Diese Dortmunder Themen interessierten Sie im Jahr 2015

Der Phoenixsee.
Der Phoenixsee.
Foto: www.blossey.eu
Neonazi-Drohungen, Flugzeugabsturz, gestohlene Tiere – wir haben in der Statistik geschaut, welche Themen des Jahres 2015 die meisten Leser hatten.

Dortmund.. Abwechslungsreich ist der Themen-Mix, der im Jahr 2015 auf das größte Leserinteresse gestoßen ist. Ob gestohlene Tiere aus dem Zoo, der tragische Absturz der Germanwings-Maschine in den französischen Alpen, die immer dreister werdenden Provokationen durch Dortmunder Neonazis oder skurrile Alltagsgeschichten – wir haben unsere Statistik ausgewertet und blicken auf die Ihrer Meinung nach spannendsten Geschichten zurück.

Januar: Spektakulärer Unfall auf der B1, ein seltsamer Knobelbecher, Nazi-Drohungen

Es sind Bilder, die einem das Herz stocken lassen: Ein spektakuläres Unfall-Video war Ende Januar der Star unter Dortmunds Facebook-Nutzern. Es zeigte einen Crash auf der B1. Ein LKW schob ein Auto quer vor sich her. Anfangs herrschte großes Rätselraten über den Zeitpunkt und die Details des Unfalls.

Offenbar hatte sich das Ganze schon am 17. Dezember 2014 abgespielt. Laut Polizei hatte ein 59-jähriger LKW-Fahrer aus Olfen habe beim Spurwechsel einen 39-jährigen Toyotafahrer aus Altena (Sauerland) übersehen. Dabei sei der PKW quer vor den LKW geraten.


Der LKW schob das Auto auf der B1 in Höhe des Parkhotels Wittekindshof mehrere Meter vor sich her. Nach Angaben der Polizei erlitt der 39-Jährige leichte Verletzungen und einen Schock. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, konnte am gleichen Tag noch die Heimreise antreten. Der Lastwagenfahrer gab später zu Protokoll, er habe den Unfall zunächst gar nicht bemerkt. Erst durchs Hupen anderer Autofahrer sei er auf den Toyota aufmerksam geworden.

BVB-Fan bekommt Knobelbecher mit Schalke-Logo

Für Jens Scholz begann das Jahr mit einem Schock. Sein Bruder hatte dem BVB-Fan ein Knobel-Set von Borussia Dortmund geschenkt. Doch beim Auspacken setzte die Enttäuschung ein: Der Becher zeigt nicht das BVB-Emblem, sondern ausgerechnet das Logo von Revierrivale FC Schalke 04.

"Mein Bruder hatte das Spiel für mich bei Amazon bestellt. Beim Auspacken im Familienkreis traf uns dann der Schlag", sagte BVB-Fan Jens Scholz im Gespräch mit unserer Redaktion. Der Becher zeigte nicht das BVB-Logo. "Das wäre noch akzeptabel gewesen, aber der Becher zeigt das Logo unseres Erzfeindes Schalke", so Scholz weiter. Der Hersteller des Knobel-Sets entschuldigte sich. Ob es sich um menschliches Versagen oder einen Streich handelte, konnte jedoch nicht geklärt werden.

Todesanzeigen sollen Nazi-Gegner einschüchtern

Für einige Menschen, die sich in Dortmund entschlossen im Kampf gegen Neonazis engagieren, begann das Jahr 2015 mit einem dreisten Einschüchterungsversuch. Nicht genug, dass am Haus des Piraten-Mitarbeiters Robert Rutkowski plötzlich Hakenkreuze prangten, auf Twitter kursierten plötzlich Todesanzeigen mit den Namen Rutkowskis und fünf weiterer Dortmunder.

Im Interview mit der FUNKE Mediengruppe sprach Rutkowski über die Einschüchterungsmethoden der Neonazis und über seinen Umgang mit der Bedrohung. Er erzählte von Anrufen, unaufgefordert zugeschickten Paketen und letztlich auch von Bedrohungssituationen im Alltag. Eines geht aus seinen Aussagen hervor: Entmutigen oder einschüchtern lässt sich Rutkowski nicht, ebenso wie die vielen anderen Dortmunder, die sich gegen Rechts stellen.

