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OB-Kandidaten-Debatte

Der Kampf um die Bildung

24.02.2010 | 18:55 Uhr
Der Kampf um die Bildung

Mitmischen für gute Bildung war das Motto einer OB-Kandidaten-Talkrunde am Dienstag. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hatten die Kandidaten eingeladen. Ullrich Sierau (SPD), Mario Krüger (Grüne) und Helmut Manz (Linke) waren erschienen.

Joachim Pohlmann (CDU), hatte einen anderen Termin, wie Jutta Reiter vom DGB mitteilte. Folglich fehlte zwar ein politisches Gegengewicht, dennoch zeichneten sich nicht nur Gemeinsamkeiten ab.

Dortmund im Vergleich: Das Messen mit anderen (Ruhrgebiets-) Städten wird differenziert betrachtet. Manz formuliert: „Die Bildung in Dortmund wird nicht dadurch besser, dass sie in Essen noch schlechter ist.” Ullrich Sierau greift die „ausdifferenzierte” Schullandschaft Dortmunds als Standortfaktor auf. Er sehe dies auch im Zusammenspiel mit Kultur, Sport und entsprechenden Angeboten der Wirtschaft. „Wir müssen als Stadtgesellschaft um jeden einzelnen jungen Menschen kämpfen”. Krüger möchte auch die Betreuung von unter Dreijährigen ausbauen. Er spricht von einer angestrebten 35 Prozent-Betreuungsquote.

Info
"Brauchen diese Unterstützung"

Die Verband Bildung und Erziehung nimmt wie folgt zum Thema der möglichen Kündigungen von 33 Schulsozialarbeitern Stellung:

„Insbesondere Schulen in einem schwierigen sozialen Umfeld brauchen diese Unterstützung dringend", so der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann. „Schulsozialarbeiter leisten im Bereich der Gewaltprävention oder bezüglich des Übergangs von der Schule in den Beruf eine Menge."

In vielen Kommunen basiert die Schulsozialarbeit auf einem komplementär finanzierten Modell. Das bedeutet, dass das Land immer dann einen zusätzlichen Schulsozialarbeiter einstellt und bezahlt, wenn die Kommune einen bezahlt. Fraglich ist nun, ob das Land seine zur Verfügung gestellten Stellen weiter finanzieren wird, wenn die Kommune die von ihr finanzierten Stellen streicht. „Das darf nicht passieren”, so Udo Beckmann.

Gemeinsames Lernen: Krüger fordert „eine Schule für alle” bis zum zehnten Schuljahr. Manz sieht es in Bezug auf Hauptschulen gar als strukturelle Gewalt an, „Menschen so auszusortieren”. Dies sei eine Verletzung von Menschenrechten. Außerdem gebe es „bestimmte Schulen, die wollen wir nicht, zum Beispiel Privatgymnasien”. Sierau meinte nur knapp, man müsse „bei der Landtagswahl seine Kreuze an der richtigen Stelle machen.” Überhaupt entpuppte sich in der Diskussion die Trennung von Kommunal- und Landespolitik als schwierig.

Finanzierung: Sierau betont die Unterfinanzierung der Stadt. Man habe Arnsberg mitgeteilt, man würde gerne 50 Mio. Euro in Bildung investieren. Außerdem wies er mehrfach auf die Prioritätenliste der Schulen in Bezug auf wichtige Investitionen hin. Zur Erhöhung der Transparenz und Mitbestimmung durch Lehrer und Betroffene sprach er sich für einen runden Tisch aus. Die vorhandenen Mittel müssten sinnvoll eingesetzt werden, findet auch Krüger. Allerdings möchte er „weiterhin zur Verfügung stellen, was wir in den vergangenen Jahren gemacht haben” – etwa die Schulsozialarbeit. Die sei schließlich nie gegenfinanziert gewesen. Das Geld stammte aus nunmehr gestrichenen Mitteln für Brandschutzmaßnahmen. Manz verwies indes auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts zu den Hartz IV-Leistungen. Er wolle Druck von unten machen, führte auch eine Erhöhung der Gewerbesteuer ins Feld.

Bildungsstreik: Manz: „Jeder, der daran teilnimmt, kriegt von mir persönlich eine Entschuldigung unterschrieben.” Krüger lobte die gute Vernetzung der Streikenden.

Anja Frenzel

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Kommentare
26.02.2010
14:04
Der Kampf um die Bildung
von Bürgervotum | #9

Nicht die DEW hat eingeladen, sondern die GEW, die Bildungsgewerkschaft in Dortmund. Und keine Funktionäre, sondern interessierte Bürger waren eingeladen. Vielleicht sollte man erst lesen lernen, bevor man zu unqualifizierten Kommentaren greift. Vielleicht früher die falsche Schule besucht...???
Man kann nur hoffen, dass solche uninteressierten Politiker, wie Herr Pohlmann, schnell wieder an ihre Arbeitsstelle zurückkehren, statt 60 interessierte Dortmunder Bürger bei einer so wichtigen Bildungsdiskussion dermaßen zu ignorieren.
SO kann die CDU bestimmt keine Stimmen gewinnen. Weiter so Herr Pohlmann!... am 9.Mai wird das Kreuz entscheiden!!!

