„Die Gegenwehr muss deutlich stärker werden“
24.08.2010 | 17:39 Uhr 2010-08-24T17:39:00+0200
Dortmund. „Die Gegenwehr muss deutlich stärker werden, um die Nazis in Dortmund zu stoppen“, sagt Ula Richter, Sprecherin des Bündnisses „Dortmund gegen Rechts“. Mit einer „Kultour“ gegen Nazis möchte das Bündnis Farbe gegen Rechts bekennen. „Je mehr Raum Demokraten in unserer Stadt einnehmen, desto weniger Platz ist für die Nazis da.“
Andere Städte, etwa Karlsruhe, Berlin oder Dresden hätten gezeigt, dass man die Nazis stoppen könne. „Warum sollte das nicht auch in Dortmund gelingen?“, fragt Ula Richter. Ihre eigentlich durch die gesamte Nordstadt gehende „Kultour“ habe die Polizei nicht genehmigt, „So müssen wir uns auf die östliche Nordstadt beschränken.“ Es sei unerträglich, dass jetzt wohl die Neonazis durch die Nordstadt ziehen dürften, durch ein Viertel, in dem viele Migranten wohnen, in der eine hohe Arbeitslosigkeit herrsche. „Die Menschen, das haben wir in vielen Gesprächen am Wochenende gesehen, haben Angst vor dem unerträglichen Psychoterror der Nazis“, sagte Ula Richter.
Das Bündnis plant am 4. September eine Tour durch die Nordstadt mit kulturellem Programm. Daran beteiligt u.a. die Trommlergruppe „Barulheiros“, Kammerschauspieler Ines Burkhardt und Claus Dieter Clausnitzer sowie Kabarettist Ilhan Atasoy. Losziehen wird die Kulturkarawane um 11 Uhr an der Berufsschule Geschwister-Scholl-Straße. Angesteuert werden sollen u.a. die Gedenkstätte für Sinti und Roma an der Weißenburger Straße, der Borsigplatz, die Schlosserstraße und erneut der Borsigplatz. Dort soll um 14.30 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden.
Herbstputz
Bereits am Freitag, 27. August, lädt das Bündnis um 15 Uhr zum mittlerweile traditionellen „Antifaschistischen Herbstputz“ ein. Nicht in einer Nacht- und Nebelaktion, sondern öffentlich sollen rechte Flyer, Aufkleber und andere Nazipropaganda aus dem Stadtbild entfernt werden. Treff: U-Bahn-Station Heinrichstraße / Falkenstraße.
Am Antikriegstag, 1. September, wird man ebenfalls mit einer Kunstaktion in der Innenstadt präsent sein. „Am Europabrunnen werden wir ein 49 Quadratmeter großes Transparent mit dem Wort „Frieden“ in zehn Sprachen bemalen“, erklärte Ula Richter. Start der Kunstaktion ist um 17 Uhr.