Der lange Anlauf zum Dortberg-Hotel

Ein Hotel im Dortberg-Haus an der Katharinenstraße - die Idee ist schon zwölf Jahre alt. Jetzt soll sie mit einem neuen Investor und neuen Plänen endlich in die Tat umgesetzt werden. Der Rat entscheidet über den Verkauf des Hauses am 25. Juni. Wir zeichnen die Geschichte der Umbaupläne nach.

Dortmund.. 2003

Ein Dortmunder Projektentwickler schmiedet erstmals Pläne für ein Hotel im Dortberg-Haus, das zu diesem Zeitpunkt noch Sitz des Planungs- und Bauordnungsamtes ist. Für bis zu 25 Millionen Euro soll aus dem denkmalgeschützten 30er-Jahre-Gebäude ein Vier-Sterne-Hotel werden. Die Eröffnung ist für Ende 2005 geplant - rechtzeitig vor der Fußball-WM 2006 in Dortmund.

2004

Am 23. April wird der Verkauf an den Dortmunder Projektentwickler Schepp perfekt gemacht. Im Juli ziehen die städtischen Mitarbeiter mit Sack und Pack aus und an den Burgwall um. Am 8. August wird der Schlüssel für das Gebäude übergeben. Ende 2004, so wird verkündet, soll der Umbau zum Hotel beginnen.

2005

Bis 2006 wird es wohl nichts mehr mit der Hotel-Eröffnung, muss der Projektentwickler einräumen. Doch er hält im April 2005 immerhin schon einen Bauvorbescheid in der Hand. Im Sommer wird verkündet, dass das Dortberg-Haus ein Sheraton-Hotel werden soll. Im Herbst wird über Wellness als Schwerpunkt für das Hotel nachgedacht.

2006

Im September 2006 wird ein Antrag auf den Abriss einzelner Gebäudeteile gestellt. Anfang 2007 soll der Umbau starten, wird verkündet. Im Sommer 2008 soll Eröffnung gefeiert werden.

2007

Im August 2007 wird sogar der Bauantrag gestellt. In die Investorengruppe ist mit der Firma KPE ein neuer Beteiligter eingestiegen. Und auch der Hotelbetreiber hat gewechselt. Jetzt soll es die Interconti-Gruppe mit einem Holiday-Inn-City-Center-Hotel werden. Ziel für die Eröffnung des 195-Betten-Hauses ist Anfang 2009.

2009

War wohl nichts. Im Oktober 2009 wird bekannt, dass die Firma KPE nun die alleinige Verantwortung für das Objekt übernommen hat. Ein neuer Bauantrag wird gestellt, denn die Pläne wurden abgespeckt. Statt 195 sollen es nun nur noch 156 Betten werden. Im Herbst 2010 könnte Eröffnung gefeiert werden.

2010

Im Oktober 2010 reift die Erkenntnis, das auch der zuletzt genannte Eröffnungstermin platzt. Denn der Umbau hat noch nicht einmal begonnen. Die Finanz- und Wirtschaftskrise behindert die Finanzierung der Hotelpläne, heißt es.

2011

Immer noch Finanzierungsprobleme. Die Stadt stellt KPE eine Frist bis März 2012. Ansonsten soll der Verkauf rückgängig gemacht werden.

2012

Trotz zahlreicher Gespräche kommt die Entwicklung des Dortberg-Hauses weiter nicht voran. Die Stadt zieht endgültig die Notbremse und verhandelt mit KPE nun über die Rückabwicklung des Kaufvertrags.

2013

Die Stadt ist wieder Eigentümerin des Dortberg-Hauses. Die Rückabwicklung des Kaufvertrages gelang ohne die befürchteten juristischen Auseinandersetzungen.

2014

Die Stadt startet im Sommer ein neues Interessenbekundungs-Verfahren. Die Nutzung für das Gebäude wird offen gelassen. 24 Bewerber interessieren sich für die Unterlagen, neun geben später Angebote ab.

2015

Nach Gesprächen bleiben drei Bieter übrig, die mehr als 3 Millionen Euro für das Dortberg-Haus bieten. Den besten Preis bietet die B+L-Gruppe aus Hamburg, die nun den Zuschlag bekommen soll. Die Hamburger Entwickler, die vor einigen Jahren auch einen Neubau an Stelle des alten Quelle-Hauses am Westenhellweg realisiert haben, setzen auf eine klassische Hotelnutzung. Vorgesehen ist ein 3-Sterne-Plus-Hotel mit 180 Betten. Jetzt hat der Rat das Wort.

P.S.

Damit sich so eine fast unendliche Planungsgeschichte nicht wiederholt, soll im Kaufvertrag eine Bauverpflichtung mit Terminsetzung fixiert werden.