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Die extremen Ziele des Joey Kelly

25.11.2011 | 17:12 Uhr
Die extremen Ziele des Joey Kelly
Joey Kelly auf der Zugspitze .Foto:Thomas Stachelhaus

Dortmund.   Wer zum Südpol läuft, durch Wüsten rennt, als einziger Sportler acht Ironman-Triathlons in einem Jahr schafft, der braucht eine Portion Verbissenheit. Bei seinem Vortrag in Dortmund überzeugte Joey Kelly aber durch lässig-lustige Art, die auch mit Selbstironie nicht sparte.

Wer zum Südpol läuft, durch Wüsten rennt, als einziger Sportler acht Ironman-Triathlons in einem Jahr schafft, der braucht eine Portion Verbissenheit. Bei seinem Vortrag in Dortmund überzeugte Joey Kelly aber durch lässig-lustige Art, die auch mit Selbstironie nicht sparte. Es durfte also gestaunt und gelacht werden im Keuning-Haus.

Dieser Mensch ist eine Ausnahmeerscheinung. Berühmt geworden durch die Riesenerfolge der Kelly-Family („keine Sorge, ich singe heute Abend nicht“) schloss der 38-Jährige eine Solo-Extremsport-Karriere an, die ihresgleichen sucht. Was macht dieser Joey Kelly eigentlich nicht? Mit dem Wok durch den Eiskanal rasen, 24 Stunden unter Wasser joggen, Turmspringen, Hochseilartistik und vor allem extreme Ausdauerwettkämpfe leisten. Ein Leben scheint ihm nicht zu genügen.

„Ich hab’ abends nach den Konzerten trainiert“, erzählte Joey Kelly seinen Zuhörer, wie seine Leidenschaft begann. „Ich kenne jede Stadt bei Nacht“ bekommt so eine ganz neue Bedeutung.

Vom Fahrrad gefallen, Schlüsselbeinbruch

Der erste Triathlon? Ein Zufall. Und eine Lachnummer. Kelly zeigt eine Filmsequenz, bei der er im Butterfly-Stil loslegt - und nach wenigen Metern schon völlig ausgepumpt an einer Schwimmboje hängt. Das Scheitern gehört also mit dazu. Der Star nimmt’s mit Humor. Auch dass er beim ersten Ironman vom Rad fliegt, sich das Schlüsselbein bricht und anschließend den Marathon mit einem Arm in der Schlinge beendet. Die Zuhörer dürfen wieder lachen.

Entweder oder gibt’s nicht für Joey Kelly. Er will beides, also erst den Ironman, dann per Hubschrauber zum Benefizkonzert, wo er noch im Laufdress keine Minute zu früh im Münchner Olympiastadion einläuft. Ein bisschen liebevollen Spott bekommt auch die eigene Familie mit, die mit ihrer „Altkleidersammlung“. Dass die Straßenmusiker die Westfalenhalle neunmal hintereinander füllten, erzählt Kelly fast nur am Rande.

217 Kilometer durchs Death Valley

Denn jetzt kommen die wirklich harten Sachen: Der Marathon des Sables, wo der Sand die Fußsohlen aufschmirgelt: Rohes Fleisch in Großaufnahme und großes Blasenstechen. Oder 100 Meilen durch Alaska bei minus 20 Grad. Trotzdem wird der brennende „Wolf“ mit Eis gekühlt.

217 Kilometer durchs Death Valley bei 48 Grad im Schatten. Aber es gibt keinen. Mit dem Rad durch Amerika. „Es lohnt sich immer zu kämpfen“, vermittelt Kelly. „Aber man braucht ein Ziel.“ Die nächsten Ziele sind gesteckt. Dazu zählt auch der 24-Stundenlauf unserer Zeitung am 22./23. Juni - für die gute Sache.

Gerald Nill

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