Deponiegas auf gutem Weg
12.02.2010 | 18:05 Uhr 2010-02-12T18:05:00+0100
Dortmund. „Wir werden weiter auf innovative Energiegewinnung setzen.” Mit diesen Worten reagiert DEW21 auf zwei Projekte, die mit wechselndem Erfolg ausprobiert werden:
Die „Wärme auf Rädern”, die von der Mülldeponie Grevel zum Hallenbad Brackel rollt, und die Holzgasanlage auf dem Betriebsgelände in Körne.
Der mit Wärme gefüllte Container rollt inzwischen regelmäßig zwischen Grevel und Brackel. DEW-Partner LaTherm holte beim Bundeswettbewerb „Land der Ideen” einen Preis mit dem Vorhaben, die Energie, die bei der Verwertung von Deponiegas anfällt, und im Pökelsalz-Container zwischenzuspeichern, um sie anschließend zur Wassererwärmung im Hallenbad in Brackel zu nautzen.
„Nach anfänglichen Schwierigkeiten mit dem Container läuft die Sache inzwischen rund”, berichtet DEW-Sprecherin Gabi Dobovisek. „In den ersten zwei Monaten sind 18 000 Kilowattstunden Energie genutzt worden, die sonst als Abwärme an die Umwelt abgegeben worden wären.” Übers ganze Jahr dürfe mit einer Ausbeute von 120 000 Kilowattstunden gerechnet werden, zumal in Kürze ein weiterer Container geliefert werde. Der Container pendele praktisch jeden Tag zwischen beiden Standorten.
Ganz anders die Erfahrungen beim Holzgas-Kraftwerk in Körne. Seit Frühsommer 2008 versucht DEW mit dem Partner Biomass die Pilotanlage ans Laufen zu kriegen.
»Das Gas ist nicht sauber«
Allein: Es klappt noch immer nicht. „Wir mussten sie wieder vom Netz nehmen”, berichtet Eugen Röhricht. „Das Gas ist nicht sauber und bereitet dem Motor Probleme.”
Außerdem habe es Probleme mit den Lieferanten gegeben. Die Reißleine für dieses Projekt werde allerdings noch nicht gezogen. Ganz im Gegenteil. Er sei jetzt zuversichtlich, die Probleme in den Griff zu bekommen. „Wir haben einen Filterhersteller gefunden und Aufträge vergeben.”
Innerhalb von drei Monaten müsse die Anlage nun soweit hergestellt sein, dass sie Wärme und elektrische Energie aus Holz erzeugt - ohne das Holz zu verbrennen. Unter Hitze wird dem Holz das Gas entzogen und genutzt. Das Prinzip sei überzeugend - und der Rohstoff Holz liegt quasi vor der Tür. „Ich bin zuversichtlich”, gibt Röhricht noch nicht auf.
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