Der Computer als Gebrauchsgegenstand
01.07.2009 | 19:10 Uhr 2009-07-01T19:10:00+0200Das Schuljahr ist um, die Zeugnisse sind verteilt und für Tausende von Viertklässlern steht der Wechsel auf eine weiterführende Schule an. Des einen Freud, des anderen Leid.
Für die Schüler der Liebig-Grundschule kein Grund zur Besorgnis: Dank des vierjährigen Medienunterrichts an ihrer Schule sind sie im Umgang mit PC und Internet besonders geübt und somit für den Übergang in die fünfte Klasse gut vorbereitet. Ein Vorteil, den sie gegenüber anderen Schülern haben, meint Lehrer Helmut Brinkmann, der den Medienunterricht an der Grundschule durchführt: „Unsere Schüler können sich Lerninhalte in kürzester Zeit und mit hoher Motivation selbstständig erarbeiten.”
„Lernwerkstatt Schule”
Von Klasse zu Klasse werden die Computerkenntnisse aufgestockt, erklärt der Lehrer die Vorgehensweise: „Erstklässler beginnen mit einem speziellen Programm zur Lese- und Rechtschreibförderung, genannt „Schreiblabor”. Später kommt weitere Lernsoftware hinzu, aber auch Layouten, Fotoshop und Internetrecherche sind Teil des Lehrplans.”
Neu ist der Medienunterricht an Grundschulen nicht, doch in der Liebig-Schule zeigt er sich bereits sehr ausgereift. Zuletzt waren die Viertklässler mit der Erstellung von „mindmaps” beschäftigt, einem Programm, bei dem sie sogenannte Gedankennetze entwickeln mussten. Ähnlich wie „power-point”, doch für Schüler noch übersichtlicher, da sich das zentrale Thema immer im Blickpunkt befindet. Wie es praktisch funktioniert, zeigen Julian, Cleo und Christian: Sie wollen das „Pferd” näher erforschen. In einer Art Stammbaum tragen sie Teilaspekte wie Nahrung, Rassen, Pflege und Lebensraum zusammen. Informationen, die sie sich über „die Wissenskarte”, einer Online-Datenbak speziell für Kinder, erarbeitet haben.
„Lernwerkstatt Schule”, nennt der Pädagoge das Prinzip. Dass das gute alte Schulbuch möglicherweise ausgedient habe, sei nicht zu befürchten: „Der Computer ist lediglich eine Arbeitserleichterung. Er ersetzt nicht traditionelles Lernen”, sagt Helmut Brinkmann mit Nachdruck. Ziel sei es, den Computer als eine Art „Werkzeug” zu gebrauchen. Seine Beobachtung: Selbst Sechsjährige bringen heutzutage schon PC-Kenntnisse mit, wenn auch nicht immer nützliche. „Manchmal werden dort Filme geguckt, die ihnen in ihrer Entwicklung schaden können.” Dass Schüler beim Surfen auf jugendgefährdende Seiten stoßen, ist zumindest in der Schule ausgeschlossen, da alle Computer mit einem speziellen Jugenschutzfilter ausgestattet sind.
Medienunterricht an der Grundschule: Für Helmut Brinkmann ein bewährtes Modell, das allerdings nur mit geeigneter Lern-Software zum Erfolg führt. Manch eine Schule fühlt sich in dieser Hinsicht alleingelassen, weiß der Pädagoge.
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