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Der BVB-Grabstein ist ein Muss

13.11.2012 | 12:36 Uhr
Der BVB-Grabstein ist ein Muss
Jens Pascal mit seinem Idol Jürgen Klopp bei dessen Besuch in der Dortmunder Kinderklinik 2011. Der mittlerweile verstorbene Neunjährige glühte für den BVB. Sein letzter Wunsch nach einem Grabstein mit Vereinslogo sorgt in der Bodelschwingh-Kirchengemeinde für Wirbel.Foto: dapd

Dortmund.   Das Drama um letzten Wunsch eines Neunjährigen nach einem BVB-Grabstein ist unwürdig. Zugunsten von Kreuzen und betenden Händen vergibt die Kirche eine Chance, sich als zeitgemäßer Teil der Gesellschaft zu etablieren.

Die Kirchengemeinde Mariä Heimsuchung in Dortmund-Bodelschwingh versagt einem toten Neunjährigen seinen letzten Wunsch nach einem Grabstein mit BVB-Logo – und manövriert die katholische Kirche wieder einmal ins gesellschaftliche Abseits.

Galgenhumor, katholisch. Karikatur: Thomas Plaßmann

Der Zug zeugt von mangelndem Gemeinsinn. Dortmund ist Fußball, die Leidenschaft durchdringt alle Lebensbereiche. Doch am Friedhofstor ist Schluss, so die eindeutige Botschaft von Pfarrer und Friedhofsverwaltung. Der BVB-Grabstein sei „unchristlich“. Es sind hier „betende Hände“, „Kreuz“ oder „Marienstatue“ gefragt. Basta. Eine schriftliche Stellungnahme, kein weiteres Gesprächsangebot an die Eltern, bis der Fall nun öffentlich wurde und auf Vermittlung der zur WAZ-Gruppe gehörenden Westfälischen Rundschau ein Kompromiss erzielt wurde . Das tut weh.

Die trauernde Familie schmerzt der Fall. Aber auch moderne Christen, die ihre Gemeinde als zeitgemäßen Bestandteil des öffentlichen Lebens, als Halt mitten in der Gesellschaft begreifen möchten. Die Kirche in diese Richtung zu entwickeln – diese Chance vergeben die Dortmunder Entscheider. Zugunsten von Kreuzen, Statuen, betenden Händen. Opfern sie dem Beharren auf einem Regelwerk, das sich einzig dadurch legitimiert, dass es irgendwie ja schon immer so war. Warum? War ja schon immer so. Gegenwart, was ist das?

Das unwürdige Drama zeugt aber auch von einem beschränkten Verständnis der christlichen Botschaft. Die ist eine Botschaft der Liebe. Aber Nächstenliebe hört in Dortmund-Bodelschwingh auf, wo zu viel Individualität ins Spiel kommt. Es ist uns egal, was der Junge wollte, wie die Eltern sich fühlen – eine bittere Einstellung für eine Institution, die Liebe verkündet. Denn was wäre schlimm an Friedhöfen, deren Gräber tatsächlich an die Toten erinnern statt nur Kreuze, Marienstatuen und betende Hände zu zeigen? En Draht in die Wirklichkeit tun dringend Not. Der BVB-Grabstein muss sein - als sichtbarer Schritt in Richtung Realität.

Kommentar contra BVB-Grabstein

 

Christian Gerstenberger


Kommentare
13.11.2012
17:44
Der BVB-Grabstein ist ein Muss
von The_Cooler | #11

Eine weitere Peinlichkeit aus der Kirchenwelt.
Natürlich müsste man dem bedauernswerten Wunsch des Kindes nachkommen.
Gut, dass ich schon jahrelang aus diesem Club (ich meine die Kirche!) ausgetrteten bin.

13.11.2012
17:18
Der BVB-Grabstein ist ein Muss
von donnervogel | #10

Diese „mittelalterlichen“ Kirchenfürsten haben eben kein Verständnis für diese alltäglichen Dinge,
Sie sollten sich mal auf den Friedhöfen umsehen,
welche kuriosen Grabsteine da noch zu finden sind,
außerdem provozieren Sie mit dieser Art noch mehr Kirchenaustritte.
Donnervogel

1 Antwort
Der BVB-Grabstein ist ein Muss
von vaikl2 | #10-1

Schätze, Sie haben noch nie einen konfessionellen Friedhof besucht, sondern höchstens einen kommunalen. Mal am Eingang aufs Schild gucken, wäre jetzt mein Ratschlag.

13.11.2012
16:54
Es geht doch hier um künstlerisch- ästhetische Fragen...
von fatih | #9

und nicht um "christliche Nächstenliebe", wie es in einem Kommentar heißt. Es geht um die Frage: Ist es erlaubt, ja sogar geboten, Kindergräber auch kind-entsprechend zu gestalten? Insbesondere die Gestaltung der Kinder-Gräber dienen dazu, auf ganz individuelle Weise, an das Kind zu erinnern, nicht zuletzt, um den Hinterbliebenen Trost zu spenden. Ist da erlaubt, auch auf nicht-christliche Symbole zurückzugreifen? Ich finde ja. Und man hat dies ja auch schon oft genug gemacht. Man findet Kindergräber, wo auf dem Grabstein ein Teddybär eingemeiselt ist oder sogar eine Micky-Maus. Beides sind keine christlichen Symbole, aber auch keine un-christlichen. Es sind Symbole, Chiffren, die den Besucher daran erinern sollen, dass hier ein Kind bestattet ist.

