Derby-Videos belegen hohe Gewaltbereitschaft unter Fans

Beim Revier-Derby BVB–Schalke im Signal-Iduna-Park musste die gegen gewaltbereite Fans beider Gruppen vorgehen.
Beim Revier-Derby BVB–Schalke im Signal-Iduna-Park musste die gegen gewaltbereite Fans beider Gruppen vorgehen.
Foto: Ralf Rottmann
Was wir bereits wissen
Trotz aller Kritik nach dem Derby im Oktober ist die Polizei vom Erfolg des Einsatzes überzeugt. Bei der Vorstellung des Maßnahmenkatalogs gegen Hooligan-Gewalt zeigte die Behörde anhand von Videos, die auch dem BVB übergeben wurden, nochmals die Gewaltbereitschaft der Ultras.

Dortmund.. Trotz aller Kritik nach dem Polizeieinsatz beim Derby „haben wir es geschafft, ein Aufeinandertreffen von gewaltbereiten Anhängern des BVB und von Schalke zu verhindern“, sagte der damalige Einsatzleiter der Polizei, der Leitende Polizeidirektor Dieter Keil. Die Polizei verdeutlichte anhand von Videomaterial, das auch dem BVB übergeben wurde, noch einmal wie gewaltbereit und gezielt die unterschiedlichen Ultra-Gruppierungen am 20. Oktober vorgegangen sind.

Man könne heutzutage bei der Gewaltbereitschaft einen solchen Einsatz nicht in Sommerhosen und T-Shirt abwickeln, auch wenn es sich bei den Gewaltbereiten um eine Minderheit handelt angesichts von über 80 000 Stadion-Besuchern. Kritik, die Polizei sei zu martialisch vorgegangen, wies Keil mit aller Deutlichkeit zurück. Regelmäßig seien Beamte von Schalker und BVB-Ultras massiv angegriffen worden, was auch die Bilder zeigten.

Aussagen von Schalker Ultras, sie seien nur konspirativ angereist, um zu verdeutlichen, dass man auf anderen Wegen sicher ins Stadion gelangen könne, mochte Keil nicht teilen. Die von den Schalker Ultras „Hugo“ ins Netz gestellten Videos mit Fangesängen wie „Wir kommen nachts und zerstören die Stadt“ oder „Hass und Tod dem BVB“ sprächen eine andere Sprache. Zudem hätten die Ultras blau-weiße Banner ins Stadion gebracht, als Schutz, hinter dem sie Pyrotechnik gezündet hätten. „Hier prüfen wir, ob das als passive Bewaffnung im Sinne des Versammlungsrechts zu werten ist“, führte Dieter Keil am Dienstag bei der Vorstellung des Maßnahmenkatalogs gegen Hooligan-Gewalt aus.

Videos beweisen Gewalt unter BVB- und Schalke-Fans

Das Videomaterial zeigte auch, dass während des Spiels Dortmunder Hooligans versucht haben, unter den Tribünen zu den Schalkern durchzubrechen. Dabei wurden Polizisten mit Würstchenständen, Kisten und Flaschen beworfen. Allein im Stadion habe die Polizei rund 150 Beamte im Einsatz gehabt.

Auch wenn man nicht dabei gewesen war, als vom Areal der Gaststätte „Flora“ Bänke und Tische auf die Einsatzkräfte geworfen worden waren, habe man 15 Strafanzeigen gegen 40 Beschuldigte gefertigt. Ein Dutzend Stadionverbote wurden gegen Straftäter ausgesprochen. Gleichwohl sei man nicht hundertprozentig zufrieden, so dass man sich neu aufstellen werde. Deshalb habe man den Maßnahmenkatalog nach Gesprächen mit BVB und Stadt auf den Weg gebracht.

Polizei will rechtsextreme Fußball-Szene im Auge halten

Man werde auch zukünftig die rechtsextreme Szene im Auge behalten. Aufgrund der Erkenntnisse der Polizei über die Szene gehe man davon aus, dass in den letzten Begegnungen keine Neonazis mehr auf der Südtribüne waren. Wenn es trotzdem Stimmen gebe, es sollten noch rund 50 sein, würden man sich über Informationen freuen. Man habe den BVB-Ordnungsdienst geschult, um ihn auf rechtsextreme Symbole aufmerksam zu machen.

„Wir werden weiter konsequent gegen Gewalttäter vorgehen und den Dialog mit den Fans suchen,“ erklärte Polizeipräsident Norbert Wesseler.