Februar/März: Dortmunder unter den Opfern von Flug 4U 9525

Wenn sich ein Schalker nach Dortmund verirrt, sind Probleme programmiert. So erwischte es auch den Wuppertaler Heinrich Traude, der auf dem Weg nach Gelsenkirchen einen beruflichen Zwischenstopp in Dortmund einlegte und seinen Wagen in der Thier Galerie parkte. Doch die wurde dann wegen einer Bombendrohung gesperrt.

Traude stand draußen vor dem Absperrband, sein Ticket für die Champions-League-Partie der Königsblauen gegen die Königlichen aus Madrid lag bombensicher im Handschuhfach seines Autos. Schalke verlor ohne den Beistand des Wuppertalers mit 0:2.

Die Bombendrohung erwies sich als falscher Alarm.

März: Tumult um Facebook-Star - Dortmunder starben bei Flugzeugabsturz

Kennen Sie "Momonews"? Nein? Dann haben Sie wohl eine Bildungslücke. Denn als der Facebook-Star am 7. März in der Dortmunder City auftauchte, herrschte urplötzlich Kreisch-Alarm. 300 Jugendliche verfolgten die beiden Frankfurter Schüler ("Momonews" wurde von seinem Freun "Eren Can Bektas" begleitet). Die Polizei versuchte, der Lage auf dem Westenhellweg Herr zu werden.

Drei Dortmunder unter den Opfern des Germanwings-Flugs 4U 9525

Als am 24. März eine Maschine der Fluggesellschaft Germanwings in den französischen Alpen abstürzte, war noch nicht klar, dass auch Dortmunder unter den 150 Todesopfern sind. Erst später wurde offenbar, dass auch ein angehender Verkehrspilot aus Dortmund sowie der frühere stellvertretende Bezirksbürgermeister von Mengede, Manfred Jockheck, und seine Frau Sabine an Bord der Maschine waren.

In die Trauer um die Absturzopfer mischte sich alsbald Wut, als die keine Geschmacklosigkeit auslassenden Dortmunder Neonazis die Opfer verhöhnten. Manfred und Sabie Jockheck saßen für die Grünen in der Bezirksvertretung - für die Nazi-Partei "Die Rechte" offenbar Grund genug, sich über den Tod der beiden Lokalpolitiker zu amüsieren.

April/Mai: Brennende Kaninchen, eine tote Löwin und ein tragisches Unglück

Immer wieder flammen vor Ostern nicht nur die Osterfeuer auf, sondern auch die Diskussion um den Brauch. Insbesondere Tierschützer appellieren, sicherzustellen, dass sich in den großen Scheiterhaufen keine Tiere aufhalten. Und doch passierte es: Bei einem Osterfeuer in Dortmund-Großholthausen krochen plötzlich zwei brennende Kaninchen aus dem Osterfeuer. Beobachter erzählten, die Tiere hätten vor Schmerzen geschrieen, ehe sie starben.

Löwe tötet seine Mutter

Im Mai kam es im Dortmunder Zoo zu einem Familiendrama im Raubtierhaus. Der Löwenkater Lolek griff seine Mutter, die 14-jährige Moreni, an und tötete sie. Der Angriff sei "völlig unerwartet und plötzlich" erfolgt, so eine Verlautbarung des Zoos. Unmittelbar nachdem die beiden Tiere zusammengeführt worden seien, habe Lolek seine Mutter angegriffen.

Mann von Stadtbahn mitgeschleift

Ein tragisches Unglück ereignete sich Ende Mai, als ein 20-jähriger Dortmunder von einem Zug der Stadtbahnlinie U43 erfasst und mitgeschleift worden war. Er erlag eine Woche später seinen Verletzungen.

