierbeiner.

Dabei sei für den Hund egal, ob er Sprengstoff oder Rauschgift suche. Da er aber nicht mitteilen kann, was er gefunden hat, ob Sprengstoff oder Rauschgift, werden die Hunde spezialisiert ausgebildet. „Die Sprengstoffspürhunde haben vorher ihre ganz normale Schutzhundeprüfung abgelegt, dann erfolgt die Spezialisierung“, erzählt die Kommissarin.

Auf der Suche nach Benzin

Und so würden die Tiere auch eingesetzt, um etwa nachts Täter aufzuspüren oder bei Demonstrationen und Fußballspielen. Die Vierbeiner könnten militärischen und gewerblichen Sprengstoff aufspüren oder auch Selbstlaborate. „Und deshalb natürlich auch Waffen und Munition“, erzählt Beate Przyklenk. Deshalb kämen die Hunde auch nach einer Durchsuchung zum Einsatz, um abzuklären, ob auch Waffen versteckt worden sind.

„Die Idee der Brandmittelspürhunde kam aus den USA“, blickt Polizeihauptkommissar Günter Nobbe zurück. Dort seien sie zunächst von Versicherungen ausgebildet worden. Die Idee kam beim hiesigen Innenministerium sehr gut an und so gingen die ersten Hunde 1997 in Dienst - ausgebildet von Günter Nobbe. Begleitet wurden Ausbildung und erste Einsätze durch das BKA, das eine Dokumentation erstellte. Und so führten nach und nach auch andere Bundesländer die Brandmittelspürhunde ein.

Die Ausbildung sei gleich, egal ob Sprengstoff- oder Brandmittelspürhund . „Das größte Problem ist“, so Nobbe, „einen passenden Hund zu bekommen. Deshalb bilden wir hier in Schloß Holte-Stukenbrock, dem Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei NRW (LAFP) auch selbst aus.“ Der Hund müsse über einen ausgeprägten Spiel- und Beutetrieb verfügen und sich „umweltneutral“ verhalten. Denn er müsse ja auch über Bohlen laufen, sich auch auf der Drehleiter hochfahren lassen.

Alle gängigen Brandbeschleuniger

Die Brandmittelspürhunde, denen bei besonders gefährlichem Untergrund auch mal Pfotenschützer übergestülpt werden, können „alle gängigen Brandbeschleuniger erspüren“, so Nobbe. Und sie werden ausschließlich bei Brandermittlungen eingesetzt, „das heißt, dass sie nicht als Schutzhunde etwa bei Fußballspielen zum Einsatz kommen wie andere Spürhunde“. Zusammen mit seinem Kollegen Ralph Busse ist der Polizeihauptkommissar landesweit unterwegs. Beide sind erfahrene Hundeführer und haben jeweils zwei belgische Schäferhunde, die ihnen zur Seite stehen. Man könnte durchaus auch kleinere Hunde einsetzen, „doch der Trend gehe zu den belgischen Schäferhunden“, erklärte Günter Nobbe.

„In einem sechswöchigen Spürlehrgang erfolgte bei Frodo die Duftstoffkonditionierung“, erklärt Hundeführer Karl Wolter vom Hauptzollamt Dortmund. Der Flatcoated Retriever ist auf Tabak spezialisiert, egal ob auf Lastwagen oder Schiffen, in Schränken, Kisten oder Containern. Immer dort, wo Tabakschmuggler ihre Ware versteckt haben, Karl Wolter begleitet den neuneinhalbjährigen Frodo im Einsatz, kriecht mit dem Hund unter Kisten her. „Er ist sehr führerbezogen“, berichtet Wolter. „Und er braucht mich, um die Sicherheit beim Arbeiten zu haben.“

Eine optimale Rund-um-Betreuung

Um zu trainieren, werden Zigaretten geshreddert, auch Silberpapier. „Ein Einheitsbrei, der dann in ein Kunststoffröhrchen gepackt wird, nachdem Frodo dann sucht“, so der Hundeführer. Erstaunlich: Für den Hund sei Tabak einfacher zu finden als harte Drogen, da die weniger Geruchsstoffe absondern. Und: „Je weniger Tabak da ist, desto besser arbeitet Frodo“, betont Wolter. Denn bei einer riesigen Tabakwolke, könne der Hund nicht genau lokalisieren, wo der Tabak versteckt ist. „Da muss man den Hund schon lesen können.“ Kratzt er an einem Karton, dann kann man sicher sein: Da steckt Tabak drin. Für Wolter ist es ein „absolutes Privileg“ als Hundeführer zu arbeiten. Auch der Hund könne es nicht besser haben. Eine optimale Rund-um-die-Uhr-Betreuung.

Andreas Winkelsträter

Kommentare
03.08.2012
18:11
Diesen Spürnasen entgeht nichts
von kasimir28 | #1

Meine beiden Hunde sind auf Lebensmittel spezialisert,die finden alles freßbare...grins

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