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Der richtige Ton zur richtigen Zeit

17.01.2013 | 19:08 Uhr
Der richtige Ton zur richtigen Zeit
Ulrich Peuser ist seit 40 Jahren Organist in der Schlosskirche in Bodelschwingh und feierte jetzt sein Jubiläum.Foto: Jörg Schimmel

Dortmund-Bodelschwingh.   Seit 40 Jahren spielt der Landschaftsarchitekt Ulrich Peuser nebenberuflich die Orgel der Schlosskirche.

Für einen seiner berühmten Kollegen ist der Beruf des Organisten ganz einfach gewesen: „Man muss immer nur zur richtigen Zeit den richtigen Ton treffen“, soll Johann Sebastian Bach gesagt haben. Dass er das kann, hat Hans-Ulrich Peuser vier Jahrzehnte lang bewiesen – als Organist in der Bodelschwingher Schlosskirche. Dort hat er jetzt, zusammen mit der evangelischen Noah-Kirchengemeinde, sein Jubiläum gefeiert.

„Nie hätte ich gedacht, dass es 40 Jahre werden würden“, freut sich der Jubilar. „Doch es ist schön, dass wir zusammen alt geworden sind.“ Pfarrer Dr. Albrecht Thiel lobt die Zusammenarbeit mit dem 60-Jährigen: „Er ist immer sehr eigenständig gewesen.“

Anerkennende Worte für den Jubilar

Sein Kollege Reinhard Hoch, früher Seelsorger in Deininghausen, findet ebenfalls anerkennende Worte: „Herr Peuser brauchte die Lieder für den sonntäglichen Gottesdienst nicht schon freitags“, erinnert er sich, „um darüber nachzudenken.“ Er hoffe, dass „das die Zusammenarbeit noch so zwei, drei Jahrzehnte“ weitergehe. Dabei kam Hans-Ulrich Peuser als damals 15-Jähriger eher zufällig zum Orgelspiel.

Seine große Liebe galt zunächst dem Klavier: Im Alter von acht Jahren nahm er Unterricht. Seine Mutter vertrat zu jener Zeit in mehreren Kirchen den Organisten. „Ich habe sie begleitet“, erzählt Peuser. Nach zweijährigem Kirchenmusik-Studium, das er neben seinem Hauptstudium der Landschaftspflege absolvierte und mit Examen abschloss, zog er erstmals 1973 alle Register der Schlosskirche – zunächst vertretungsweise. Für den damaligen Studenten ein guter Zuverdienst.

Bis heute faszinieren Peuser Volumen und Klangvielfalt einer Orgel : „Ich kann den Klang nach Belieben variieren und in mein Spiel herrliche Effekte einbauen.“ Als Organist liebt er die Abwechslung: Seine Übergänge zwischen den einzelnen Stücken seien legendär, berichten einige Gratulanten. Das gelte auch für seine Improvisationen. Soul- oder Reggae-Klänge motivieren die Gottesdienstbesucher oft zu rhythmischem Applaus. In Bodelschwingh ist das kein Problem. Wer das gleiche Musikstück dann woanders hört, dem zuckt es unweigerlich in den Händen.

Orgelspiel als Arbeitsausgleich

Im Hauptberuf arbeitet der Jubilar inzwischen in leitender Position als Landschaftsarchitekt ; das Orgelspiel sieht er als Ausgleich zum oft stressigen Job. „Das hat etwas Meditatives“, gesteht er und bekennt: „Manchmal schließe ich beim Spielen die Augen.“

Mit offenen Augen und viel Freude hat Hans-Ulrich Peuser all die vielen Glückwünsche zu seinem Berufsjubiläum entgegengenommen: Der Kirchenchor sang – und auch der Bläserchor, den der Kirchenmusiker leitet, brachte ihm ein Ständchen. Sein zweitältester Sohn Henning drückte ihm eine Torte in die Hand – hübsch verziert mit einem Porträtfoto zum Anbeißen.

Gefreut haben wird sich Peuser Senior auch über Präludien und Fugen des Organisten und Komponisten Dietrich Buxtehude (Ende 17. Jahrhundert): „Komm‘! Das probieren wir gleich ‘mal“, meint der Jubilar spontan.

Von Sebastian Schulte


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