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DFB-Fußballmuseum in Dortmund hebt Heiligtümer aus Kellern

21.12.2011 | 22:00 Uhr
Manuel Neukirchner, Geschäftsführer der Stiftung des DFB-Fußballmuseums, präsentiert ein Trikot von Maradona von 1990. Foto: Franz Luthe

Dortmund.  Bälle, Trikots, Fahnen – Fanartikel und Fußball-Memorabilia aller Art suchen die Organisatoren des Fußball-Museums, das in Dortmund eröffnen soll. Bei ihrer Suche heben die Trophäenjäger wahre Schätze aus Kellern und Tresoren.

Wie versichert man den blauen Pulli von Jogi Löw , für den Kaufhof eine schlappe Million Euro hinblätterte? Wie hebt man die „Heiligtümer des Fußballs“ aus den Kellern der Nation? Und: Wie stellt man ein DFB-Fußballmuseum auf, das die Welt noch nicht gesehen hat? Drei von Hunderten Fragen, bei denen Manuel Neukirchner am Ball ist. Wie auch immer die Antworten ausfallen, klar ist: Das DFB-Museum muss ein Volltreffer werden. Vom Anpfiff an.

Harenberg City-Center. 16. Stock. DFB-Fußballmuseum steht an der Tür. Und nicht selten ein Besucher davor, der sich die Nase plattdrückt und die Ausstellung schon mal sehen wolle, sagt Neukirchner.

Bestbesuchte Museum Deutschlands

Gern würde der Geschäftsführer der gemeinnützigen DFB-Stiftung schon zeigen, wie was wird. Wenn er es nur wüsste. Die Planungen brauchen noch Monate. Neukirchner weiß zwar, dass er bald das „bestbesuchte Museum Deutschlands“ haben will. Auch weiß er, dass er schon jetzt einen Katalog mit exakt 10 220 Ausstellungstücken hat.

Was aber am Ende zu sehen, fühlen, hören sein wird? Wenn’s um die Wurst geht, liefert Neukirchner die Antworten am liebsten scheibchenweise. Der Spannung wegen. „Wir haben keine eigene Sammlung“, aber Kontakte. Der Grundstock - also etwa die Pokale und Schalen - kommen aus dem Fundus des DFB. Aber auch der Nachlass von Sepp Herberger, vom akribisch geführten Tagebuch bis zur hingeworfenen Notiz.

Das DFB-Museum

Historische Kicker. Pins zur WM ‘54. Fotos und Filmmaterial von Spielern, Trainern, Fans. „Aber nur fünf Prozent der 10 220 Erinnerungsstücke kommen in die Sammlung.“ In einer multimedialen Schau seien die Objekte zwar nur eine Facette. Aber keine unwichtige. Die Frage ist: „Was gibt der Markt her?“   Der „Markt“ das sind vor allem die Spieler von einst und heute, die Trainer, die Sammlungen.

„Wir setzen auf gezielte Ansprache“. Beim Club der Nationalspieler. Bei Spielen. Bei offiziellen Anlässen und spontanen Privat-Besuchen. Günther Netzer hat man an der Angel. Dede. Sammer. Der blaue Pulli von Jogi Löw liegt schon im geheimen Depot in Dortmund. Wie auch der legendäre Notiz-Zettel von Jens Lehmann, für den auch schon eine Million aufgerufen wurde.

Povlsens EM-Trikot

Mit von der Partie sind bald das EM-Trikot von Flemming Povlsen (‘92), das er beim Spiel Deutschland-Dänemark trug, und beim Besuch der Silberhochzeit von Susi Zorc vor wenigen Tagen in Aussicht stellte. Oder der Meisterring von Timo Konietzka, der schmuck bis 2014 im Bank-Safe wartet.

Wie wär’s mit einem Trikot von Diego Maradona aus dem 90er Finale, originalverschwitz, genau wie eines von Franz Beckenbauer, das heute locker 20 000 Euro bringt? Oder Kuriosa: Der Nagel im Schienbein von Klaus Fischer. Röntgenbilder von Ball- und Bruch-Fänger Toni Schumacher. „Die einen leihen, die anderen schenken“ - und manchmal gibt’s auch für die Trophäen-Jäger einen Korb. Aber klar ist: „Die besten Stücke gibt es nicht auf Auktionen, sondern in den Kellern, bei den Familien statt den Händlern“, sagt Neukirchner, der auch weiß, wie schwer sich Versicherer mitunter tun, die Exponate angemessen, jenseits des Materialwerts, zu schätzen.

Aber, schwärmt der Trophäenjäger, wer mal ein WM-Trikot, Baujahr 1954 von Charly Mai in den Händen gehalten habe, der wisse, welch „unermesslicher ideeller Wert und was für ein prickelndes Gefühl das ist.“

Peter Ring

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DFB-Fußballmuseum in Dortmund hebt Heiligtümer aus Kellern
DFB-Fußballmuseum in Dortmund hebt Heiligtümer aus Kellern
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2011-12-21 22:00
DFB, Fußball, Fußballmuseum, Exponate, Dortmund
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