Es waren dramatische Szenen: Der junge Mann geriet am Pfingstmontag zwischen zwei Stadtbahn-Waggons und wurde mitgerissen. Die Bahn schleifte ihn mehr als drei Kilometer weit mit. Erst nach sechs Stationen hörte ein Kioskbesitzer die leisen Hilferufe und alarmierte die Passagiere. Sie zogen auf der Kaiserstraße die Notbremse. Die Fahrt dauerte endlose zehn Minuten. Ein Freund hatte die schreckliche Szene beobachtet. Er erlitt einen Schock und wurde von Passanten am Bahnsteig betreut.

Der 20-Jährige war begeisterter Fußballer - die beiden Vereine Brackel 06 und Wambeler SV richtete gemeinsam ein Benefizturnier für die Familie des Verstorbenen aus.

Juni/Juli: Silikonbrüste als Karriere-Hindernis, eine vorgetäuschte Vergewaltigung und ein gekündigter Pizzabote

Anfang Juni begann sich die Lage syrischer Flüchtlinge zuzuspitzen. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) war offenbar mit der Bearbeitung von Asylanträgen überfordert. Die Folge: Zahlreiche syrische Männer, die sich nach Deutschland durchgeschlagen hatten, mussten um ihre Familien bangen, die sie nach Bewilligung des Asylantrags nachholen wollten.

Am 9. Juni errichteten mehr als 100 Syrer vor dem Dortmunder Bamf ein Protestcamp. Einzelne drohten sogar mit Hungerstreik. "Wir sind vor der Hölle geflüchtet", berichteten die Männer. Aus dieser Hölle sollten nun auch ihre Familien entkommen können.

Nach einigen Tagen zog das Protestcamp in die Innenstadt um. Immer wieder provozierten Neonazis, dennoch zeigten sich zahlreiche Dortmunder solidarisch und halfen den Flüchtlingen mit Decken, Kleidung und Nahrung. Es war eine erste Prüfung für die Hilfsbereitschaft der Dortmunder - noch war niemandem klar, was in den kommenden Monaten noch folgen würde.

Polizei lehnt Bewerberin wegen Silikonbrüsten ab

Eine 31-jährige Frau aus Dortmund hatte sich 2013 für den gehobenen Dienst bei der Polizei beworben, kam aber nur bis zum Medizin-Check, den sie wegen ihrer Silikonbrüste nicht bestand. Untauglich, lautete das vernichtende Urteil. Genau das will die Dortmunderin jedoch nicht akzeptieren und kämpft vor dem Verwaltungsgericht Gelsenkirchen um ihren Job. Sie beruft sich auf einen Sonderfall. Ihre Silikon-Implantate seien schließlich besonders geschützt, weil sie hinter dem Brustmuskel lägen.

Auf Seiten der Polizei befürchtet man vor allem das Langzeit-Risiko. Wenn bei einem Einsatz ein Silikonbeutel reiße, könne das im schlimmsten Fall zur Dienstunfähigkeit führen, hieß es im Prozess.

Frau täuscht Vergewaltigung vor

Es sollten dramatische Szenen gewesen sein: Eine Frau aus Soest hatte sich Ende Juli bei der Polizei gemeldet und erzählt, sie sei am Dortmunder "U" von zwei Männern in ein Auto gezerrt und vergewaltigt worden. Dazu lieferte sie Personenbeschreibungen und berichtete, die Männer hätten sich türkischer oder albanischer Sprache unterhalten.

Nichts davon stimmte, wie sich später herausstellte. Bei den Ermittlungen seien den Beamten Widersprüche in den Aussagen der Frau aufgefallen. Am Ende habe sie dann eingeräumt, dass sie in der Nacht tatsächlich Sex gehabt habe, allerdings sei dies einvernehmlich in einer Dortmunder Wohnung geschehen. Jetzt ermittelt die Polizei gegen sie. Der Vorwurf: Vortäuschen einer Straftat. Bei einer Verurteilung droht ihr eine Geldstrafe.

Tuchel kündigt Essens-Lieferanten

Im Juli startet der BVB in die Vorbereitung auf die neue Saison. Der neue Trainer Thomas Tuchel legt viel Wert auf eine gesunde Ernährung seiner Kicker. So kommt es, dass das erste "Opfer" des neuen Coaches kein Spieler ist, sondern der Mann, der die Edelkicker jahrelang mit Essen versorgt hat: Toni Pace, der in Löttringhausen ein italienisches Restaurant betreibt.

