DGB sieht noch tiefe Risse auf Arbeitsmarkt
28.09.2007 | 16:28 Uhr 2007-09-28T16:28:00+0200Den weiteren Rückgang der Arbeitslosigkeit in der Region bewertet der DGB Östliches Ruhrgebiet als "erfreulich, aber noch nicht beruhigend". Nach Auffassung des DGB dürfen die positiven Zahlen nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Risse am Arbe
Für die Gewerkschaften sei es ein alarmierendes Zeichen, wenn Leiharbeit oder befristete Beschäftigung immer mehr zur Regel wird, heißt es in einer Pressemitteilung des DGB. Inzwischen seien fast 20 Prozent aller Erwerbstätigen Minijobber und mehr als 18 000 Arbeitnehmer im Östlichen Ruhrgebiet müssen trotz Beschäftigung ergänzende Sozialleistungen in Anspruch nehmen. Ralf Beltermann, Organisationssekretär des DGB: "Aktuell beschäftigt uns das Thema Leiharbeit in besonderer Weise. Rund 40 Prozent der angebotenen Stellen in der Region sind Angebote von Verleihfirmen und etwa jede dritte Einstellung erfolgt in Leiharbeit." Da kaum mehr als 13 Prozent der Leiharbeiter noch nach einem Jahr in Leiharbeit beschäftigt seien, sehe der DGB für die wenigsten Arbeitnehmer der Branche eine langfristige Perspektive.
Erschwerend kommt für Beltermann hinzu: "Trotz aller Image-Kampagnen ist die reale Arbeitswelt von Leiharbeitnehmern immer noch häufig von gravierenden Missständen geprägt." Verstöße gegen Tarifverträge, unterlaufene Eingruppierungsansprüche, Teilzeitlöhne bei Vollzeit-Beschäftigung und Anordnung von Zwangsurlaub, wenn kein Verleih stattfindet, gehören nach Erfahrung des DGB zur Realität. Aber, für viele Arbeitnehmer gelte noch immer: besser einen schlechten Arbeitsplatz als arbeitslos. Der DGB will sich in den nächsten Wochen "intensiv und differenziert mit dem Thema auseinandersetzen und Standards für Leiharbeit definieren".
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