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Dieb hatte leichtes Spiel

14.01.2013 | 17:44 Uhr
Dieb hatte leichtes Spiel
Foto: dapd

Dortmund. Einer der zahlreich geladenen Zeugen hatte sich schon früh morgens bei Gericht entschuldigen lassen: „Sein Hund wird in wenigen Stunden entbinden“. Der Mann konnte getrost an der Seite seines Vierbeiners bleiben und sich um den Nachwuchs kümmern: Der wegen Diebstahls angeklagte Dortmunder legte ein umfassendes Geständnis ab.

Und so konnten auch die anderen Autobesitzer gestern wieder nach Hause gehen, die durch ihre Nachlässigkeit dem Dieb in der Nacht zum 13. April letzten Jahres leichtes Spiel gemacht hatten: Sie hatten es versäumt, ihre in der Ritterhausstraße abgestellten Wagen zu verschließen. Und so konnte der Angeklagte völlig mühelos auf dem Parkplatz des Cafe Erdmann nach Wertsachen und Bargeld suchen.

Zweimal wurde er fündig, fischte ein Navi sowie eine Geldbörse aus zwei Autos. Als er sich dem dritten, ebenfalls nicht verschlossenen Wagen zuwandte, zog er sich die Aufmerksamkeit von Passanten zu. Juristisch ist Diebstahl Nummer drei also nur als Versuch zu werten.

Rechtsanwältin Sandra Günther übernahm stellvertretend das Wort für ihren Mandanten, der bereits seit November in einer sozialtherapeutischen Wohngemeinschaft lebt. Jene stationäre Drogentherapie, so die Verteidigerin, werde insgesamt ein Jahr dauern. Eigentlich hätte der Mann eine vor Monaten verhängte Haft im Gefängnis absitzen müssen, doch nach dem Motto „Therapie vor Strafe“ kann er jetzt erst seine Drogensucht bekämpfen.

Als er die drei Wagen in jener Nacht nach Wertsachen durchsuchte, habe er täglich Heroin und Kokain konsumiert. Wie viel, daran konnte sich der Angeklagte nicht genau erinnern: „Ich weiß nicht, vielleicht ein halbes Gramm. Kokain auch schon mal mehr.“ Damals, im April 2012, ging er gerade einmal einen Monat nach der letzten Verurteilung wieder auf Diebestour. Sechs Monate Haft, so lautete diesmal das Urteil des Amtsgerichtes. Auch in diesem Fall muss der Mann erst nach Beendigung seiner Therapie den bitteren Gang antreten.

Kathrin Melliwa


Kommentare
15.01.2013
06:21
Dieb hatte leichtes Spiel
von xxyz | #1

Mein Auto wurde aufgebrochen, und es wurden ein paar Sachen von einem geringen Wert gestohlen. Es waren lt. Polizei vermutlich Beschaffungskriminalität. Damit war der Fall für die Polizei erledigt.

Ich hatte mich sehr geärgert und meide die Gegend in der Innenstadt noch heute. Es ist ärgerlich und man fühlt sich hilflos, wenn Drogensüchtige in Autos Wertgegenstände "finden" und "herausfischen".

Deshalb irritiert mich die Wortwahl des Berichts.
Das Urteil erscheint angemessen, aber es bleibt offen, wie die Drogensüchtigen die Gegenstände verkaufen können.

Schon vor Jahren konnten Dortmunder Radioreporter ohne Probleme offensichtlich gestohlene Autoradios in der Nordstadt verkaufen. Es stellte sich auch damals die Frage, was die Polizei dagegen macht, wenn schon Reporter nach einem Tag in der Lage sind, die Hehler zu fenden.

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