Derby-Boykotteure ziehen positives Fazit
20.09.2010 | 14:23 Uhr 2010-09-20T14:23:00+0200
Dortmund.Nicht nur sportlich war das Derby beim FC Schalke 04 ein Erfolg. Auch der Boykott wegen zu hoher Eintrittspreise sei sehr gut verlaufen, sagen zumindest die Organisatoren und ziehen ein positives Fazit ihrer Aktion, die nun auf ganz Deutschland ausgeweitet werden soll.
Die Wunschvorstellung der Derby-Boykotteure, die mit ihrem Fernbleiben gegen die hohen Eintrittspreise auf Schalke protestieren wollten, ist nicht ganz eingetroffen. „Man hat kein Beton gesehen“, sagt ein Augenzeuge, der in der Arena war. Das sieht auch Boykott-Sprecher Daniel Lörcher so: „Der Boykott war ein Erfolg. Im Gästeblock gab es große Lücken.“
Die waren allerdings nur für das geschulte Fan-Auge sichtbar. So blieben im Gästebereich etwa die Nottreppen frei, was bei ausverkaufen Derbys nicht der Fall ist. Auch hatten die Gäste-Fans in ihrem Block deutlich mehr Bewegungsfreiheit als sonst. Ein Fotograf berichtet zudem, dass im Sitzplatzbereich zahlreiche leere Sitzschalen zu sehen gewesen seien. „Und im Oberrang saßen viele Polizisten auf den freien Plätzen“, berichtet er.
Public Viewing abgesagt
Zu einem perfekten Boykott hätte noch das geplante Public Viewing im Stadion Rote Erde gefehlt. Das scheiterte aber an zu hohen Sicherheits-Auflagen. Die Stadt hatte aufgrund einer Empfehlung der Polizei 125 professionelle Ordner für das Public Viewing gefordert - nicht machbar für die Organisatoren.
Doch auch ohne gemeinschaftliches Derby-Erlebnis ist Lörcher zufrieden: „Das war genau richtig so.“ Jetzt gelte es, das Projekt „Kein Zwanni für nen Steher“ weiter voranzubringen. Die Organisatoren wollen jetzt verstärkt bei Fans anderer Vereine dafür werben, sich dem Protest anzuschließen.
18:51
super-aktion,die bundesweites medien fanecho fand.
jeder im stadion sah und hörte (auch die uge),daß da genau die fehlten,die jedes spiel zu einem erlebnis machen.
jetzt muß man dieses thema weiter voranbringen..weitere solidaritätsaktionen sind gefragt...die clubs können das anliegen nicht ignorieren,dazu sind medien und öffentlichkeit zu sensibel in deutschland.
superschade,daß nicht blaue und gelbe ZUSAMMEN was gemacht haben,die wirkung wäre noch größer gewesen.
im übrigen zeigen im modellversuch 5.liga auch die essener fans (wersestadion ahlen),daß massiver protest etwas ändern kann.
08:08
So verständlich die Boykott-Idee auch war, sie ist meiner Meinung nach gescheitert. Dafür war der Gästeblock doch einfach noch viel zu gut gefüllt. Nur weil man die Treppenaufgänge noch sehen konnte, wird das schon als Erfolg verkauft?
Normalerweise müssen die Treppen aus Sicherheitsgründen per se freigehalten werden.
Nebenbei, die Wolfsburger z.B. wären schon froh gewesen überhaupt mal so viele Auswärtsfans in unserer Arena zu sehen.