13.11.2012
15:57
Warum der BVB-Grabstein sein muss
von DieterMeizenkeim | #8

Was soll denn demnächst kommen? Ein McDonalds-Fan, der statt eines Grabsteins einen überdimensionalen Cheeseburger auf dem Grab haben will? Ein Playboy-Fan, der einen Büstenhalter vorzieht? Irgendwo hört´s doch auf ...

13.11.2012
15:41
Mit Bedenken - für Pro
von fatih | #7

Es mag dahin stehen, ob ein Fußball-Logo auf einen Friedhof gehört. Eines ist aber klar: Das Logo ist kein un-christliches Symbol, es steht nicht gegen den christlichen Glauben, sondern ist in Bezug auf christlichen Glauben neutral.

Wenn nun aber das OVG Münster in einem ähnlichen Fall entschieden hat, dass es erlaubt sei, einen Grabstein mit Runen zu beschriften, weil Runen keine un-christlichen Symbole sind und die konfessionelle Bindung des Friedhofs dadurch nicht beeinträchtigt wird, dann muss das auch für ein Fußball-Vereins-Logo gelten. Nach meiner der Richter in dem Grabsteinfall geht es alleine darum, ob die Beschriftung im Gegensatz zum christlichen Glauben steht. Das ist hier bei dem Fußballlogo nicht der Fall.

Also hat die Familie grundsätzlich ein Recht auf den entsprechenden Grabstein. Auch wenn das nicht unbedingt jedem gefallen muss.

13.11.2012
15:16
Warum der BVB-Grabstein sein muss
von richrather | #6

Mir stellt sich schon die Frage, warum die Eltern den Kleinen unbedingt auf einem katholischen Friedhof beisetzten, obwohl sie offensichtlich bewusst keine Kirchenmitglieder sind. Sie mussten doch damit rechnen, dass es dort Regeln gibt, die auf einem städtischen Friedhof nicht gelten.
Btw: Ich möchte auch nicht, dass meine Angehörigen oder ich selbst neben einem Grab beerdigt werden, auf dem das BVB-Logo prangt.

13.11.2012
15:01
Warum der BVB-Grabstein sein muss
von Ophiel_Essen | #5

Es stimmt einen traurig, wie wenig Respekt die Kirche dem Wunsch eines verstorbenen entgegenbringt. Mit christlicher Nächstenliebe speziell auch gegenüber den Eltern ist dies nicht vereinbar.

13.11.2012
14:04
Warum der BVB-Grabstein sein muss
von Karl-Napp | #4

Ich weiß schon, warum ich diesem Verein schon vor Jahren den Rücken zugekehrt habe und die keinen müden Cent von mir zu erwarten haben....
Einstellungen wie vor tausenden Jahren und nicht mal einen Blick darauf werfen in welcher Zeit wir heutzutage leben.
Ich verstehe nicht, was daran verwerflich sein soll, solch einen Grabstein zu genehmigen.
Wieso ist denn "Echte Liebe" zu einem Fussballverein unchristlich?

1 Antwort
Warum der BVB-Grabstein sein muss
von fraka | #4-1

Da Sie diesem "Verein" den Rücken gekehrt haben werden Sie aber doch nicht so anmaßend sein im Todesfall Leistungen dieses " Vereins" zu erwarten ?

Es gibt sicherlich unendlich viel was Sie nicht verstehen. Und das hat nichts mit der Zeit zu tun.

Im Alter von zehn Jahren war mein Sohn glühender " No Angels"-Verehrer.

Das war wirklich " Echte Liebe"

Verstehen Sie worauf ich hinaus will ?.

13.11.2012
13:50
Hmmm ...
von klapperstrauss | #3

Die Kirche ist ein Verein, in dem sich Gläubige treffen, um in der Gemeinschaft zu beten. Gemeinschaft motiviert, im Fußball und im Glauben, beide haben ihre Symbole, Tradition usw.. Der eine glaubt an Kuzorra, der andere an Gott, manche an beide. Alles i.O.

Nur mal angenommen: Im Verein BVB oder von mir aus auch S04 würde Lewandowski oder Huntelaar fordern, statt des Vereinsemblems ein Kreuz oder Maria auf dem Trikot zu tragen, um für die krebskranke Tochter ein zeichen zu setzen. Tönnies und Rauball lehnen ab. Wie sehen dann die Kommentare hier aus?
Achtung: Ich bin kein Kirchengänger!

13.11.2012
13:46
Warum der BVB-Grabstein sein muss
von fraka | #2

Wenn doch diese Stadt nun einem neuen Götzentum huldigt wäre doch der Verein gefragt.

Es muss ein Friedhof für BvB- Fans her
.
Eine letzte Ruhestätte ganz in Schwarzgelb.

Welch ein Potential an vollig neuen Fan-Artikeln sich da anbahnen könnte,
Anstelle des Engels die Figur des ballführenden Götze.
Aus schwarzgelben Marmor gemeißelt.
Ein Ort der Ruhe an dem man bei Niederlagen gemeinsam weinen kann.
Möglichst nicht an den Zufahrtstraßen von Herne-West gelegen damit es bei anstehendenSpielen nicht zu Verbrüderungsszenen kommt.
Und gut rund um die Uhr bewacht. Weiß man doch dass die Königsblauen alles klauen
.
Während der Beerdigungszeremonie wird das Vereinslied geschmettert und die Fahnen in die offene Gruft geworfen.

Das hätte Stil und Format.

Und RTL2 überträgt das ganze live.

1 Antwort
Der BVB-Grabstein ist ein Muss
von JadziaDachs | #2-1

...und dann kommt ein Schalker und will dort mit einem blau-weißen Grabstein samt Touchscreen beigesetzt werden. Ui ui ui

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