Der Dortmunder U-Turm auf Schokolade
18.12.2009 | 17:51 Uhr 2009-12-18T17:51:00+0100
Dortmund. Schokolade ist eine Diva. Sensibel, anspruchsvoll und schnell beleidigt. Im Dortmunder Schoko-Laden "Pott au Chocolat" kennt man ihre Macken - und behandelt die Diva ganz sanft mit Füllungen von Erdbeer bis schwarze Olive.
„Schokolade ist eine Diva.“ Das weiß Chocolatier Manfred Glatzel ganz genau. Er hat da so seine Erfahrung. Mit spitzen Fingern lässt er ein Apfelstück auf jede feucht glänzende Praline fallen, die auf dem Laufband durch den Vorhang aus flüssiger Schokolade fährt. Letzte Tropfen perlen von den kleinen Quadraten ab. „Für Schokolade muss viel man Zeit mitbringen“, sagt Glatzel. Und sehr viel Gefühl.
Olivenpralinen, Wasabi-Konfekt, Anchovis in Schoko-Mantel – im vorweihnachtlichen Süßigkeitenrausch mag man sich das kaum vorstellen. Aber für Manfred Glatzel sind solche Kombinationen alles andere als geschmacklos: Wenn der Dortmunder Koch und Chocolatier mit neuen Zusammenstellungen experimentiert, macht er auch vor süß-deftigen Kreationen nicht Halt. Die Lieblingspraline von seiner Ehefrau und Geschäftspartnerin Marielis Langehenke ist schwarze Olive.
Keine Olivenpralinen im Advent
Darauf müssen die Kunden von „Pott au Chocolat“ an der Hansastraße zur Adventszeit allerdings verzichten. „Vor Weihnachten wollen die Leute nur Nougat, Nougat, Nougat“, weiß Marielis Langehenke und füllt das Tablett mit Caipirinha-Pralinen auf. „Oder Nuss. Für die meisten Deutschen hat Schokolade immer etwas mit Nuss zu tun. Haselnuss, Walnuss, Macadamia.” Olive gibt's ab Januar wieder.
In Frankreich oder Spanien sei das ganz anders – und in Mexiko erst recht. „Da wird Schokolade als Würzmittel gesehen, nicht als Süßigkeit wie hierzulande“, erklärt Manfred Glatzel. In Mexiko kamen die beiden vor etwas mehr als zwei Jahren auch auf die Geschäftsidee für „Pott au Chocolat“. Eher durch Zufall – denn eigentlich wollte das Paar in Mittelamerika ein Hotel eröffnen. Jetzt ist es eben ein Schokoladen-Laden im Herzen von Dortmund geworden.
Die Zunge ist fürs Leben verdorben
Und wer hier arbeitet, ist fürs Leben verdorben: „Mars und Snickers mag ich nicht mehr”, gibt eine Mitarbeiterin zu. Die junge Studentin hat sich durch knapp 80 Pralinensorten probiert – zwangsweise natürlich. Schließlich muss sie wissen, wie Süßholz oder Veilchen schmeckt, wie Erdbeere mit Pfeffer harmoniert und wie Birne-Kardamom auf der Zuge zergeht. Sie weiß auch wie die Bier- und Basilikumpralinen schmecken. Und all die Klassiker mit Nuss, Kaffee und Kirsch. Von den Schokotafeln, Trinkschokoladen und Dortmund-Pralinen ganz zu schweigen.
Marielis Langehenke, die eigentlich gelernte Architektin ist, kommt auf mehr als zehn Pralinen am Tag. Bei Manfred Glatzel dürften es auch nicht viel weniger sein. Ihre Dortmunder Pralinen gibt's in der ganzen Welt, sagen sie stolz. Besonders stark vertreten seien die mit dem U-Turm und dem benachbarten Schauspielhaus, weiß die Chefin: „Viele unserer Kunden arbeiten am Theater. Und die reisen schließlich überall hin.” Aber Vorsicht: Hitze, Kälte, und Feuchtigkeit mag die süße Diva nicht. Sie will nur möglichst schnell gegessen werden.
23:26
@käppchen
wieso?
laptop mit lederhose geht auch
also kein hyper hyper ohne geschichtlichen rückhalt
wer seine gexchichte verleugnet hat meist keine zukunft und endet als laues (r) lüftchen (pfurz) im hier und jetzt
ey alder der pott kocht
19:01
Der Pott dieses Proletarier Image, das müßte
man erstmal loswerden.
22:29
Gibt es den Ullrich Karzai Sierau, Tante Polly (Pohlmann) und Supermario jetzt auch bald in Schokolade???