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„Die Tür für die Zukunft geöffnet“ - Midge Ure live am 20. Juni im Strobels in Dortmund

18.06.2012 | 18:34 Uhr
Am Mittwoch, 20. Juni, im Strobels: Midge Ure.

Dortmund. Vor wenigen Wochen erst hat er mit Ultravox das neue Studioalbum „Brilliant“ veröffentlicht, das erste der Kultband nach 28 Jahren: Midge Ure . In den 80er Jahren war der Schotte Teil von Visage oder auch Thin Lizzy, organisierte das Benefizkonzert „Live Aid“ mit. Mit seiner Band stellt er Songs, auch aus seiner Solokarriere, aus seinem 40-jährigen Schaffen im Strobels vor. Redakteur Andreas Winkelsträter sprach mit dem 58-Jährigen.

2009 haben Sie mir im Interview erklärt, dass es keine neuen Songs von Ultravox geben wird. Nun gibt es sogar ein neues Album?

Midge Ure: (lacht) Um ein bisschen sexistisch zu antworten. Musiker sind wie Frauen. Sie ändern schnell ihre Meinung. Generell hatte ich Nein gesagt. Als wir damals gesprochen haben, war da keine Chance, neue Musik mit Ultravox zu machen. Als wir dann in Deutschland auf Tour waren, kam Universal auf uns zu. Und die wollten mit uns ein Album machen. Wir sagten: Nein. Durch die Anfrage haben wir uns aber intensiver mit dem Gedanken beschäftigt. Wir haben angefangen mit neuer Musik, haben geguckt, ob da noch was da war. Und es war noch was da...

So haben Sie sich nichts durch eine Plattenfirma vorgeben lassen?

Ure: Genau. Das auf dem Album ist der Sound von Ultravox. Das sind die Instrumente, die wir immer benutzt haben, die Violine, das Klavier, das Schlagzeug oder auch der Synthesizer, die Gitarren. Wir wollten das nicht im Retrostil der 80er Jahre aufnehmen. Die Musik passt heute zwischen einen Muse-Song oder ein Killers-Song. Zeitlos.

Wird es denn eine Zukunft mit Ihnen und Ultravox geben?

Ure: Das kann man nicht sagen. Wir hatten eine wirklich gute, interessante Zeit, als wir an dem neuen Album zusammengearbeitet haben. Der ganze Prozess, der zwei Jahre gedauert hat, war sehr, sehr spannend. Ich weiß nicht, ob dieser Prozess uns auch für den Rest unseres Leben begleiten wird. Keine Ahnung. Die Meinungsverschiedenheiten aber sind ausgeräumt. Die Vergangenheit ist jetzt geklärt, die Tür für die Zukunft geöffnet.

In den 80er Jahren haben Ihre Videos andere Musiker inspiriert. Gibt es Videos von „Brilliant“?

Ure: Nicht wirklich, wir sind keine jungen Männer mehr. Das wäre lächerlich, wenn wir heute auf den Videos mitspielen. Wir möchten heute keine Popvideos produzieren, die vielleicht nie gesendet werden. Wir fanden es da spannender, die Entstehung des Albums zu dokumentieren, die Tour. So eine Art musikalisches Tagesbuch.

Ultravox, Visage, Thin Lizzy oder auch Solo. Ist Ihnen eine solche musikalische Vielfalt wichtig?

Ure: Das macht das Leben erst spannend. Ich war nie glücklich damit, auf einer Stelle zu stehen. Du kannst nicht immer alles beeinflussen, was kommt Aber Du kannst Ja oder Nein dazu sagen.

Midge Ure in Dortmund

Trotz der Herausforderungen in Bandprojekten haben Sie eine Solokarriere gestartet. Warum?

Ure: Wenn Sie eine so erfolgreiche Band wie Ultravox verlassen, dann erfordert das auch Kraft und Stärke, diesen Schritt zu tun. Und dann willst Du etwas völlig anderes machen. In den sechs Jahren mit Ultravox habe ich so viele großartige Musiker getroffen, mit denen ich zusammenarbeiten wollte. Das ist passiert, als ich mein erstes Soloalbum gemacht habe. Soloalbum heißt nur, dass du alleine dafür verantwortlich bist, nicht, dass du es alleine aufnimmst. Da gab es Mark King von Level 42, Mick Karn von Japan oder Paddy Moloney von den Chieftains, Kate Bush.

Wenn Sie im Strobels auftreten, werden auch die neuen Songs von Ultravox dabei sein?

Ure: Natürlich werden die alten Sachen von Ultravox dabei sein, die ich singen werde. Zudem ein paar Coverversionen und auch Solostücke. Ich glaube, der Rest von Ultravox würde nie wieder mit mir sprechen, wenn ich die neuen Songs singen würde, bevor wir sie gemeinsam gespielt haben. Das jetzt ist eine Soloperformance von Midge Ure.

Info

Das Konzert von Midge Ure und Band findet am Mittwoch, 20. Juni, 20 Uhr (Einlass 19 Uhr), im Strobels, Strobelallee 50, statt. Die Tickets kosten im VVK (u.a. im Strobels) 28 Euro, an der Abendkasse 34 Euro.

www.3dog-entertainment.com

Andreas Winkelsträter



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