"Die Prinzen": intelligent, witzig und unverwechselbar
14.05.2007 | 02:48 Uhr 2007-05-14T02:48:34+0200Was kann einem Schöneres passieren, als von echten Prinzen begrüßt zu werden? Zugegeben, sie sind nicht blaublütig, aber ihr Gesang adelt sie. Die Leipziger Popband "Die Prinzen" hat am Sonntag alle Register ihres Könnens gezogen und zusammen mi
So ist das immer, wenn Klassik auf Pop trifft. Könnte man sagen und auf die "Night of the Proms" verweisen. Doch in diesem Fall ist es anders. Immer noch stehen die excellenten Stimmen von Sebastian Krumbiegel, Tobias Künzel, Henri Schmidt, Jens Sembdner und Wolfgang Lenk im Vordergrund. Immer noch wird deutlich, welche excellente Ausbildung die Jungs in der ehemaligen DDR im Leipziger Thomanerchor und an der Musikhochschule genossen haben. Ihre Stimmen allein sind ein Genuss - ein Orchester als Begleitung das Sahnehäubchen. Das Sahnehäubchen umfasst 66 Musiker! Zusammen mit dem Prinzen-Schlagzeuger Ali Zieme und dem Bassgitarristen Mathias Dietrich bilden sie einen Funken schlagenden Klangkörper, der vielen bekannten Prinzen-Hits eine neue Note gibt. "Wenn du weinst" oder "Ich will dich haben" machen Gänsehautfeeling und werden frenetisch gefeiert.
Unser liebster Club in Dortmund
"Die Prinzen" kommen sypathisch rüber, sie sind autentisch. Vor allem Sebstian Krumbiegel hat echte Entertainerqualitäten. Wenn er singt "Das alles ist Deutschland" hält das Publikum inne. Das Gesicht des Frontmanns spricht Bände, verzieht sich zur Grimasse. Es ist seine Abrechnung mit Besserwissern, Ausländerhassern und Brandstiftern, den vorlauten Alleskönnern. Die Botschaft kommt an. Intelligente und auch witzige Texte, gepaart mit Ohrwürmern, machen die Prinzen aus.
Und natürlich spielt ihre Herkunft eine Rolle. Wer, wenn nicht sie als ehemalige Ossis, könnte es sich sonst erlauben, das Publikum in Ost und West zu teilen und eine imaginäre Mauer zwischen den Zuschauern zu errichten? Krumbiegel und Künzel tun es einfach. Natürlich geht es darum, wer lauter singen kann, wer mehr Stimmung macht. Ganz klar: Die "Ostfalen" gewinnen, "die Arbeiterklasse hat sich durchgesetzt".
"Küssen verboten", "Du musst ein Schwein sein" - echter Klassiker reißen die Zuhörer von den Stühlen. Die Prinzen werden gefeiert. Sie loben das NDR Pops Orchester als das "beste Orchester des Universums". Und sie versprechen wiederzukommen. "Ins Konzerthaus. Das ist unser liebster Club in Dortmund".
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