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Monopol

Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss

06.09.2012 | 17:54 Uhr
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
Satellitenschüsseln auf Balkonen - hier in der Leuthardtstraße - sind keine Augenzier. Aber die ermöglichen es, fernste Sender aus den Bildschirm zu holen.Foto: Helmuth Vossgraff

Dortmund .  Die Deutsche Annington verärgert die Mietervereine mit einer Ankündigung: Zukünftig sollen Mieter in den 17.000 Dortmunder Wohneinheiten des Großvermieters nur noch fernsehtechnisch von der Deutschen Multimedia Service GmbH versorgt werden. Diese ist pikanterweise eine Annington-Tochter.

Keine Wahl sollen die Mieter der Deutschen Annington künftig haben - wenn es um den TV-Anschluss geht. Zum 1. Februar 2013 sollen allein Mieter in 17.000 Dortmunder Wohneinheiten des Großvermieters nur noch von der Deutschen Multimedia Service GmbH (DMSG) - einer Tochter der Deutschen Annington - versorgt werden. Der Mieterverein für Dortmund moniert, dass den Betroffenen offensichtlich keine Wahl gelassen werden soll und dass ihnen offenbar auch kein Kündigungsrecht für die TV-Beglückung eingeräumt werden soll.

9,99 Euro pro Monat Basistarif kündigt der Vermieter für den Kabelanschluss an - kassiert über die Betriebskostenabrechnung. Rainer Stücker, Geschäftsführer des Mietervereins: „Mieter, die bisher gar keinen Anschluss des bisherigen Kabelbetreibers nutzen, müssen die Zwangsgebühr für die DMSG nicht akzeptieren. Wir empfehlen, der Umlage auf die Betriebskosten zu widersprechen.“

Scholz fordert die Deutsche Annington ein Kündigungsrecht auf

Auch andere Großvermieter versuchten, nur noch einen Kabelanbieter ins Haus zu lassen. Das könne die Empfangsqualität verbessern. Aber die Lieferanten des TV-Angebots - im Fall Annington die Deutsche Telekom - schüfen sich ein Quasi-Monopol. So verdränge die Telekom den jetzigen Anbieter Unitymedia, so Dr. Tobias Scholz vom Mieterverein. Die Wahlfreiheit drohe verloren zu gehen. Scholz: „Wir fordern die Deutsche Annington auf, ihren Mietern jederzeit ein Kündigungsrecht für den Kabelvertrag einzuräumen.“

Satelliten-Anlagen müssten entfernt werden, kündige die DMSG an, auch wenn sie zuvor genehmigt worden seien. Dass dies keinesfalls in jedem Falle sein darf, sagt Holger Gautzsch, Mieterschutz-Experte: „Mieter haben Anspruch auf Installation einer SAT-Antenne, wenn Programme ihrer Landessprache nur auf diesem empfangbar sind.“ Dies habe der Bundesgerichtshof in einem Urteil festgestellt.

Und noch eine Wirkung würde der neue Zwangs-Anschluss haben, so Tobias Scholz: „Sobald die Annington-Tochter die Kabelversorgung in den Häusern übernimmt, kann auch nicht mehr über Unitymedia telefoniert und ins Internet gegangen werden.“

Mieter können sich zur rechtlichen Beratung und außergerichtlichen Vertretung an den Mieterverein Dortmund wenden: Kampstr. 4, 4437 Dortmund, 557656-0, www.mvdo.de.

Hoher Mietpreis-Schock

Klaus Buske

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Kommentare
04.12.2012
11:28
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von Reaper42 | #7

Super Sache,... ja ich bin kunde bei unitymedia und wohne in einer annition wohnung,...
und ich habe nie einen einen vertrag zu kabel versorgung unterschrieben und nun soll ich grundgebühren zahlen für etwas das ich gar nicht nutzen möchte Oo. klingt ja schon nach zu stände wie bei der GEZ.
Aber es kommt noch besser. Die einzige möglichkeit für eine günstige und akzeptable möglichkeit für einen internet anschluss bei mir ist über kabel....
da in den von mir bewohnten altbau... die telefonleitung in so schlechten zustand sind das die dämpfung des für dsL signal überstelfon kabel schelcht ist das grade mal ne ne max 1mbit leitung grade mal ein stabiles signal zulässt....

mieter derart beformunden und zu einem anbieter zu zwingen um die eignene gewinne zu maximiern.... tritt jegliches mieterrecht mit füßen...

09.09.2012
13:38
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von AnetteP | #6

Die GWS dortmund hat ihre Mieter erst selbst via Satellit versorgt und jetzt bekommen die Mieter ihr TV von Dokom. Gefragt wurde da auch niemand.

aber die GWS ist ja nicht die Annington.

