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„Diese Lieder zu singen, ist Luxus“

13.10.2012 | 07:00 Uhr
„Diese Lieder zu singen, ist Luxus“
Hochkarätige Gaststars: Musicalsängerin Katharine Mehrling und Schauspieler Bernhard Bettermann beim Interview.Foto: Franz Luthe

Für die Hauptrollen im Musical „Funny Girl“ konnte das Opernhaus zwei hochkarätige Gaststars gewinnen: Bernhard Bettermann ist seit 2005 in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ zu sehen. Katharine Mehrling spielte unter anderem im Musical „Piaf“ mit.

Für die Hauptrollen im Musical „Funny Girl“ konnte das Opernhaus zwei hochkarätige Gaststars gewinnen: Bernhard Bettermann ist seit 2005 in der ARD-Serie „In aller Freundschaft“ zu sehen. Katharine Mehrling spielte unter anderem im Musical „Piaf“ die Chansonsängerin Edith Piaf. Sie verrieten Maike Rellecke, welche Herausforderungen das Stück bietet.

Frau Mehrling, Sie setzten wahnsinnig viel Energie in verschiedene Projekte. Verbindet Sie etwas mit der ehrgeizigen Fanny Brice?

Mehrling: Die Leidenschaft für die Kunst verbindet uns, kreativ zu sein und etwas von sich geben zu wollen. Ich möchte für das Publikum eine besondere Atmosphäre kreieren, sie in eine andere Welt entführen. Fannys Optimismus, ihre Kraft und Chuzpe gefallen mir.

Sie, Herr Bettermann, sind durch Fernsehen und Kino bekannt. Ist ,Funny Girl’ ein seltener Ausflug in die Musical-Welt?

Bettermann: Es ist mein zweiter Ausflug in die Musical-Welt. Mein erster war vor neun Jahren im Kapitoltheater in Düsseldorf. Da habe ich in „Das Mädchen Rosemarie“ mitgespielt.

Herr Bettermann, Sie haben mal gesagt, dass Sie sich gerne verkleiden. Da müsste ,Funny Girl’ perfekt sein, oder?

Bettermann: Das habe ich gesagt? Das ist ja süß. Ich habe zwei Söhne, da liegt das nicht so fern. Mein Beruf hat sehr viele, sehr schöne Facetten – eine davon ist das Verkleiden, aber nicht die primäre. Ich bediene ungern Plattitüden, aber primär ist für mich das Berühren, das zum Nachdenken Anregen.

Es gibt allein 18 Kostüme für Fanny Brice. Ein Traum?

Mehrling: Das sind, glaube ich, die schönsten Kleider und Stoffe, die ich bisher tragen durfte. Ich könnte mir aber vorstellen, dass bei der ersten Kostümprobe Alarm hinter der Bühne ausbricht.

Fühlen Sie sich wohl hier am Haus?

Bettermann: Als ich hier ankam, war der erste Eindruck, als ich vor dem Schauspielhaus stand: eine Menge Beton. Aber das Haus hat eine gute Energie. Die Köpfe wirken sehr offen und frei – ein guter Kontrast zum Beton. Als gebürtiger Kölner kenne ich die Architektur. Eine Stimmung von „Wir sind etwas im Stich gelassen worden“ begegnet mir auf der Straße.

Was hat Sie an dem Stück gereizt?

Bettermann: Ich finde es spannend, dass das Stück so dramatisch geschrieben ist, die ausgeprägte Männerrolle mit all’ der Egozentrik und vor allem – und das bezieht sich auf meine Hauptdarstellerin –, dass ich mich gerne auf hohem Niveau messe.

Mehrling: Haben Sie das mitgeschrieben? Wow! Was sage ich denn jetzt? Es ist natürlich toll mit einem so wunderbaren Partner zusammenzuarbeiten. Ich habe das Engagement wegen der Rolle angenommen. Es gibt kaum eine Rolle, die so vielschichtig ist und zeitlos: Es geht um eine Frau, die zu sich steht, auch wenn andere in ihr nicht das Ideal für die Bühne sehen, kämpft sie. Und wegen der Lieder! Das sind unfassbare Songs, die Geschichte geschrieben haben. Das ist ein Privileg, sie zu singen. Und ich werde echt dafür bezahlt. Das ist Luxus!

Maike Rellecke



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