Das war die Bundestagswahl 2013 in Dortmund

Dortmund hat gewählt! Hier gibt's alle Zahlen und Reaktionen zur Bundestagswahl 2013 in unserer Stadt.
Dortmund hat gewählt! Hier gibt's alle Zahlen und Reaktionen zur Bundestagswahl 2013 in unserer Stadt.
Wie hat Dortmund gewählt? Heute waren rund 420.000 Bürger unserer Stadt dazu aufgerufen, bei der Bundestagswahl ihre Stimme abzugeben. Hier gibt's alle Ergebnisse und Reaktionen aus Dortmund zum Nachlesen in der Ticker-Chronik!
  • Dortmund wählt gegen den Bundestrend: Beide SPD-Kandidaten holen ihr Direktmandat.
  • Die beiden großen Parteien SPD und CDU legen stark zu — die FDP stürzt ab.
  • Über die Liste ziehen ein: Steffen Kanitz (CDU), Markus Kurth (Grünen) und Ulla Jelpke (Linke).
  • Thorsten Hoffmann (CDU) schaffte es knapp nicht. Die Liste zog bis Platz 50 — Hoffmann war Platz 52.
  • Michael Kauch (FDP) muss sich nach zehn Jahren von Berlin verabschieden.
  • Rund 420.000 Dortmunder waren wahlberechtigt.
  • Der Anteil der Briefwähler ist gestiegen und liegt bei rund 20%.
  • Die Wahlbeteiligung lag bei 68,1% (2009: 68,7%).

Zweitstimmen in Dortmund — vorläufiges Endergebnis:

 

2013

2009

CDU   29,0 %   34,3 %
SPD   39,5 %   24,4 %
FDP     4,0 %   11,7 %
Grüne     9,6 %   12,4 %
Die Linke     7,8 %   11,2 %
Piraten     2,6 %     1,1 %
NPD     1,3 %     0,7 %
AfD     4,1 %     --
REP     0,1 %     0,4 %
Bündnis21/RRP     0,1 %     0,2 %
Volksabstimmung     0,2 %     0,1 %
ÖDP     0,1 %     0,1 %
MLPD     0,1 %     0,0 %
BüSo     0,0 %     0,0 %
PSG     0,0 %     0,1 %
BiG     0,1 %     0,1 %
pro Deutschland     0,2 %     2,0 %
Die Rechte     0,1 %     0,2 %
Freie Wähler     0,4 %     0,5 %
Nichtwähler     0,1 %     0,0 %
Partei der Vernunft     0,1 %     0,0 %
Die Partei     0,5 %     0,0 %
DUW     0,0 %     0,0 %

Dortmund.. Quelle: Wahlamt Dortmund

Erststimmen in Dortmund (vorläufiges Endergebnis):

 

Wahlkreis 142

Wahlkreis 143

CDU (Hoffmann/Kanitz)   30,7 %   32,2 %
SPD (Bülow/Poschmann)   45,4 %   46,7 %
FDP (Kauch/Poznanski)     2,0 %     1,5 %
Grüne (Kurth/Bender)     7,5 %     6,8 %
Die Linke (Jelpke/Tölke)     6,0 %     6,9 %
Piraten (McDevitt/Pieczka)     2,6 %     3,0 %
NPD (Schwerdtfeger/Thieme)     1,5 %     2,0 %
AfD (Dilger/--)     3,5 %     --
Bündnis21/RRP (Ludwig/--)     0,1 %     --
MLPD (Pfisterer/--)     0,2 %     --
DUW (Meyer/--)     0,1 %     --
Freie Wähler (Happe/Müller-Späth)     0,4 %     0,9 %

Quelle: Wahlamt Dortmund

Montag, 11.45 Uhr: Jetzt liegt auch die Wahlbeteiligung für Dortmund vor. Nicht schön, aber wahr: Anders als im Bundestrend sind 2013 (68,1%) weniger Dortmunder zur Wahl gegangen als 2009 (68,7%).

Montag, 9.23 Uhr: Nach Auszählung aller Stimmen hat sich das Blatt in der Nacht gegen ein zweites Dortmunder CDU-Bundestagsmandat gewendet. Thorsten Hoffmann verpasste den Einzug in den Bundestag haarscharf. Bis zu Platz 50 der CDU-Landesliste zogen Bewerber in den Bundestag ein — Hoffmann war auf Platz 52 nominiert worden.

22.46 Uhr: Der letzte Wahlbezirk ist ausgezählt — das vorläufige Endergebnis steht fest. Damit beenden wir unseren Ticker und wünschen allen Wählern eine gute Nacht! (Den Nichtwählern auch, aber nur, wenn sie nächstes Mal mehr Demokratieverständnis zeigen.)

21.23 Uhr: Das Ziel, bis 21.30 Uhr mit dem Dortmunder Wahlergebnis fertig zu sein, erfüllt sich nicht. Es hängt an 16 Wahllokalen — acht in jedem Wahlkreis. Dort gibt es Probleme, weil man bei der Auszählung immer auf unterschiedliche Ergebnisse kommt. Aus dem städtischen Wahlbüro sind zehn Helfer unterwegs, um die Wahlvorstände vor Ort zu unterstützen.

