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Finale 1989

Der Pott ist wieder im Pott

17.03.2008 | 22:08 Uhr
Der Pott ist wieder im Pott

Dortmund.Lang, lang ist’s her, dass der BVB zum bisher letzten Mal im Halbfinale um den DFB-Pokal stand. 1989 besiegten die Dortmunder in einem packenden Spiel den VfB Stuttgart und holten anschließend den Pott in den Pott.

Der Weg nach Berlin begann am 7. August 1988 im Westfalenstadion. In der ersten Runde erwarteten die Borussen die Mannschaft des Zweitligisten Eintracht Braunschweig. Die Niedersachsen wurden mit einem deutlichen 6:0 aus dem Stadion gespült. Vor mageren 13.000 Zuschauern erzielten Bernd Storck (2), Andreas Möller (2), Michael Zorc und Frank Mill die Tore. Noch weniger Zuschauer wohnten der Zweitrunden-Partie gegen den FC Homburg bei: Nur 8.000 Fans verirrten sich an Allerheiligen ins Stadion und sahen einen 2:1-Sieg durch Tore von Günter Breitzke und Michael Rummenigge.

Ticket zum Glück: Die Eintrittskarte für das Pokalfinale am 24. Juni 1989. Der BVB gewann 4:1 gegen Werder Bremen. Leserfoto, Jörg Ebeling

Im Achtelfinale wartete ein echter Knaller auf die Borussen. Der Weg nach Berlin führte den BVB ausgerechnet über Gelsenkirchen. Die Schalke spielten zwar in der Zweiten Liga, das tat dem Derby aber keinen Abbruch. Im Gegensatz zu vielen Duellen zwischen Schalke und Dortmund sollte es in diesem Achtelfinale sportlich richtig krachen. Die Partie stieg am 10. Dezember im Parkstadion. Eine Stunde lang blieb das Spiel torlos, bis die Dortmunder elf Minuten drei Tore schossen (Rummenigge, Dickel, Zorc). Es ging hin und her, die Borussen ließen einige sehr gute Chancen aus, auf 4:0 zu erhöhen. In der 83. Minute gelang den Schalkern durch Luginger das 1:3. In der 90. Minute zeigte Schiedsrichter Osmers auf den Punkt – Elfmeter für Schalke, Anderbrügge traf zum 2:3. Kurz darauf pfiff der Schiedsrichter ab, der BVB stand im Viertelfinale.

Viertelfinale gegen Karlsruhe

In der vierten Runde hatten die Borussen wieder ein Heimspiel, diesmal gegen den Liga-Konkurrenten Karlsruher SC. Am 29. März pilgerten 42.000 Fans bei sonnigem Wetter ins Westfalenstadion. Das Tor des Tages erzielte Michael Zorc bereits in der 29. Minute per Foulelfmeter. Nach dem Spiel echauffierte sich KSC-Trainer Winnie Schäfer über Schiedsrichter Dellwing. Der, so Schäfer, habe sich von der Atmosphäre im Westfalenstadion beeinflussen lassen und den „typischen Dortmund-Elfmeter“ gepfiffen. In der Tat war die Stimmung aufgeheizt – der Elfmeter war trotzdem berechtigt.

Das Losglück des BVB sollte auch im Halbfinale seine Fortsetzung finden: Wieder bekamen die Dortmunder ein Heimspiel. Allerdings war der Gegner kein geringerer als der VfB Stuttgart mit Jürgen Klinsmann und Ex-BVB-Keeper Eike Immel. Die Stuttgarter reisten am 9. Mai 1989 mit einem grandiosen Hinspiel im UEFA-Cup-Finale gegen Diego Maradonas SSC Neapel im Gepäck nach Westfalen. Die Schwaben hatten in Neapel zwar mit 2:1 verloren, hielten aber hervorragend mit und wurden vom Schiedsrichter krass benachteiligt. So hatte Maradona den Ball beim 1:1 abermals mit der „Hand Gottes“ gespielt, und der entscheidende Elfmeter zum 2:1 war ebenfalls mehr als fragwürdig. Mit dem Frust aus Neapel traten die Schwaben im Hexenkessel Westfalenstadion an. 50.000 Fans – abzüglich der mitgereisten Stuttgarter – unterstützen ihre Mannschaft von Beginn an. Schon in der 29. Minute fand die Partie ihren ersten Höhepunkt: Michael Zorc zog aus etwa 18 Metern in halbrechter Position ab und traf zum 1:0.

