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Die zwölf Meter lange Trompete wartet

22.04.2008 | 20:24 Uhr

Wellen reiten mal anders, ausgelöschte Doppelgänger und ein Entschleunigungspunkt - das Jahresprogramm des Hartware MedienKunstVereins (HMKV) ist alles, außer gewöhnlich.

Die Künstlerinnengruppe "Take 2030" aus London ist bei der Ausstellung "waves" mit einer Dokumentation ihrer Arbeiten im öffentlichen Raum zu sehen: Als "Rollergirls" treten sie in selbst entwickelter, futuristischer Kleidung auf und versenden drahtlos Signale. (Bild: Take2030 2004)

Mobilfunk, WLAN, Bluetooth - Technologien, die uns heute nahezu alltäglich umsurren. Welche Auswirkungen das auf die menschliche Psyche hat, ist nur eine der Fragen, mit denen sich Künstler bei der Ausstellung "Waves - die Kunst der elektromagnetischen Gesellschaft" vom 10. Mai bis 29. Juni in der Phoenix-Halle befassen. Eine Attraktion dürfte dabei die zwölf Meter lange Trompete werden, in die Besucher hineinblasen können - auf dass der Boden vibriert. "Es geht darum, Luftsäulen sichtbar zu machen", erklärt Inke Arns, künstlerische HMKV-Leiterin. Auch eine Kamera, die WLAN-Netze sichtbar macht, sowie die Kommunikation zwischen Gehirnwellen gehören zu den gut 30 Arbeiten. Die Schau gehört zum Festival "scene: österreich in nrw": Gut 1/3 der ausstellenden Künstler stammen aus dem Nachbarland und das Konzept kommt vom Österreicher Armin Medosch.

24 Stunden Kunst-Radio

Begleitend realisiert der HMKV künstlerische Projekte: Vier eigens erstellte Radioprogramme sind 24 Stunden lang am "U" zu empfangen. Ein anderer Künstler schenkt der Stadt einen Entschleunigungsstein, der im Stadtpark verankert wird, eine Frequenz von 8 Hertz ausstrahlt und "beruhigend" wirken soll.

Hinter dem geschmeidigen Namen "Anna Kournikova ausgelöscht vom Memeright Trusted System" verbirgt sich die zweite große Schau vom 19. Juli bis 19. Oktober in der Phoenix-Halle. Der kryptische Titel nimmt Bezug auf eine Kurzgeschichte, in der Doppelgänger von berühmten Menschen ausgeschaltet werden - ein System, dem die echte Anna Kournikova zum Opfer fällt. "Ein narrativer Einstieg", erklärt Arns - denn in der Ausstellung geht es um Kunst und Urheberrecht im digitalen Zeitalter. "Der Schutz geistigen Eigentums", so Arns, "ist immer mehr auch von wirtschaftlichem Interesse."

2008 will hartware Angebote für Kinder und Jugendliche ausbauen: "Medienkunst vermittelt Medienkompetenz" sei das Motto, so Susanne Ackers, geschäftsführende Leiterin. Im Projekt "PhoenixTraum" sollen sich Schulklassen mit der Vergangenheit und Zukunft von Hörde befassen. Auch Workshops zu Roboterbau und Computerspielen stehen - frühestens in den Sommerferien - an.

Von Hörde in die Welt wandern schließlich die Ausstellungen des HMKV - drei, die einst in der Phoenix-Halle zu sehen waren, reisen nun nach Bern, HongKong und Novi Sad.

Von Nadine Albach

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