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Die Baby-Igel und ihre Mama

03.09.2007 | 09:48 Uhr

Sie sind niedlich, absolut hilflos und noch stacheln sie überhaupt nicht: Die Baby-Igel von Rosemarie Adam. Wer die kleinen Stachelkugeln einmal in der Hand hatte, den überkommt eine Ahnung, wie sich Mutterinstinkt anfühlt.

"Unglaublich, dass es Leute gibt, die mit diesen kleinen Tieren Fußball spielen", sagt Rosemarie Adam von der Tierschutz-Organisation "Igelschutz Dortmund" und zeigt auf die schlimmen Bilder von kleinen Igeln mit großen Fleischwunden.

Aber auch ohne böse Absicht, kann man die Tierchen so zurichten: "Was glauben Sie, wieviele Igel durch Rasenmäher umkommen? Ein Igel-Nest ist beim Rasenmähen schnell übersehen und dann fliegen nur noch die Fetzen", sagt sie mit Blick auf ein Foto. Zu sehen ist ein Igel, dessen komplettes Stachelkleid einmal quer aufgeschlitzt ist.

Und was machen, wenn man ein Igelnest im Garten entdeckt? "Erstmal abwarten, ob die Mutter kommt. Und das leise, denn wenn man zuviel quatscht oder Lärm macht, verschreckt sie das." Wenn die Mutter nach zwei, drei Stunden nicht zurück sei, solle man die Igelchen einsammeln, auf eine Wärmflasche packen und die 733599 wählen. "Das ist meine Telefonnummer", sagt Rosemarie Adam. Die Zahl der Igel, die sie in den letzten 16 Jahren aufgezogen hat, "kann ich wirklich nicht mehr zählen".

Zwischen 900 und 1000 Baby-Igel werden rund um s Jahr von den 15 aktiven "Igel-Mamas" des Vereins aufgezogen und startklar für die freie Wildbahn gemacht. Nach ein paar Wochen suchen die menschlichen Pflegeeltern einen geeigneten Platz auf einer Wiese oder im Wald. Für die jungen Igel-Waisen beginnt dann der Ernst des Lebens im Schoß der Natur. "Leider werden geeignete Plätze immer seltener. In den Mais- und Roggenfeldern gibt es oft keine Insekten und Würmer mehr. Ist in den letzten Jahren alles kaputt gespritzt worden", sagt Adam.

Igel sind nämlich Fleischfresser und "nehmen alles in den Mund, was ihnen vor die sprichwörtliche Nase kommt", fügt die Igel-Expertin hinzu und streichelt dem kleinen Igel auf ihrer Hand über die noch zarten Stacheln. Dann gibt sie dem Winzling ein paar Tröpfchen Spezialnahrung aus der Pipette. Der Igel trinkt und schläft dann friedlich ein.

Von Alexander Bauer

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