Der Drei-Bäume-Park ist Dortmunds kleinste Grünanlage

Drei Bäume, eine Bank und ganz viel Grün: So sieht Dortmunds kleinster Park aus. Aus 30 Quadratmetern Brachland haben Anwohner eine Ruhe-Oase geschaffen. Wir erzählen die Geschichte des Drei-Bäume-Parks.

Dortmund.. Drei Parkplätze würden hierher passen, stattdessen stehen hier drei Bäume. Allein das ist ein Schatz. Doch auch ein Schatz muss erst gehoben werden, um zu funkeln. Oder um zu einer Art Oase zu werden, aus der Ruhe statt Wasser sprudelt und die denen, die vorbeikommen, Freude schenkt. Dortmunds kleinster Park ist so ein Ort.

Um das zu werden, was der Park heute ist, brauchte er Hilfe. Vorher war er alles, aber nicht schön: Hundehaufen, Müll und Reifenspuren, die Geschichten von Parkplatznot und Rücksichtslosigkeit in den Boden gewalzt haben - sie alle erzählen Dinge über eine Gesellschaft, an denen man verzweifeln könnte, wenn sich nichts ändert. Verantwortung für das eigene Viertel liegt oft in den eigenen Händen.

Schönheit vor der Haustür

So ergriff Olga Fainchtein, eine Anwohnerin im Unionviertel, im Frühjahr 2013 die Initiative für die Fläche. Sie tat das nicht alleine, aber so, wie der erste Müll in der Landschaft dafür sorgt, dass weiterer Müll dazukommt, braucht es offenbar auch nur einen, der etwas Gutes anfängt, damit weitere mitziehen. Nicht nur andere Anlieger, sondern auch umliegende Unternehmen halfen mit. Im Namen der Schönheit vor der Haustür schloss sich die Nachbarschaft zusammen. Da half jeder, wo er konnte.

Unter der Anleitung von Florian Artmann, einem Mitarbeiter bei "Urbanisten", reinigte eine Gruppe von Jugendlichen den Boden vom Unkraut. Die Jugendhilfe Andante kümmerte sich um den Holzzaun, der aus Bettteilen entstanden ist.
Dass der Zaun, der mal ein Bett war, der Fläche Ruhe bringt, ist eine schöne Anekdote. Noch schöner ist die von vielen Blumen, die hier stehen. Sie kommen vom Friedhof, aus den Containern, in denen alte Grabbepflanzung normalerweise landet. Pflanzen, gekauft zum Gedenken an die Toten, erstanden wieder auf, um die Lebenden zu freuen.

Blumen auf eigene Kosten

Nachdem der kleine Ort an der Kreuzung Lange Straße / Kurze Straße umgewandelt war, blieb die weitere Pflege in Fainchteins Händen. "Es gibt immer was zu tun", erzählt Fainchtein. In der Regel verbringt sie wöchentlich vier Stunden in dem Park. Neulich hat sie vom Uniongewerbehof Grasnelken gekauft und sie angepflanzt. Auch das benötigte Werkzeug geht auf ihre Kosten. Für sie ist das aber selbstverständlich.

"Es macht einfach Spaß. Wenn ich in dem Park arbeite, nehme ich die umgebende Welt nicht wahr", erzählt Fainchtein weiter. Dass sie sich gerne um ein Stück Pflanzenwelt kümmert, erfährt die 56-Jährige erst mit der Gründung des Drei-Bäume-Parks. Den Namen hat sie dem Ort selbst gegeben. "Klein, aber trotzdem ein Park. Ich bin mit mir selbst zufrieden", sagt Fainchtein.

Auf der Internetseite der Stadt Dortmund werden die wichtigsten Parks in der Stadt aufgelistet - noch fehlt der "Drei-Bäume-Park" unter den 30 aufgeführten Parks. Der größte Park der Stadt ist mit 70 Hektar der Westfalenpark. Er wurde 1959 eröffnet. Rund die Hälfte des Stadtgebiets besteht aus grünen Flächen.