Deutsche Annington will 36 Millionen Euro in Wohnungen investieren

36 Millionen Euro insgesamt will die Deutsche Annington im vergangenen und aktuellen Jahr in rund 1620 Wohnungen in Dortmund investieren. Das hört sich gut an, Zweifel sind aber durchaus erlaubt. Wir beantworten die wichtigsten Fragen zu dem Thema.

Dortmund.. 36 Millionen Euro sind doch eine Menge Geld?

Keine Frage. Aber: Umgerechnet auf die 1620 Wohnungen mit den angegebenen 86.000 Wohnungsquadratmetern wären das etwa 418 Euro pro Quadratmeter.

Das ist doch nicht schlecht?

Nein, allerdings muss man sehen, dass die Wohnungsbestände der Deutschen Annington in Dortmund teils in einem sehr schlechten Zustand sind und einen hohen Instandhaltungsstau vor sich her schieben. Die Annington spricht von einer "Verjüngungskur für reife Quartiere". Die Häuser sollen "neue Balkone, Haustüren und Treppenhausfenster und eine neue Wärmedämmung" bekommen.

Was müssen Mieter jetzt wissen?

Es gibt einen Unterschied zwischen Instandhaltung und Modernisierung: Instandhaltung, also die Reparatur und der Erhalt des Bestehenden ist Sache des Vermieters. Modernisierungskosten, die die Wohnqualität erhöhen, können aber vom Vermieter auf den Mieter umgelegt werden.

Die Mieten werden steigen?

Wie hoch sie steigen werden, wird man in jedem Einzelfall nach Abschluss der Arbeiten sehen. Es gibt aber Menschen, die große Bedenken haben.

Zum Beispiel?

Tobias Scholz vom Mieterverein sagt: "Die Mieter zahlen bei der energetischen Sanierung drauf. Bei vielen Maßnahmen sind wir der Auffassung, dass die eigentlich vom Vermieter zu tragenden Instandhaltungskosten zu niedrig angesetzt und die Baukosten als Modernisierungsumlage auf die Mieter abgewälzt werden."

Was sollte man tun?

Man sollte als Mieter den Zustand des eigenen Hauses vor, während und nach der Sanierung dokumentieren, um später belegen zu können, was genau gemacht wurde.

Grundsätzlich aber ist eine energetische Sanierung doch gut?

Wennsich durch eine solche Sanierung angeblich 0,57 Cent an Energiekosten pro Quadratmeter sparen lassen, ist das gut. Wenn dem aber final eine Mieterhöhungen von 1,91 Euro pro Quadratmeter gegenübersteht, darf die Frage erlaubt sein, wem das nutzt.

Wo kommen diese Zahlen jetzt her?

Aus dem Schreiben der Annington an einen Mieter in der Löttringhauser Straße, dessen Wohnung zu den 1620 gehört und saniert wird.

Wo kommen eigentlich die 36 Millionen Euro her?

Laut Annington-Sprecher Philipp Schmitz-Waters sind das Gelder von den Kapitalmärkten, teilweise auch Kredite der Kreditanstalt für Wiederaufbau. Fakt ist, dass es im Moment sehr günstig ist, sich Geld zu leihen.

In diesen Straßen wird 2015 von der Annington saniert:

Echeloh, Schürzband, Kesselborn, Tucholskystraße, Gedingeweg, Flimmweg, Benediktinerstraße, Lantfridweg, Boberstraße, Solbergweg, Benthausweg, Röddingsbaumweg, Bayrische Straße, Am Funkturm, Albert-Schweitzer-Weg, Varziner Straße, Vorwärtsstraße, Lange Reihe, Am Zippen, Löttringhauser Straße, Stürzelbreite, Altenrathstraße, Auf dem Klei, Hochfelder Straße, Lange Hecke, Wenemarstraße, Fine Frau, Wischlinger Weg, Emsinghofstraße, Mengeder Straße, Eintrachtstraße, Am Zehnthof, Am Rabensmorgen, Töpferstraße, Pottkuhle, Wassermannweg, Rübezahlweg