Pokal-Fight im Halbfinale gegen Stuttgart

Es entwickelte sich ein echter Pokal-Fight. Die Stuttgarter griffen beherzt an, das Spiel wogte hin und her. Ausgerechnet in dieser hochklassigen Partie wurde ein neuer Star geboren: Aus Personalnot musste der 20-jährige Verteidiger Robert Nikolic Stürmerstar Jürgen Klinsmann an die Leine nehmen. Der junge Abwehrspieler meldete Klinsmann eindrucksvoll ab, was den Schwaben mit zunehmender Spieldauer immer giftiger werden ließ. Klinsmann ließ sich zu nickeligen Tritten verleiten; dass er von einem Amateur aus dem Spiel genommen wurde, schmeckte ihm überhaupt nicht. Für reichlich Diskussionsstoff sorgte Dortmunds Treffer zum 2:0. Die Borussen spielten nun auf die Südtribüne, die ihre Mannschaft geschlossen und frenetisch anfeuerte. In der 59. Minute war es soweit: Frank Mill traf per Kopf zum 2:0. Die Stuttgarter bestürmten sofort Schieds- und Linienrichter, protestierten, schimpften. Eike Immel diskutierte an der Seitenlinie mit dem Linienrichter und legte sich anschließend noch mit einem Fan an, dem er durch den Zaun mit einem Finger ins Gesicht stach. Was passiert war, offenbarten erst die Fernsehbilder. Mill hatte vor dem Treffer seinen Gegenspieler mit beiden Händen weggeschubst und kam nur darum zum Kopfball. Die Stuttgarter sahen sich wieder betrogen, Erinnerungen an Neapel kamen hoch.

Die Schwaben wurden noch galliger und drängten auf den Anschlusstreffer. Das Westfalenstadion entwickelte einmal mehr seine einmalige Mischung aus Aggressivität und unermüdlicher Anfeuerung. Klinsmann wandelte am Rande eines Platzverweises, Rot sahen jedoch andere: Maurizio Gaudino und Günther Schäfer sowie der Dortmunder Thomas Kroth mussten frühzeitig unter die Dusche. Am Ende gewann der BVB verdient mit 2:0 und stand zum ersten Mal seit 1965 im Pokalfinale. Der Gegner in Berlin: der SV Werder Bremen.

Olympiastadion fest in Dortmunder Hand

„40.000 fahren nach Berlin“ sangen die BVB-Fans. Und tatsächlich wälzte sich eine schwarz-gelbe Blechlawine den Weg über die Transitstrecke nach Berlin. Das Berliner Olympiastadion war fest in Dortmunder Hand. Schiedsrichter Karl-Heinz Tritschler leitete bei herrlichem Sommerwetter am 24. Juni 1989 ein denkwürdiges Pokalfinale. Die international erfahrenen Bremer mit Stars wie Frank Neubarth, Rune Bratseth und natürlich Kalle Riedle gingen als klarer Favorit ins Endspiel. Erwartungsgemäß erzielte Riedle nach schöner Vorarbeit von Thomas Schaaf in der 15. Minute die Führung für die Hanseaten. Doch nur sieben Minuten später konnten die Dortmunder ausgleichen. Norbert Dickel schloss einen Flankenlauf von Frank Mill mit einem wuchtigen Schuss aus kurzer Distanz unhaltbar für Olli Reck ab. Die Borussen überließen den Bremern die Initiative und hatten mit Teddy de Beer einen gut aufgelegten Keeper im Kasten. Das Remis hatte bis zur Pause Bestand.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Spiel: Bremen greift an, Dortmund kontert. In der 58. Minute ist es dann wieder soweit: Einwurf für den BVB in Höhe des Bremer Strafraums. Über eine wunderschöne Ballstafette fliegt das Leder in hohem Bogen Richtung Elfmeterpunkt. Dort lauert Frank Mill, der mit einer Kopfball-Bogenlampe über Reck hinweg auf 2:1 erhöht.

Dickel als Doppel-Torschütze

Die Bremer greifen noch beherzter an, doch die Dortmunder Abwehr hält. In der 71. Minute macht sich Mill auf den Weg, einen dieser gefährlichen Konter zu fahren. Ein Sprint mit Ball Richtung Strafraum, ein Dribbling. Mill will flanken, fällt, rappelt sich wieder auf und schafft es irgendwie doch noch, den Ball hoch ans Strafraumeck zu flanken. Dort lauert Norbert Dickel, der nicht lange fackelt und den Ball volley mit Vollspann unhaltbar für Reck ins Tor drischt. Dickel war erst kurz vor dem Finale nach langer Knieverletzung wieder einsatzbereit. Nun hatte der Stürmer zwei Tore erzielt.

Eigentlich wollte BVB-Trainer Horst Köppel Dickel schon ausgewechselt haben, als der sein Traumtor zum 3:1 schoss. Die Auswechselung folgt nach dem Treffer, es kommt Michael Lusch. Der ist kaum auf dem Rasen, da fliegt der Ball wieder lang aus der Dortmunder Abwehr auf den rechten Flügel – zu Lusch. Der legt sich das Leder noch einmal vor und schießt aus halbrechter Position ins lange Eck zum 4:1 ein. Der BVB ist Pokalsieger.

100 Dinge, die Sie über den BVB wissen sollten

 

(Wir danken den Lesern J. Scheffler und Jörg Ebeling für die Fotos)

Stefan Reinke

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Kommentare
16.03.2008
18:36
Der Pott ist wieder im Pott
von Rükülekü | #2

Die Chance ist nun da, auf jeden FAll im Europapokal zu spielen in der nächsten Saison. Vielleicht holt ihr sogar den Pott, ich denke es gibt ein Finale BVB gegen Bayern M....und dann ist alles drinn....auf gehts,Jungs...

14.03.2008
16:56
Der Pott ist wieder im Pott
von b.batze | #1

das ende gegen jena!!! ha ha ha

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