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Jahresrückblick VII

Der große Streit um den Flughafen

06.01.2010 | 10:00 Uhr
Der große Streit um den Flughafen

Dortmund. Wird der Dortmunder Flughafen ausgebaut? Dürfen die Flieger um 23.30 Uhr noch starten und landen? Wie groß ist das Defizit? Und vor allem: Was wollen SPD und CDU für den regionalen Airport? Eine Zusammenfassung des vergangenen Flughafen-Jahres.

Der Flughafen durchlebt ein schwieriges Jahr 2009: Die Passagierzahlen sacken von 2,3 auf 1,7 Millionen – das Defizit klettert auf satte 25 Millionen Euro. Airport-Chef Markus Bunk lässt Ausbau-Szenarien entwerfen, die die Politiker in Atem halten – eine Entscheidung aber fällt nicht.

Das will die SPD:

Die SPD, uneins über den Flughafen-Ausbau, verständigt sich bei einem Parteitag auf den komplizierten Vorschlag ihres OB-Kandidaten Sierau: Startbahnverlängerung von 2000 auf 2300 Meter plus eine halbe Stunde längere Betriebszeiten von 22 bis 22.30 Uhr. Eine weitere halbe Stunde (bis 23 Uhr) bleibt für verspätet eintreffende Flieger reserviert. Für in Dortmund stationierte Airlines gibt’s ein Bonbon obendrauf: Diesen Gesellschaften soll erlaubt werden, ihre Maschinen von 6 bis 23 Uhr starten und landen zu lassen – bei Verspätungen auch bis 23.30 Uhr.

Das will die CDU:

Damit gehen die Genossen weiter als die CDU, in deren Reihen der Ausbau nicht minder umkämpft ist. Eine Startbahnverlängerung kommt für die CDU (vorerst) nicht infrage. Zum Entsetzen der Ausbaugegner sehen die Christdemokraten Spielraum bei den Betriebszeiten, die sie generell auf 23 Uhr ausdehnen möchten – plus eine halbstündige Karenz für Starts und Landungen.

Und das macht der Flughafen:

Flughafen-Geschäftsführer Markus Bunk.

Der Flughafen-Chef glaubt an einen Teilerfolg, bringt erste Gutachten auf den Weg – und muss sich dennoch gedulden: Längst ist der Plan dahin, dem Rat Anfang 2010 eine Entscheidung abzuverlangen – das Hickhack um die Wahlwiederholung bringt den Zeitplan aus den Fugen. Und: Noch immer wartet man auf ein Wort der EU-Kommission, die prüft, ob der Airport gegen Wettbewerbsrecht verstößt, weil er Airlines subventioniert und den Verlustausgleich den Stadtwerken aufbürdet.

Gregor Beushausen

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Kommentare
21.01.2010
14:47
Der große Streit um den Flughafen
von HansDampf | #46

Spätestens durch die neue strategische Ausrichtung von Eurowings müsste jedem klar sein, dass das Fliegen mit kleinen Maschinen mittel- und langfristig unwirtschaftlich sein wird. Für größere Maschinen sind kleinere Flughäfen wie Dortmund ungeeignet.
Der Grund für die strategische Neuausrichtung liegt also weniger in der vielbescholtenen Vernachlässigung der Flüge für den kleinen Mann, als vielmehr darin, dass eine Airline ganz im Gegensatz zum Flughafenbetreiber DSW21 schlichtweg kostendeckend wirtschaften muss. Die Kerosinpreise werden nach Anzug der Weltkonjunktur wieder steigen und zwar stärker als zuvor. Welche dramatischen Auswirkungen das für die Luftfahrtindustrie haben kann, konnte man vor 2 Jahren gut erkennen. Wegen seiner hohen Verdichtung in einer Flughöhe von 8000 bis 10000 Metern gibt es gegenwärtig für Jets zum Treibstoff Kerosin keine Alternative. Derweil gibt es bereits bei den Airlines und in der Luftfahrtindustrie eigene für dieses Problem gebildete Strategieabteilungen. Die zivile Luftfahrt steuert geradewegs in eine ihrer größten Krisen und Dortmund diskutiert weiterhin über den Ausbau des Flughafens. Typisch.

07.01.2010
19:10
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von miriam.lessmann | #45

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07.01.2010
18:29
Der große Streit um den Flughafen
von vaikl | #44

Fakeilein, lassen wir doch einfach die Bürger entscheiden, ob sie mangels Geld in den öffentlichen Kassen lieber den ÖPNV oder den Flughafen abschaffen möchten. Dabei wird sich schnell eine eindeutige Definition Ihres notwendig finden lassen.

Die DSW21 ist immer noch eine Stadttochter, deren Gewinnverteilung durch den Rat bestimmt wird. Wenn der Flughafen seine Existenzberechtigung nur als Verlustbringer und Vorsteuer-Retter hat, dann sind Diskussionen über weitere Investitionen mit dem Datum 15. Januar eh hinfällig.

Ihre Sichtweise mag vielleicht vor 40 Jahren in Mode gewesen sein, als den Kommunen durch die damals noch funktionierende Wirtschaft solche Experimente mit erträumten Umsätzen egal waren.

