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Henrik Freischlader und seine echte Liebe zum Blues

09.12.2012 | 16:17 Uhr
Henrik Freischlader und seine echte Liebe zum Blues

Dortmund.   Henrik Freischlader zählt zu den Top-Gitarristen des Blues-Rock. Sein Konzert am 15. Dezember im Piano in Dortmund ist ausverkauft, für den folgenden Tag gibt es noch Karten. Im Interview spricht er u.a. über sein neues Album.

Henrik Freischlader zählt mit seinen 29 Jahren zu den Top-Gitarristen des Blues-Rock. Längst hat der Gitarrist sich von seinen Vorbildern Jimi Hendrix und Stevie Ray Vaughan gelöst und seinen eigenen Stil gefunden. Um die große Publikumsnachfrage zu stillen, tritt er gleich zweimal mit seiner Band im Piano auf. Bevor Freischlader am 15. und 16. Dezember im Musiktheater in Lütgendortmund aufdrehen will, sprachen wir mit ihm über seine Vorstellungen von gutem Blues und seine aktuellen Pläne.

Du hast gerade ein neues Album veröffentlicht. Was steckt hinter dem Titel „House In The Woods“?

Henrik Freischlader: Dahinter steckt ein total gestresster Bluesmusiker, der sich einen friedlichen, geruhsamen Rückzugsort aus dem allgemeinen Chaos wünscht. Einen Ort, wo eine Stunde noch eine Stunde ist, wo man einfach Zeit verstreichen lassen kann, ohne sie nutzen zu müssen.

Im letzten Jahr hast du auch eine Tour in England gespielt. Wie bist du als „Kraut“ dort angekommen?

Wir haben uns sofort wohl gefühlt, fast ein bisschen heimatlich. Die Fans haben uns mit ihrer echten Wertschätzung enorm überrascht. Das hatten wir nicht erwartet. Das Feedback während der Konzerte war so intensiv und vor allem so professionell, dass es uns unglaublich viel Spaß gemacht hat, in England zu spielen.

Du bist ja sogar für den britischen Blues Award nominiert worden. Wer hat gewonnen?

In der Kategorie ausländischer Blues-Gitarrist natürlich Joe Bonamassa. Für mich als völlig unbekannten deutschen Blues-Gitarristen war die Nominierung die allergrößte Ehre. Darauf bin ich wirklich stolz.

Gary Moore war ja immer eines deiner Vorbilder. In diesem Jahr durftest du auf einem Memorialkonzert zu seinem 60. Geburtstag mit seiner Band spielen. Wie kam es dazu?

Es hat mich selbst überrascht, dass ich darauf angesprochen wurde, natürlich habe ich mit großer Freude zugesagt. Das Konzert in Budapest war ein Erlebnis! Inzwischen haben wir im Rahmen der aktuellen Tour auch mit unserer Formation dort gespielt. Das Publikum war unglaublich. So eine Begeisterung fühlt man nicht so oft, das baut auf.

Wann willst du die USA erobern?

Da habe ich mir, ehrlich gesagt, gar nichts vorgenommen. Wir haben zwar eine kleine, treue Fangemeinde in den USA, aber ob das reichen würde, um den doch sehr großen Aufwand zu rechtfertigen, weiß ich nicht. Wir würden lieber ohne lange Flüge auskommen, glaube ich.

Es gibt ja viele junge Blues-Rock-Gitarristen. Gibt es da nur ein Konkurrenzdenken oder hast du auch Freundschaften entwickeln können?

Konkurrenzdenken gibt es doch heute leider überall. Da könnte die echte Liebe zum Blues höchstens eine verbindende Ausnahme darstellen. Mit Joe Bonamassa hat sich eine echte Freundschaft entwickelt, aber auch viele andere Musiker sind glücklicherweise für Konkurrenzdenken nicht empfänglich.

Wenn man sich deinen Tourplan anschaut, sieht man alleine zehn Konzerte in NRW, und in vielen Städten füllst du 400-er Clubs zweimal. Andere Musiker würden in größere Hallen ausweichen. Macht dir das Spielen in kleineren Clubs mehr Spaß?

Das hält sich eigentlich die Waage. Ein gutes Konzert braucht ein gutes Publikum, egal wie groß der Saal ist. Ich bin die kleinen Clubs von früher gewöhnt, und unsere Touren sind vielleicht genau aus dem Grunde immer so lang, weil wir in möglichst vielen Orten spielen wollen. Wie wir es in Zukunft machen, wissen wir noch nicht. Vielleicht müssen wir umdenken, vielleicht auch nicht, das kann ich jetzt noch nicht sagen.

Du spielst gleich zweimal im Piano. Wirst du unterschiedliche Programme spielen, damit es sich für die Fans lohnt an beiden Tagen zu kommen?

Nein, im Prinzip haben wir unser festes Programm, aber live ist eben live und 100 Prozent das gleiche Konzert wird es nie. Wir bieten die zwei Termine an, damit es für die Fans einfach ein bisschen bequemer ist, sich ein Bier oder ähnliches zu holen.

Die beiden Konzerte bilden das Ende einer dreimonatigen Tour. Früher war es bei den Bands Tradition, sich zu einem Tourabschluss besondere Überraschungen einfallen zu lassen. Wie sieht’s aus?

Wir werden es auf jeden Fall noch einmal richtig krachen lassen, bevor wir in die Winterpause gehen. Überraschungen? Mal schauen…

Von Uwe Meyer

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