"Mit meinen Saucen sind die Borussen seit 2002 dreimal Meister geworden, standen in drei Pokalfinals, holten einen Pokalsieg, zwei Supercups und kamen ins Champions League Finale", stellte der gekränkte Italiener nach der Kündigung fest.

August/September: BVB-Ultras zeigen klare Kante gegen Nazis, Flüchtlingszüge erreichen Dortmund

Seit langem versuchen Rechtsradikale immer wieder, die BVB-Fanszene zu infiltrieren. Dabei sind sie schon oft mit einigen Ultras aneinander geraten, die sich zunehmend aktiv gegen die Rechten zur Wehr setzen. Offenbar mit Erfolg, denn nach dem Spiel gegen Borussia Mönchengladbach versuchte eine größere Gruppe aus Neonazis, eine Ultra-Gruppe anzugreifen.

An der Hohe Straße hatten sich laut Polizeibericht rund 30 Rechte versammelt. Zeugen schildern, dass die Gruppe aus Neonazis von Die Rechte und Mitgliedern der Borussenfront zuvor versucht hatte, in eine Kneipe einzudringen. Der Wirt habe ihnen Lokalverbot erteilt, ein Fanclub, der die Kneipe an Spieltagen nutzt, habe ihn dabei unterstützt. Die Rechten hätten daraufhin die nahe gelegenen Räumlichkeiten des Fan-Projekts in der Dudenstraße angegriffen, weil sie wussten, dass sie dort auf einige Ultras treffen würden. Angriffe auf Fan-Projekte gelten unter Fans, insbesondere unter Ultras, als Tabubruch.

In der Fanszene wird gemunkelt, dass die Rechten versuchen, an die Adressen von Dortmunder Ultras zu gelangen. Längst komme es auch abseits von Spieltagen zu Überfällen. Zahlenmäßig ist die Dortmunder Neonazi-Szene den Ultras unterlegen. Ein Kenner der Fanszene beurteilt die Situation eindeutig: "Wenn die Nazis jetzt an die Fußball-Fans gehen, haben sie sich mit den Falschen angelegt."

Riesige Hilfsbereitschaft für Flüchtlinge

Anfang September wurde Dortmund zu einem der Hauptschauplätze der Flüchtlingskrise. Am 9. September kamen die ersten Züge aus München an, an Bord rund 2500 Flüchtlinge. Die Stadt richtete spontan ein Notquartier im Dietrich-Keuning-Haus ein, um die Menschen zu versorgen, bevor sie mit Bussen in andere NRW-Städte gebracht wurden.

Die Nachricht der bevorstehenden Ankunft der Flüchtlinge löste am Samstagabend und in der Nacht zu Sonntag eine Welle der Hilfsbereitschaft aus, wie sie Dortmund lange nicht erlebt hat. Hunderte Helfer warteten in der Nacht zu Sonntag im Hauptbahnhof auf die Ankunft der Züge. Sie machten sich nützlich, indem sie teilweise in eindrucksvollen Menschenketten Sach- und Lebensmittelspenden verluden. Allein am ersten Tag gingen rund 25 Kubikmeter Kleiderspenden ein.

Kritik gab es an der Polizei, die gegen die Flüchtlinge pöbelnde Neonazis ausgerechnet durch den vollen Hauptbahnhof zur S-Bahn geleitete. Dort kam es zu Zusammenstößen mit Helfern.

Polizei soll zu laut gefeiert haben

Eine wilde Party im Polizeipräsidium zerrte an den Nerven der Anwohnerin Barbara F. Partys findet sie selber nicht schlecht, aber in der Nacht auf einen Montag in der Nachbarschaft - das wollte sie nicht. Dass da in ihrer Nachbarschaft kräftig gefeiert wurde, konnte sie belegen: Sie hatte in der Nacht zu Montag ihr Handy herausgeholt und Videoaufnahmen aus ihrem Fenster heraus gemacht - darauf ist die Hohe Straße zu sehen, im Dunkeln liegt das Polizeipräsidium gegenüber.

