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Der Baumboom trotzt der Krise

29.12.2009 | 18:34 Uhr
Der Baumboom trotzt der Krise

Dortmund. Fast alle reden bereits seit Herbst 2008 von Krise. Auf dem Dortmunder Tief- und Hochbaumarkt ist - unterm Strich und wenn man den Privatwohnungsbau ausnimmt - relativ wenig davon angekommen. Nicht nur wegen des Konjunkturpaketes.

Das Jahr 2009 kann ohne Übertreibung vor Ort als ein Boomjahr am Bau gekennzeichnet werden. Die derzeit größte Baustelle Europas liegt in Dortmund auf dem Phoenix See-Areal. Und über der derzeit größten Privatinvestition in Europa, dem ECE-Center auf dem Thier-Gelände, drehen sich seit Wochen die Baukräne.

Es werden mehrere große Räder gleichzeitig in der Westfalenmetropole gedreht, unter anderem auf dem U-Gelände. Die Finanzierung der rund 300 Mio Euro teuren ECE Galerie, für die die ersten Fundamente gegossen sind und die im Herbst 2011 fertig werden soll, wurde gesichert - auch weil die Sparkasse Dortmund und die Dortmunder Volkbank das Projekt mit unterstüzen.

Bau - Boom in Dortmund: Der Erweiterungsbau der Signal Iduna Hauptverwaltung am 29.12.2009 Bild: Helmuth Voßgraff

Ausufernde Entwicklungskosten am Phoenix See machen große Sorgen, verhindern aber nicht, dass das rund 200 Mio Euro teure Projekt Strahlkraft weit über Dortmund und NRW hinaus gewinnt. Die Vermarktung von Wohngrundstücken läuft seit Oktober. Die Emscher fließt seit zehn Tagen wieder oberirdisch (35 Mio Investition).

Investiert wurde und wird kräftig von Privaten. Vorneweg marschieren die heimischen Versicherer mit: Der Neubau für die Hauptverwaltung der Volkswohlbund Versicherungen (52 Mio Euro) hat bereits klare Kontur. Der Anbau an der Zentrale der Signal Iduna Versicherungen (bisheriger Kostenplan für Bau und Einrichtung: 45 Mio Euro) nähert sich der Fertigstellung. Jüngst umgezogen in ihren erweiterten Hauptverwaltungsbau ist die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen in unmittelbarer Nähe zur B 1.

Richtfest gefeiert wurde kürzlich am Westfalentower (mit 22 Etagen, das zweithöchste Gebäude in Dortmund). Dieser Bau des Projektentwicklers KPE an der B 1 ist das erste spekulativ errichtete Hochaus in Dortmund. Als Mieter ist nach Informationen der WAZ unter anderem die RWE interessiert. Allein dort entstehen 27 300 qm Nutzfläche neu (Tower, Atrium, Forum). Fertiggestellt wurde auch das Westfaleneinkaufszentrums (WEZ) zwischen Born- und Steigerstraße sowie Glückauf- und Bergmannstaße deutlich, in das rund 45 Mio Euro investiert werden. Im Rekordtempo hatte die Firma Lüder (Hildesheim) das alte Gemäuer abgerissen und die neuen Gebäude errichtet.

Bau - Boom in Dortmund. Blick über die Bundesstraße 1 am 29.12.2009 in Richtung Osten: Links dernoch im Bau befindliche Westfalen - Tower, rechts davor sanierte und erweiterte Gebäude der KVWL. ,Bild: Helmuth Voßgraff

Neben dem Dortmunder U (48 Mio Euro plus mindestens 10 Mio Euro für die Dach- und Fachsanierung), dem Vorzeigeprojekt für die Kulturhaupstadt 2010, wächst der Neubau des Bürokomplexes in die Höhe, in das Kölbl & Kruse (Essen) rund 30 Mio Euro investiert. 2009 bezog das Freizeitzentrum West sein neues Domizil am U-Gelände. Zwei Berufskollegs sind in Planung. Zudem wird und wurde auch rund ums U-Areal investiert: Der Boulevard Kampstraße entsteht und die Rheinische Straße ist ertüchtigt worden.

