Winterruhe
Die wilden Tiere in Dortmunds Zoo schlafen schon
11.11.2009 | 18:06 Uhr 2009-11-11T18:06:00+0100Dortmund. Die Gehege leeren sich, die Häuser werden voller - ein Spaziergang durch den spätherbstlichen Dortmunder Zoo.
Es ist ruhig geworden im Zoo an der Mergelteichstraße. Die meisten Geräusche machen die Besucher mit den Füßen im Laub. Für ausgelassene Spielereien und Unfug ist der Herbst einfach nicht gemacht, scheint es.
Familie Orang-Utan lässt es locker angehen. Die Kleinen spielen ein bisschen, aber nicht zu viel, die Affen-Damen sehen zu. Der Orang-Chef Walter hingegen zeigt Gemüt. Der Herbst hat ihm nichts zu bieten, könnte man glauben. Er hat sich die Decke über den Kopf gezogen und macht Pause. Ein bisschen schwermütig wirkt das, aber irgendwie auch muckelig. Selbst der Besuch von Pfleger Eddy Laudert kann den stattlichen Kerl nicht begeistern. Der wirft frisches Obst und Gemüse ins Gehege, einen Mittagssnack für seine Schützlinge.
Draußen ausmuffen
Obwohl die Orang-Utans eigentlich aus dem Regenwald kommen und es gerne warm mögen, dürfen sie auch im Herbst ins Freie. „Auch, wenn es nur sechs Grad ist, müssen sie mal ein bisschen raus”, sagt Laudert, wenn auch etwas kürzer. „Ausmuffen” nennt das der Pfleger. Den Großteil der kühlen und kalten Jahreszeiten verbringen die Orang-Utans im warmen Haus bei rund 20 Grad Raumtemperatur. „Im Winter ist der Pfleger gefragt”, sagt Eddy Laudert. Damit den Menschenaffen nicht langweilig wird, denkt er sich Futterspielchen aus, zum Beispiel Rosinenhölzer, aus denen sie die süßen Trockenfrüchte herauspulen müssen.
Viele Tiere haben sich bereits ins Warme zurückgezogen. Wer keine Mission hat, wie zum Beispiel die brünftigen Hirsche, lässt das Jahr in Ruhe ausklingen. Wie Mutter und Kind Ameisenbär. Die schlafen gemütlich in ihrem Stall. Die Faultiere im Tropenhaus hängen auch nur so rum – im wahrsten Sinne des Wortes.
Den Pinguinen kann der Herbst nichts anhaben. Denen macht die Kälte nichts, die sind sie ja gewohnt. Aufgeregt flitzen sie im Wasser hin und her, jagen den Blättern nach, die von den Bäumen herabsegeln. „Könnte ja was zu essen sein”, scheinen sie zu denken.
Ruhiger wird es im Herbst im Zoo, aber nicht still. „Wir haben keine Tiere, die Winterschlaf machen”, sagt Ilona Schappert, stellvertretende Direktorin. Die meisten Zoobewohner seien Exoten, die anderen ohnehin das ganze Jahr über aktiv.
Igelschützer haben Hochsaison
Außerhalb des Zoos, bei der Arbeitsgruppe Igelschutz, sind alle Uhren auf Winterschlaf gestellt. Schon seit Oktober schlafen gesunde erwachsene Igel – während die Tierschützer auf Hochtouren arbeiten, um auch die Nachzügler rechtzeitig ins winterliche Bett zu bekommen. Wer jetzt noch nicht pennt, hat sich einfach nicht genug Winterspeck angefressen. Rund 1300 Tiere päppeln Rosemarie Adam und ihre Mitstreiter pro Jahr, beziehungsweise beraten Igelfinder, wie sie die stacheligen Gesellen über den Winter bekommen. Dabei gilt: Nur im Notfall sollte der Mensch eingreifen. Wer jetzt noch Jungtiere findet, sollte sie einsammeln und ihnen beim Überwintern helfen. Tipps im Internet unter www.igelschutz-do.de.
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Ene Besuch em Zoo, oh oh oh ooh. Ne wat es dat schön, ne wat es dat schön. Ene Besuch em Zoo, oh oh oh ooh. Dat is esu schön, dat es wunderschön.“