Aber heute müssen Sie sich schon mal entscheiden, ob Sie bei jeder Gelegenheit die pöse, pöse Wirtschaftskrise für den kommunalen Kollaps verantwortlich machen und gleichzeitig solchen Experimenten mit dem Geld der Bürger Vorschub leisten wollen.

07.01.2010
18:13
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von Dr.Thor | #43

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07.01.2010
16:49
Der große Streit um den Flughafen
von Neuwahl | #42

Ich reklamiere die schweigende Mehrheit für mich.
Meine Position liefere ich später mal nach!!

07.01.2010
16:47
Der große Streit um den Flughafen
von vaikl | #41

Fakeilein, eigentlich bin ich ja ganz froh, dass Sie wirklich nicht im Rat sitzen, wie so Einige hier immer wieder behauptet haben. Denn dass ein Ratsvertreter einer Minderheit von immerhin ca. 4.000 direkt vom Fluglärm betroffenen Bürgern die Ausreise empfiehlt, wäre selbst bei den Birnen, die hier so im Rat sitzen, eine Beleidigung des Intellekts von Birnen.

Einer bisher schweigenden Masse von Bürgern, die sich nicht explizit gegen den Flughafen aussprechen, sollte man eigentlich etwas deutlicher machen, dass deren Ratsvertreter jedes Jahr aufs Neue den 25 Mios, die die DSW jährlich zur Existenzsicherung des Flughafens zusätzlich reinpumpt, mit weinendem Auge hinterherwinken müssen, obwohl das Geld an anderer Stelle viel dringender gebraucht wird. Und das ist noch die gutwillige Version dieser Geldverschwendung.

07.01.2010
16:28
Der große Streit um den Flughafen
von EinflugschneisePhoenixsee | #40

zeuchwaat,
Sie Haben recht, viele waren eher da als der Flughafen.

suppenkasperle,
ich wäre auch für eine Kampagne Duschen,
so nach dem (überspitzten) Motto:
Hartz4-Empfänger, bitte recht lange und heiss duschen
für die Sozialflugtickets des Dortmunder Flughafens.

07.01.2010
15:43
Blockierter Kommentar.
von Dr.Thor | #39

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07.01.2010
12:56
Der große Streit um den Flughafen
von zeuchwaat | #38

@ Dr. Thor
Ich frage mich wirklich welch Geistes Kind sie sind. Hoffe mal nicht das Sie wirklich einen Doktortitel haben, denn ansonsten beschädigen Sie gewaltig das Ansehen Ihres Standes. Gottlob haben Menschen Ihres Schlages hier in einer Demokratie nichts, aber auch gar nichts zu bestimmen. Sie können sich in Ihrem privaten Umfeld als kleinen unwichtigen Despoten aufführen, aber verschonen Sie die hier sachlich miteinander kommunizierenden Personen. Handeln Sie auch so wenn sie was stört, dass sie dann wegziehen?? Viele der Flughafengegner (und das sind nicht wenige) waren eher da als der Flughafen und haben somit ein größeres Recht an Ihrem Standort zu verbleiben. Es gibt Gerichtsurteile von Anwohnern einer Bahnlinie, die nachweislich später hinzugezogen sind, wo die Bahn verurteilt wurde die Züge langsamer und somit geräuschloser fahren zu lassen. Warum kann dieses nicht auch für den Flughafen angewandt werden?? Das dieser Airport ein Millionengrab ist (schon mindestens 150 Mill. Euro verbrannt) ist nun einmal Fakt!! Es liegt nun mal in der Natur des Menschen das es ihn meistens überhaupt nicht interessiert, wenn er davon nicht vor der eigenen Haustür betroffen ist. So lange andere die Nachteile haben und man selber nur den eigenen Nutzen und Vorteil sieht, dann kann ich mich groß aus dem Fenster lehnen und für einen weiteren Ausbau des Flughafens sein. Und die Aussage eines anderen Users für den Flughafen öfters zu duschen, ist so ziemlich das Dümmste was ich seit langem gehört habe. Frage mich wo wohl die Wand stand vor der Sie (Dr. Thor) vorgeklatscht sind, denn der Aufprall war leider nicht zu hören!

07.01.2010
12:37
Der große Streit um den Flughafen
von posto | #37

Na endlich. Zum Schluss dieses Forums werden die Argumente ein wenig sachlicher (obwohl insgesamt ja keine neuen Fakten auf dem Tisch liegen).
Der Flughafen hat sich mit seinen (gekauften) Gutachten selbst bescheinigt, niemals in die Gewinnzone zu gelangen.
Was bleibt, ist der politische Kampf der vermeintlichen (zumeist unaufgeklärten) Mehrheit der FH-Ausbaubefürworter gegen eine scheinbare (zumeist aufgeklärte) Minderheit der Ausbaugegner.
Nach dem Mehrheitsprinzip argumentieren heißt im Sinne von Flughafenanpassung bewusst unsachlich argumentieren und im übertragenen Sinne leider nur: Eine Milliarde Fliegen fressen Sch..., also muss Sch... gut schmecken.
Dass dem nicht so ist, sollte sich auch allen erschließen, deren Arbeitsplätze von uns Bürgern subventioniert werden.

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