Der neue Dortmund-Tatort wird richtig ungemütlich

Wer sich heute den "Tatort" aus Dortmund im Ersten um 20.15 Uhr anschaut, für den kann es besonders als Dortmunder auch in der kuscheligsten Sofa-Ecke ungemütlich werden. "Hydra" heißt der fünfte Fall des vierköpfigen Ermittlerteams - und der ist hart. Hart an der Realität. Und erschütternd aktuell. Es geht um die Nazi-Szene in Dorstfeld.

Dortmund.. Aufmerksamen Lesern unserer Zeitung und unseres Internetportals wird manches bekannt vorkommen, auch wenn die Geschichte um den Tod eines führenden Dortmunder Neonazis erfunden ist. Ausgerechnet der Bruder von Nachwuchs-Kommissar Daniel Kossik (Stefan Konarske) gehört zum harten Kern der rechtsextremen Gruppierung "Nationale Soziale".

Das wird schwierig für den Ermittler. Gemeinsam mit Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann) und den Kollegen Martina Bönisch (Anna Schudt) und Nora Dalay (Aylin Tezel) sucht er den Mörder von Obernazi Kai Fischer.

Tatort aus Düster-Dortmund

Hart wird es in diesem Tatort aus Düster-Dortmund auch für das Ermittler-Küken Nora Dalay. Ihr als Deutsch-Türkin wird von den Nazis übel mitgespielt. Sie wird nachts vor ihrem Haus verprügelt, bekommt ein schwarzes Hakenkreuz auf den Bauch gesprüht. Aufwühlend ist das Spiel von Aylin Tezel, ihre Angst, ihre Wut und ihr Ekel erschreckend überzeugend.Derweil gibt es immer wieder neue Verdächtige für den Mord an Fischer, angefangen von einem Kader-Vize und der Leiterin einer Beratungsstelle gegen rechte Gewalt, die Deutsch-Israelin ist, über einen Glatzkopf der Skinheadfront Dorstfeld, die mit den "Nationalen Sozialen" konkurriert, bis zu einem möglichen Verräter in den eigenen Reihen der Polizei.

Spannungen im Team

Und wäre das alles noch nicht deprimierend genug, gibt es auch wieder Spannungen im Ermittlerteam. Faber mit seinen Psychosen - dieses Mal lässt er kein Waschbecken und kein Auto zu Bruch gehen - scheint noch die geringsten Probleme von allen zu haben, auch wenn er verbal ein Kotzbrocken bleibt.

Es lohnt sich, diesen Dortmund-Tatort zu sehen. Es gibt in den Dialogen auch wieder ein bisschen befreienden Humor, aber man muss wissen, dass man danach nicht fröhlich in die Sonntagnacht geht.