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Die Dienstwagen der Revier-OBs - von Skoda bis Mercedes

17.08.2012 | 09:00 Uhr
Dortmunds künftige Dienstwagen: Mercedes E 300 BlueTEC HYBRIDFoto: Daimler AG

Dortmund.  Was haben Dortmund und Düsseldorf gemeinsam? Die Dienstwagen der Stadtspitze, denn beide Städte setzen für Dezernenten und Oberbürgermeister auf die E-Klasse von Mercedes. Essen und Bochum sind da bescheidener. Während Bochum lokalpatriotisch zu Opel steht, fahren die Essener Skoda.

Wie auch immer man die Dienstwagen-Beschaffung für Dortmunds Stadtspitze betrachtet - in den Nachbarstädten rollen Oberbürgermeister und Dezernenten mit zum Teil deutlich bescheidenerem Gefährt von Termin zu Termin. Nur in der Landeshauptstadt Düsseldorf fährt man auf vergleichbar hohem Niveau wie in Dortmund vor: OB, alle Bürgermeister und Dezernenten lassen sich in der noblen Mercedes E-Klasse durch die Rhein-Stadt kutschieren. Das ergab eine WAZ-Recherche.

Der Essener Oberbürgermeister Reinhard Paß (SPD) dagegen fährt einen Skoda Superb, sein erster Stellvertreter hat den abgelegten A6 von Paß’ Vorgänger Wolfgang Reiniger übernommen. Ebenfalls einen Audi A6 fährt der 2. Bürgermeister. Essens dritter OB-Vize fährt Fahrrad. In Duisburg hat der frisch gewählte OB Sören Link (SPD) vorerst auf einen eigenen Dienstwagen verzichtet . Er teilt sich nun mit seinen drei Stellvertretern einen Fuhrpark von drei Fahrzeugen.

Die Duisburger Dezernenten - sechs an der Zahl - fahren Mercedes und Audi. Aber: Sie fahren selbst. So sieht es auch in Bochum aus, wo man - aus nachvollziehbaren Gründen - ganz auf Opel abfährt. OB Ottilie Scholz (SPD) wird von ihrem Fahrer im Insignia herumgefahren. Vier Dezernenten setzen sich selbst hinters Steuer ihrer Dienst-Opel, darunter die Kompaktwagen Meriva und Astra. Der Baudezernent fährt überwiegend Fahrrad.

Anschaffung von neun Mercedes-Dienstwagen

Gestern verteidigte die Stadt Dortmund die geplante Anschaffung von neun Mercedes-Dienstwagen des Typs E 300 BlueTec Hybrid . Durch die neuen Leasingverträge habe man die Kosten für die Fahrzeugflotte innerhalb von zwei Jahren halbieren können. Die Vergabepraxis habe nichts mit Gönnermentalität zu tun, hieß es in einer Presseerklärung.

Im Leasingzeitraum 2011 - 2012 habe das Angebote von BMW für das Model 520d (Bürgermeister, Dezernenten und Chef der Wirtschaftsförderung) und das Angebot von Audi für das Model A6 (Oberbürgermeister) das beste Verhältnis zwischen Ökologie und Ökonomie dargestellt. Besonders günstige Konditionen des Behördenleasings im Jahresleasing hätten ebenfalls den Ausschlag bei der Wahl eines Fahrzeugs gegeben.

Fünf fahren auch privat

Die Sachkosten 2011 für die damalige Flotte hat laut Stadt 110.500 Euro betragen. Nach Umstellung auf das Einjahresleasing Ende 2011 seien die Kosten auf rund 73.000 Euro gesunken. Für 2013 werde man mit 62.500 Euro kalkulieren können. Weil fünf Mitglieder des Verwaltungsvorstandes ihre Fahrzeuge zudem auch privat nutzten und dafür eine monatliche Pauschale an die Stadt bezahlen, flössen jährlich zusätzlich noch einmal 14.400 Euro in die Stadtkasse. Unter dem Strich habe man die Kosten der Flotte innerhalb von zwei Jahren nahezu halbieren können.

Durch die Anschaffung eines einheitlichen Fahrzeugtyps seien überdies besonders günstige Konditionen über das Behördenleasing möglich. Die reinen Leasingkosten für die insgesamt neun Fahrzeuge sinken laut Stadt jährlich um 6000 Euro. Die besonders günstigen Leasingkonditionen würden städtischen Repräsentanten nur gewährt, wenn sie auch ein repräsentatives Auto fahren.

Mit der großzügigen Preisgestaltung soll der entsprechende Marketingeffekt erzielt werden. Die Konditionen für kleinere Modelle dieses oder anderer Hersteller fielen dagegen deutlich schlechter aus. Das habe eine Marktanalyse ergeben. Details dazu könnten aus wettbewerbsrechtlichen Gründen nicht genannt werden.

Günstigstes Angebot

Auch OB Ullrich Sierau lässt sich in der Erklärung zitieren: „Wir können uns als Verwaltung im Zuge des Ausschreibungsverfahren gar nicht anders verhalten, als das wirtschaftlich günstigste Angebot zu wählen“, so Sierau. Sonst würde man sich dem Vorwurf der Untreue aussetzen.

Klimakiller Dienstwagen

Michael Kohlstadt

Kommentare
20.08.2012
14:05
Die Dienstwagen der Revier-OBs - von Skoda bis Mercedes
von Thordral | #17

Wie wäre es denn, wenn die gut bezahlten Spitzenbeamten sich ihre Fahrzeuge selber kaufen - dann auch gerne die "Oberklasse" von Mercedes - und die...
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2012-08-17 09:00
Dortmund, Dienstwagen, Stadtspitze, Mercedes, Typ E 300 BlueTec Hybrid, Vergleich, Ullrich Sirau, Sören Link, Reinhard Paß, Ottilie Scholz
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