25.02.2010
17:38
Der Kampf um die Bildung
von Horst Wenzel | #8

@ Dr.Thor: das ist doch unsinn. Rot-Grün hat kein Haushaltsloch gemacht, sondern Land und Bund lassen uns Dortmunder, wie alle anderen Städte im Regen stehen. Die Kommunen haben mehr Pflichtaufgaben bekommen und kriegen weniger Geld zugewiesen. Bei wirtschaftsbedingten wegbrechendenden Gewerbesteuereinnahmen kann da in einer Stadt regieren wer will. Rot-Grün hat ein riesen Schulsanierungsprogramm gestartet, die Schulstarterpakete beschlossen und immer wieder Mittagessen an Schulen subventioniert. Man kann jetzt viel Schimpfen, aber doch bitte nicht darüber, dass solche Investionen für Kinder nicht sinnvoll seien. Also Sätze, wie Rot-Grün hat den Haushalt ruiniert zeugen entweder von Unwissenheit, von blankem Populismus oder von beidem.

Die meisten vorgeschriebenen Brandschutz-maßnahmen waren der größte Dreck. Fragen Sie mal Lehrer oder Schüler in Dortmund. Da mussten einfache Mülleimer durch total überteuerte (300€/Stk.) ausgetauscht werden oder Türen umgebaut, Fenster rausgerissen, Flucht-Gerüste vor Schulen gebaut, Räume geschlossen werden usw. Vieles war davon großer brürokratischer Unsinn. Da hätte man das Geld sinnvoller in den Schulen investieren können, als für einen juristisch standfesten Brandschutz, der real nichts sicherer gemacht hat, auszugeben.

25.02.2010
17:29
Der Kampf um die Bildung
von Horst Wenzel | #7

@ Nr.: 5 (das haben sie letzes mal schon. das wissen wir beide) ;-)

@ Nr.: 4: Was zum Teufel ist die DEW? Dortmuder Engerie und Wasser? Das städtische Unternehmen passt nicht so ganz in die Gruppe der Linken-Funktionärs-Socken in Dortmund. Der Deutsche Gewerkschafts Bund ist eine der wichtigsten und demokratischsten Organisationen in Deutschland, vlt. versteht das auch irgendwann die CDU.

25.02.2010
17:00
Blockierter Kommentar.
von Dr.Thor | #6

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

25.02.2010
12:55
Der Kampf um die Bildung
von Klaus-Dieter_Araf | #5

ich wähle diesmal Pohlmann

25.02.2010
11:45
Der Kampf um die Bildung
von Moralo | #4

DGB, DEW, SPD, Grüne und Linke. Das ist der linke Einheitssoße in Dortmund. Da muss kein Pohlmann hin, denn dort kan er nichts gewinnen, weil die sich gegenseitig die ... schaukeln. Pohlmann redet in der Zwischenzeit mit den Bürgern, denn die sollen ihn wählen, nicht DGB- oder DEW-Funktionäre.

25.02.2010
07:23
Der Kampf um die Bildung
von zuiopw | #3

Als Sportler sehe ich jede Woche die Sporthallen der Umgebung. Ja, unsere Schulen und Sporthallen sind im Vergleich zum Umland unterirdisch ausgestattet und sie sind häufig durch Vandalismus geschädigt.

Nur das Umland liegt auch in NRW. Insbesondere in den ländlicheren Gebieten gibt es eine viel höhere Bereitschaft bzw. Pflicht, sich für Veranstaltungen zu engagieren.

Das Engagement ist in einer anonymen STadt sicherlich reduziert. Hier gilt es, die Beteiligten (Eltern, Sportvereine) zu motivieren. Die eine oder andere Bestimmung muss hierfür sicherlich von den Ämtern auch lockerer ausgelegt werden.

Die Qualität der Lehre hing in meiner Schluzeit hauptsächlich von den Lehrern und den Eltern ab. Die finanzielle Ausstattung war nebensächlich.

Was wurde bisher bei der Schulsozialarbeit geleistet? Als ich zur Schule ging gab es so etwas nicht und das ist auch erst 20 Jahre her. Hier geht es aus meiner Sicht auch darum, Stellen zu schaffen, deren Nutzen interpretierbar ist.

Wieder einer der vielen Wir wollen, aber wir können ja nicht-Artikel.

25.02.2010
03:47
Der Kampf um die Bildung
von Horst Wenzel | #2

@#1: Daccord. ;-)

Die Landtagswahl wird ausschlaggebend dafür sein, wie sich der Schulstandort Dortmund entwickelt. Das war ja offensichtlich auch Ergebnis der Diskussion. Die neue Landesregierung, nach dem 9. Mai, muss sich den strukturellen Problemen des Bildungssystems stellen und für reale Chancengleichheit sorgen. Es kann nicht sein, dass man, wie CDU und FDP es machen, die Kommunen im Regen stehen lässt. Es gibt viele kommunalpolitische Akteure, quer durch alle Parteien, Ulli Sierau gehört sicherlich dazu, die sich für Verbesserungen der Dortmunder Bildungslandschaft regelrecht den Arsch auf reißen. Doch ohne das vom Land benötigte Geld fehlt uns Dortmundern immer mehr jeglicher Handlungsspielraum.

Wir brauchen Schulsozialarbeiter, dass kann die Kommune ohne das Geld vom Land aber nicht stemmen. Gleicher Punkt beim Ausbau der Ganztagsbetreuung, das Land hat diesen Schritt angestoßen aber einen Großteil der Kosten auf den Schulträger abgewälzt. Bei der Finanzierung von Mittagessen lässt die Rüttgers-Regierung viele bemühte Schulleitungen mit einem Minimal-Fond alleine. Das sind wichtige Landesaufgaben, die Zukunftsinvestionen sind und vor denen eine Landesregierung nicht weglaufen darf.

24.02.2010
20:51
Der Kampf um die Bildung
von Aiche | #1

Pohlmann hatte einen anderen Termin ?

Pohlmann hatte Angst sich ein weiteres mal zu blamieren.

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