Zehnmal, sagt sie, habe sie im Polizeipräsidium angerufen, sechsmal habe sie jemanden erreicht. Am Anfang habe es geheißen, man werde sich kümmern, später sei ihr empfohlen worden, ihr Fenster zu schließen. Letztlich habe man ihr erklärt, dass ihr Lärmempfinden subjektiv sei. Gegen 2.20 Uhr, sagt Barbara F., habe sie dann - trotz der Hitze - die Fenster geschlossen. Gegenüber sang, sagt die 29-Jährige, gerade Whitney Houston.

Die Polizei gab sich zunächst wortkarg, später folgte jedoch eine Entschuldigung.

Oberbürgermeister schmeißt Neonazi aus Ratssitzung

Und dann war da noch Dortmunds Oberbürgermeister Ullrich Sierau, dem in einer Ratssitzung der Kragen platzte. Während einer Debatte um die Flüchtlingssituation in Dortmund nutzten Beobachtern zu Folge die Vertreter der rechten Parteien AfD, NPD und Die Rechte die Gelegenheit, um Stimmung gegen Flüchtlinge zu machen.

Während der AfD-Redner die "unkontrollierte Zuwanderung in unsere Sozialsysteme" geißelte, provozierte Michael Brück von der Neonazi-Partei "Die Rechte", indem er ein Megafon mit ans Rednerpult nahm. Der Aufforderung von Oberbürgermeister Ullrich Sierau, das Gerät zu entfernen, kam Brück nicht nach. In seiner Rede hetzte Brück gegen Flüchtlinge. Seinen dreiminütigen Vortrag beendete er mit "Deutschland den Deutschen - Ausländer raus!" und erntete dafür laut Beobachtern Applaus von der Tribüne - was im Dortmunder Rat nicht gestattet ist.


Sierau wies daraufhin den Ordnungsdienst an, die Tribüne zu räumen. Laut Beobachtern kam es dabei zu Tumulten. Als Brück schließlich über sein Megafon gegen die Räumung der Tribüne protestierte, wurde auch er des Saales verwiesen.

Oktober/November/Dezember: Eine Schalke-Fahne auf dem Weihnachtsbaum, Rätsel um toten Pinguin

Die Fans von Borussia Dortmund betrauerten im Oktober gleich zwei wichtige Persönlichkeiten aus ihrer Mitte. Am 4. Oktober verstarb Rüdiger Raguse, der für zahlreiche Fans als große Integrationsfigur in der Fanszene fungierte. Raguse war nicht nur fanpolitisch engagiert, sondern zeigte auch unermüdlichen Einsatz im Kampf gegen Rechts. Er war einer der Organisatoren des Heinrich-Czerkus-Gedächtnislaufs und sorgte so dafür, dass der Verein Borussia Dortmund inzwischen fester Bestandteil der Gedenkfeierlichkeiten zu den Dortmunder Karfreitagsmorgen aus dem Jahr geworden ist. Raguse fand immer wieder klare, mahnenden, aber auch versöhnliche Worte, wenn es um die Lage seines BVB ging.

Am 16. Oktober starb Arne Steding im Alter von nur 33 Jahren. Steding hat sich stark für die Fanszene von Borussia Dortmund eingesetzt. Vor 15 Jahren war er einer der Gründer von schwatzgelb.de, dem Online-Magazin, das über den BVB berichtet. Dabei machte er immer wieder mit Texten auf Missstände aufmerksam. Zudem setzte er sich maßgeblich für die Gründung der BVB-Fanabteilung ein. Vor drei Jahren erhielt er als Nichtraucher die Diagnose Lungenkrebs, seine Arbeit setzte er dennoch fort.

