Der Mut wächst mit jedem bisschen Funken Energie
06.05.2008 | 19:00 Uhr 2008-05-06T19:00:00+0200Edelgard Klasing sieht gut aus, hat ein lebendiges Gesicht und lacht viel. Genau das ist ihr Problem. Dass sie schwer krank ist, ist weder auf den ersten noch auf den zweiten Blick zu erkennen. ...
... Seit 15 Jahren leidet sie am Chronischen Erschöpfungssyndrom (CFS), eine Krankheit, die ihr ganzes Leben umgekrempelt hat. Verheiratet, zwei Kinder, das Dritte im Anmarsch, einen Job beim Finanzamt, und in der Freizeit Schwimmen gehen. Der Alltag von Edelgard Klasing hätte normaler kaum sein können. "Ich war gern aktiv", sagt die 49-Jährige.
Doch damit war 1993 plötzlich Schluss. Monatelang quälten sie Muskel- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten und eine unerklärliche Schlappheit. Kein Arzt in ihrer Nähe konnte sich einen Reim darauf machen. Erst ein Buch mit dem Titel "Ich fühle mich krank und weiß nicht warum" brachte sie auf die Spur. "Die Symptome passten. Ich hatte das Chronische Erschöpfungssyndrom", sagt Edelgard Klasing. Ein Arzt in Wiesbaden bestätigte ihre Selbstdiagnose. Es folgte eine Therapie mit Cortison, Vitaminen und Sauerstoff - und am Ende des Jahres war sie wieder auf den Beinen, fühlte sich fit.
Nach der Geburt ihres jüngsten Kindes, 1994, brach ein Jahr später das Pfeiffersche Drüsenfieber aus und holte sie zurück in den kraftlosen Zustand von 1993. Jetzt ergriff das CFS immer mehr Besitz von ihrem Körper. Mittlerweile leidet sie unter Asthma, einer Herzmuskelschwäche, dem Parkinsonsyndrom und Rheuma. Hinzu kommen Konzentrationsschwierigkeiten. "Häufig suche ich beim Reden ewig nach dem passenden Wort."
Sie erinnert sich an ihre härteste Zeit, die auch für die Familie zu einer großen Belastungsprobe wurde. "Bis 2000 war ein selbstständiger Alltag unmöglich." Eine Haushaltshilfe musste eingestellt werden, ihr Ehemann Gerd übernahm die Erziehung und Versorgung der Kinder nach der Arbeit, opferte seinen Urlaub, um seine nun frühpensionierte und bettlägerige Frau zu pflegen. Freunde und Verwandte wandten sich ab: "Das Problem bei der Krankheit ist, dass man nicht ernst genommen wird, wenn man nicht krank aussieht." CFS ist nur als psychische Krankheit anerkannt, nicht als organische. "Für viele hieß es nur, dass ich zu faul zum Arbeiten sei", sagt Edelgard Klasing.
Sieben Jahre lang kämpfte sie mit Krankenkassen um finanzielle Unterstützung. Bis dahin war das gesamte Vermögen der Familie aufgebraucht. Sie fuhr zu Ärzten und Heilpraktikern quer durch Deutschland und unternahm weitere Therapien - mit Erfolg. Ihr Mut wuchs mit jedem Funken Energie, der in ihren Körper zurückströmte.
Die gibt sie jetzt zurück, an die Menschen, die das Gleiche durchstehen wie sie. Einmal im Monat trifft sich die Selbsthilfe-Gruppe Dortmund, deren Vorsitzende Edelgard Klasing ist. Oft einfach nur, um mit jemandem zu reden, der versteht, was man selbst bewältigen muss. Außerdem kümmert sie sich als stellvertretende Bundesvorsitzende des Vereins Fatigatio e.V. bundesweit um Menschen, die unter CFS leiden. Etwa 300 000. Sie erstellt die Vereinszeitschrift, stellt Kontakt zu Ärzten und ins Ausland her. Pausen muss Edelgard Klasing immer wieder einlegen, denn die Krankheit ist nicht weg, sie hat nur gelernt, mit ihr zu leben.
Thema in der nächsten Folge: Hose runter - von der Lust eines Exhibitionisten sich zu zeigen und den rechtlichen Konsequenzen.
18:44
Ich war auch ein dreiviertel Jahr lang an CFS erkrankt, ,was sich gottseidank bei einer Schwangerschaft deutlich verbesert hat. Weder Ärzte noch meine Arbeitskollegen haben mich ernst genommen. Ich hätte wohl zuviel gefeiert, wolle mich vor der Arbeit drücken usw. Ich habe mich dann von einem Spezialsiten untersuchen lassen, für den ich die Untersuchung selber bezahlen musste. Die Fahrt dorthin hätte ich fast nicht mehr geschafft.. Die Ignoranz meiner Umwelt und der Ärzte, die mir kein bisschen geholfen haben, waren fast noch das Schlimmste.
18:32
Das ist jämmerlich! Ein bissi wehklagen, ein kleiner Plausch beim Kaffee und am Ende ein kleines Ach geseufzt. Dieser Artikel macht ob seiner Banalität depressiv, zumal er das Gesamtwerk von Fatigatio anlässlich des CFS Aktionstages ist.
Multiple Sklerose war einst auch ein psychische Erkrankung, vor allem von vermeintlich frigiden Frauen. Wer nicht in jede gesellschaftliche Norm passte, wurde schnell mal lobothomiert. Und wer heute das Pech eines inkompetenten Immunsystems hat und sich eine chronische Infektion ausfasst, der wird als geisteskrank abgestempelt. Entgegen der Richtlinien der WHO, entgegen besseres Wissen und entgegen so ziemlich aller Menschenrechte.
Das ist ein Skandal, kein Kaffeeplausch!
05:57
Leider erfährt der Leser nichts über die Krankheit, an der diese Frau angeblich leidet!
Die Selbstbeschreibung der Frau K deutet aber sowieso darauf hin, dass sich hier jemand eine passende (?) Diagnose selbst gestellt hat. Die Krankheiten, die im weiteren genannt werden, schließen definitiv aus, dass die Dame am Erschöpfungssyndrom leidet.
Schade, dass sich der Verfasser offenbar nicht wirklich informiert hat, sondern einfach glaubt, was ihm erzählt wird. Ein Armutszeugnis!