07.09.2012
10:24
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von Dr.Bluesky | #5

ja so ist das, die Annington hat den Kabelvertrag für alle Wohnungen gekündigt, ja selbst bei den WEG s und hier weht ein anderer Wind. Sollte Die annignton es duchziehen wir Sie sehen das Sie damit sich auf Glatteis bewegen hat welches ihr die Verwaltungsverträge zur sofortigen Kündigung offeriert. In dem Moment werden alle Eigentümer wohl eines Machen, den Verwaltervertrag kündigen, wegen Vorbemundung.

07.09.2012
10:22
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von barbarylane | #4

ich frage mich täglich aufs Neue, warum überhaupt irgendjemand bei dieser Deutschen Annington wohnt. Ein Umzug ist doch heutzutage schnell gemacht. Wenn alle Mieter ausziehen, wird die Firma das Ende nehmen, das sie verdient...

07.09.2012
08:13
Wahlfreiheit des Kabelnetzbetreibers in Mehrfamilienhäusern?
von public_enemy | #3

Wo gibt es die denn? Die gibt es faktisch nirgendwo.

Aber hier geht es um Interessen von Unitymedia und plötzlich gibts einen empörten Aufschrei.
Wenn gemeinnützige Wohnungsgesellschaften das so gehandhabt haben, habe ich bisher noch nie eine derartige Aufmerksamkeit in einer Publikation der WAZ-Gruppe feststellen können.

@1 Würden Sie Genossenschaften auch als Vermieterhai-Vereinigung(en) bezeichnen? Die treiben nämlich das gleiche Spielchen.
Und was den Gang zu Justitia angeht, den kann man sich schenken.
Welcher Kabelnetzbetreiber ins Haus kommt legt der Eigentümer fest. Und bei Telefon/Internet bleibt die Wahlfreiheit ja, es stehen Dutzende von Anbietern zur Verfügung - ausser man möchte mit Unitymedia telefonieren.

4 Antworten
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von baldinsoelde | #3-1

Korrekt, es steht dem Vermieter frei, durch den Mietvertrag festzulegen, dass ein bestimmtes Angebot eines Kabelunternehmens zu nutzen ist. Das muss dann im Mietvertrag stehen. Steht es dort nicht, wäre die nachträgliche Einfügung eine Änderungskündigung und dagegen gibt es Abwehrrechte.

Hinsichtlich des Telefon / Internet - Anbieters gibt es die Wahlfreiheit und nicht nur eine eingeschränkte Wahlfreiheit. Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DA hier einfach Unitymedia verbannen kann. Warten wir es ab.

@baldinsoelde | #3-1
von vaikl2 | #3-2

Auch der Unitymedia steht es vollkommen frei, ihre Internet-/Telefonie-Produkte über normale Telefonleitungen zu vertreiben, schließlich setzt sie ja auch im Mobil-Bereich auf bestehende Netze. Insofern überwiegt das Selektions-Recht des Vermieters den künstlichen Anspruch eines Kabelanbieters.

Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von bluppdidupp | #3-3

"Ich kann mir nicht vorstellen, dass die DA hier einfach Unitymedia verbannen kann"
Das dürfte insbesondere der Grund sein warum die Telekom da Kooperationspartner ist. In vielen Gebieten ist UM die einzigste Möglichkeit brauchbare Internetanschlüsse zu erhalten. Im "Inoffizielles Unitymedia Kabel BW-Forum" gibt es etliche Beiträge wo sich Annington-Mieter Luft machen weil sie anschließend mehr für weniger Leistung zahlen müssen. Die Wahlfreiheit des Telekommunikationsanbieters wird hier also ggf. eigentlich erheblich eingeschränkt, da man nur noch zwischen Pest und Cholera wählen kann.

Bei Sternverkabelung wäre Wahlfreiheit des Kabelanbieters technisch eigentlich ohne größere Probleme zu realisieren - Wenn der Vermieter im Sinne des Mieters handeln wollen würde und nicht die Provisionen des jeweiligen Kabelanbieters im Blick hätte bzw. in diesem Falle die zusätzlichen Einnahmen über die eigene Tochterfirma ;D.

Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von bluppdidupp | #3-4

Andererseits, wer weiß wie man selbst als Vermieter handeln würde ;D

07.09.2012
08:05
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von Bahnhofskind | #2

wer will schon bei der deutschen Annington wohnen?

07.09.2012
07:12
Deutsche Annington nimmt Mietern die Wahl beim TV-Anschluss
von Applebeach4Ever | #1

Ist doch sooo einfach: Eine Satellitengeminschaftsanlage auf´s Dach wo die Ausländischen Sender eingespeist werden - und schon können die Satwälder abgehölzt werden.

Anders sieht es bei einem bereits vorhandenem Kabelanbieter aus wo man auch - wie bei Unitymedia- einen Telefonanschluß hat..da werden die Mieter wohl Justitia bemühen müssen...und mit Sicherheit auch gegen die Deutsche Vermieterhai-Vereinigung gewinnen...

Stimmen Sie ab!

Dortmund bewirbt sich nicht als Austragungsort für die EM 2020 . Das finde ich...

 
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