Zuletzt engagierte sich Arne Steding in der Dortmunder Flüchtlingshilfe und stieß Sammlungsaktionen für die verschiedenen Dortmunder Flüchtlingsunterkünfte an. In den Jahren zuvor zeigte er starkes Engagement für fanpolitische Themen. Er gehörte zu den Mit-Initiatoren der Aktionen "Ich fühl mich sicher" und "Kein Zwanni". So wirkte der BVB-Fan Steding weit über die Vereinsgrenze hinaus und genoss auch bei engagierten Fans anderer Vereine hohes Ansehen.

Schalke-Fahne wehte auf Dortmunds Weihnachtsbaum

Im November sorgte ein Stück blau-weißer Stoff für Aufregung in Dortmund. Auf der Riesentanne auf Dortmunds Weihnachtsmarkt wehe plötzlich eine Schalke-Fahne. Doch wie kam das Stück Stoff auf den Baum?

Es waren die Gerüstbauer selbst, die das vier Meter lange und zwei Meter breite blauweiße Tuch an die Baumspitze hängten. Gleich unterhalb des Engels. Die Gerüstbau-Firma Weise, die den Baum alljährlich aufbaut und mit Rotfichten begrünt, kommt zwar aus Dortmund, aber besagte Mitarbeiter stammen aus Bottrop. "Wir sind alle Schalker," erklärte einer der Gerüstbauer, "und bauen den Baum seit 16 Jahren auf." Beim Aufhängen der Lichterketten habe man den Steigwagen benutzt und den Baum auch kurz mit dem Schalke-Tuch geschmückt. "Als Andenken für uns Schalke-Fans haben wir ein paar Fotos geschossen und die Fahne dann gleich wieder abgenommen, damit die Dortmunder nicht verärgert sind", berichtete der Mann weiter.

Tags darauf reagierten die Baum-Elektriker und installierten vorübergehend eine BVB-Fahne am Baum – die Welt war wieder in Ordnung.

Der Chef der Dortmunder Schausteller drohte der Gerüstbaufirma am Ende sogar eine Strafe an. "Ich habe der Gerüstbau-Firma mitgeteilt, dass ich eine Konventionalstrafe in Höhe von 500 Euro erwarte", sagte Schausteller Hans-Peter Arens. Das Geld soll für den guten Zweck gespendet werden. Dafür erntete Arens Kritik und beschloss schließlich, die geforderten 500 Euro selbst zu zahlen. "Dabei war zwischen mir und Thomas Weise, dem Chef der Gerüstbaufirma Weise, klar, dass auf keinen Fall die Arbeiter zahlen sollen. Wir verstehen doch Spaß und sind nicht intolerant" erklärte Arens.

Rätsel um tote Seelöwin und Pinguin

Ende November und Anfang Dezember sorgten drei kleine, flugunfähige Vögel für Aufsehen: Zwei Humboldtpinguine waren verschwunden, ein Exemplar wurde tot im Flamingogehege gefunden. Die Obduktion des Tiers ergab, dass der Vogel an einem heftigen Aufprall oder Schlag auf die Brust gestorben sein müsse.

Zuvor war bereits die Seelöwin "Holly" tot aufgefunden worden. Warum die Seelöwin starb, konnte nicht geklärt werden. Zeugen hatten berichtet, sie hätten Schreie aus dem Zoo gehört. Mitarbeiter des Dortmunder Zoos haben am Donnerstag Seelöwin Holly tot in ihrem Gehege gefunden. Das 21-jährige Tier hatte laut Polizei eine Wunde am Schädel.

Mitarbeiter fanden nachher in der Nähe des Geheges ein Loch im Zoo-Zaun. Möglicherweise haben sich Unbekannte in der Nacht zuvor Zutritt zum Zoo verschafft, vermutet die Polizei.

Im August waren einige Äffchen und Nagetiere aus dem Zoo gestohlen worden. Später behauptete die Künstlergruppe "Zentrum für politische Schönheit", die Tiere aus dem Zoo entführt zu haben. Die Aktionskünstler hatten zudem mit der Ankündigung Aufsehen erregt, nach der Premiere des Stücks "2099" im Schauspielhaus ein Jaguarbaby im Zoo zu erschießen. Das Stück wurde abgesetzt, das Dortmunder Schauspielhaus distanzierte sich von den Künstlern.