Und auch an den Dortmunder Hochschulen fiel der Startschuss für Millioneninvestitionen, etwa für einen riesigen Ersatzbau (Physik/Chemie) an der Otto-Hahn-Straße (rund 60 Mio Euro). Eingezogen ist - nach Pech und Planungfehlern - das Institut ISAS auf dem Campus. Die Fachhochschule feierte Richtfest für ihren Neubau auf dem Uni Campus.

Riesenfortschritte macht das Wohnbauareal der Projekt-entwicklungsgesellschaft Hohenbuschei - wo rund 1000 Eigenheime bzw. Wohneinheiten auf dem ehemaligen Kasernengelände wachsen sollen. Sowohl auf Hohenbuschei wie am Phoenix See (ebenfalls 1000 Wohneinheiten und 50 Hektar Gewerbeflächen) tragen die Stadtwerke die Projektgesellschaften - und einen Großteil des damit verbundenen Risikos.

Auf dem Gelände Phoenix West ist das Feld von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) fast bestellt. Die Firma Raith hat ihr neues Domizil dort 2009 bereits bezogen. Nun baut die Albonair AG neu auf Phoenix West. Und auf der Westfalenhütte wurde im Herbst dieses Jahres der symbolische erste Spatenstich für eine neue große Logistikwelt auf 45 Hektar Fläche getätigt. Dort soll ab 2010 der Garbe Logistik Park Westfalenhütte heranwachsen.

Angemerkt werden muss, dass die Bautätigkeit ohne Finanzkrise mit Sicherheit weit größer ausfallen würde: So müssen die Pläne fürs U-Umfeld kräftig abgespeckt werden. Und: Richtig große neue Projekte sind nicht in Sicht.

Klaus Buske, Michael Kohlstadt

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Kommentare
01.01.2010
19:27
Der Baumboom trotzt der Krise
von vera | #6

Jaja, Bäume haben Hochkonjunktur ... ganz im Gegensatz zur Rechtschreibung.

31.12.2009
13:54
Der Baumboom trotzt der Krise
von Kyrosch | #5

# 1 + # 2

Kommt halt davon, wenn man die Selbstbeweihräucherungen aus dem Rathaus ungeprüft übernimmt und veröffentlicht.

Glück auf

30.12.2009
16:36
Blockierter Kommentar.
von udo.michel | #4

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

30.12.2009
11:31
Der Baumboom trotzt der Krise
von Highti | #3

Freut euch doch dass sich was bewegt in unserer Stadt, ihr fehlerlosen ;-]]

30.12.2009
00:43
Der Baumboom trotzt der Krise
von vaikl | #2

@#1

Muss ich Ihnen recht gehen - peinlicher gehts mittlerweile nimmer.

Herr Kohlstadt, Herr Buske - möchten Sie auf diesem Weg darauf hinweisen, dass die Redaktion dringend die 15-Monitore loswerden muss?

Auf dem Gelände Phoenix West ist das Feld von der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) fast bestellt.

Dieses fast soll wohl ausdrücken, dass das Feld immer noch eine riesige Brachfläche mit schön glatten Pflastersteinen ist. Letzten Sonntag hatten selbst auswärtige Besucher den Eindruck, man konkurriere hier mit dem CentrO über die größten Parkplätze des Ruhrgebiets.

29.12.2009
23:38
Der Baumboom trotzt der Krise
von Pit Flick | #1

Ja, es waren wirklich viele Bäume...so viele Bäume, dass man den Baumboom vor lauter Bäumen nicht mehr sah. Nur gut, dass es auch in der Baubranche geboomt hat.

Fragt sich nur, wer dem Redakteur mal eine boomt, damit man auch so unwichtige DInge wie Überschriften richtig schreibt?

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