"Davon trennen wir uns nie niemals!"
08.02.2009 | 17:05 Uhr 2009-02-08T17:05:02+0100Friedrich Zienke hat sie noch, Udo Timm ebenfalls - und Karin Hentrich hält sogar die ihres Opas noch in Ehren. ...
... Werner Bedorf mag sich von der seines Vaters Lothar nicht trennen: Die Rede ist von den Dauerein-trittskarten zur Bundesgartenschau Dortmund 1959. Im ersten Aufruf zur "50 Jahre Westfalenpark"-Serie baten wir unsere Leser um Fotos und Geschichten aus fünf Jahrzehnten Westfalenpark - und fragten, ob noch jemand seine BUGA-Dauerkarte von 1959 verwahrt habe... Unglaublich viele Dortmunder/innen mussten gerade nach den Karten nicht suchen - und brachten sie gleich selbst vorbei. Andere riefen an, sie würden sich mit Karte zu einem Foto zur Verfügung stellen, doch "wir würden uns nie niemals davon trennen".
Friedrich Zienke versteht das: "Ich habe eine Schatzkiste, da ist vom Freischwimmerschein bis zu Medaillen alles reingewandert. Auch die blassgrüne BUGA-Karte, die er 17-jährig für 5 DM kaufte. "Dafür konnte ich alle Veranstaltungen nutzen." Wie auch Marlies Blome (damals 15).
Udo Timm, damals 20 Lenze, löste schon die Erwachsenenkarte für 15 DM. Und galt damit als "Haushaltungsvorstand" - auch wenn sich dieser Begriff eigentlich auf Familienväter bezog. Es waren 1959 eben noch die Zeiten, in denen die traditionelle Rollenverteilung galt - und somit der Mann fast immer Haupt- oder Alleinverdiener war.
Klar, dass die Dauerkarte von Friedrich Sondermann auch ein solches "Vorstands"-Dokument war. Seine Enkelin Karin Hentrich erinnert sich: "Opa war damals schon pensioniert, um meine Mutter zu entlasten, ging er jede freie Minute mit mir in den Park." Damals war sie zehn Jahre alt, und das Größte für sie sei das Riesenrad am Eingang Ruhrallee gewesen.
Ähnlich geht es Werner Bedorf, der als Achtjähriger den Park lieben lernte, wenn er mit Papa Lothar Bedorf, dem "Haushaltungsvorstand" dort spazieren ging. Der fotografierte schon vor der Bundesgartenschau die Arbeiten auf dem späteren Westfalenpark-Gelände und auch das Heranwachsen des Florianturmes.
Eine rosafarbene "Ehefrauenkarte" hatte auch Ruth Theile, geborene Ries. Das Dokument für die Hausfrau kostete statt 15 DM für den Ehemann günstige 10 DM.
Hans Kurzack (78), der gern mit seinem Aussehen als 28-Jähriger kokettiert: "Was war ich ein hübscher, blond gewellter Jüngling! Würde mir ohne das Lichtbild keiner glauben - oder?" Ilse Zöllmer verwahrt ein Karten-Trio: ihre rosafarbene, die grüne ihres verstorbenen Ehemannes Helmut und die gelbe Kinderkarte (5 DM) ihres Sohnes Manfred. Solch ein gelbes Stück hütet auch Bärbel Schröder - damals erst 9 Jahre.
Auch die Ehepaare Renate und Werner Felsmann sowie Willy und Ursula Schürmann (damals Priebeler) halten an den Erinnerungsstücken fest.
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