21.07 Uhr: Der bisherige FDP-Bundestagsabgeordnete Michael Kauch sitzt im Zug nach Berlin, dort nimmt er morgen um 10 Uhr an einer Präsidiumssitzung teil. "Ich habe mit diesem krassen Absturz nicht gerechnet. Das Präsidium wird über Konsequenzen diskutieren. Persönlich muss ich schauen, wie es für mich weitergeht. Jetzt geht es erstmal darum, dass meine Mitarbeiter eine Anschlussbeschäftigung finden." Für seine Partei glaubt Kauch an eine Neustart-Chance: "Es gibt noch eine ausreichende Zahl von Bürgern, die zur FDP gestanden haben. Das ist eine Grundlage, auf der man aufbauen kann."

20.56 Uhr: Das Dortmunder Rathaus leert sich langsam. Das Dortmunder Ergebnis steht quasi fest, einziger Spannungspunkt: Kommt Thorsten Hoffmann (CDU) in den Bundestag? Das hängt davon ab, ob die AfD in den Bundestag einzieht. Jetzt blicken alle gespannt nach Berlin und warten auf das bundesweite Resultat.

20.34 Uhr: Mit dem Dortmunder Ergebnis ist SPD-Wahlkreissieger Marco Bülow einigermaßen zufrieden. "Das gilt sowohl für die Erst- als auch die Zweitstimme. Leider konnten wir der Bundes-SPD nicht genug helfen." Das Ergebnis auf Bundesebene nannte er im WDR eine "Klatsche".

Bundestagswahl 2013 20.17 Uhr: Ist Dortmund eine Nazi-Hochburg? Zumindest das aktuelle Ergebnis gibt das nicht her. Die NPD steht bei 1,3 Prozent. Die neugegründete Neonazi-Partei "Die Rechte" hat stadtweit bisher 75 Zweitstimmen.

20.11 Uhr: Höchstwahrscheinlich zieht Markus Kurth (Grüne) in den Bundestag ein. Dennoch ist er enttäuscht vom Ergebnis. "Es gab in den letzten Wochen eine regelrechte Kampagne gegen die Grünen. Wir werden aber auch über die ein oder andere eigene Kommunikationspanne reden müssen."

19.49 Uhr: Es zeichnet sich angesichts des starken CDU-Ergebnisses eine kleine Sensation ab. Mit Thorsten Hoffmann könnte ein zweiter CDU-Politiker in den Bundestag einziehen. Die CDU-Liste dürfte nach Parteiangaben bis Platz 58 ziehen. "Ich möchte mich noch nicht freuen. Aber wenn ich in den Bundestag komme, wäre das der Wahnsinn. Sann werden Sie mich noch heute weinen sehen."

19.39 Uhr: Wir haben mit Heiner Garbe gesprochen, dem Dortmunder Sprecher der Alternative für Deutschland. Er hofft auf das Überspringen der Fünf-Prozent-Hürde: "Es ist aber schon eine Sensation, an der Hürde zu kratzen", sagte er. Auf jeden Fall sei es ein tolles Ergebnis, dass die AfD innerhalb von sieben Monaten diese Strukturen aufgebaut habe.

19.20 Uhr: Bei den Erststimmen wagen wir die erste Prognose des Abends: Nach unseren Berechnungen werden beide Dortmunder Wahlkreise von den SPD-Kandidaten gewonnen. Alles andere wäre allerdings auch eine Riesen-Sensation.

19.17 Uhr: Die Dortmunder CDU twittert, dass neben Steffen Kanitz auch Thorsten Hoffmann in den Bundestag einziehen könnte. Er steht auf Platz 52 der Landesliste. Ob das reicht, ist derzeit völlig unklar.

19.11 Uhr: Gerade erneuter Riesenjubel bei der Dortmunder CDU. Die aktuelle Hochrechnung verspricht sogar eine knappe absolute Mehrheit. Bei der FDP herrscht hingegen Grabesstimmung — es verfestigt sich das Bild, dass man dem nächsten Bundestag nicht angehören wird.

18.54 Uhr: Dortmunds CDU-Chef Steffen Kanitz ist begeistert. "Das ist ein grandioser Wahlsieg für die CDU und eine deutliche Bestätigung für Angela Merkel. Ich habe die Hoffnung, dass es für unseren Koalitionspartner noch reicht."

18.45 Uhr: Jetzt tröpfeln Dortmunder Ergebnisse ein. Um 18.36 Uhr meldete Haus Buchbinder in Husen Zahlen. Hier hat CDU-Kandidat Steffen Kanitz die Nase vorn.

18.39 Uhr: Dortmunds SPD-Parteichef Franz-Josef Drabig mit einer knackigen Aussage zum Ergebnis: "Da, wo ich Einfluss habe, werde ich gegen eine große Koalition stimmen. Diese würde Land und Partei schaden." Drabig ist Mitglied in Präsidium und Landesvorstand der SPD.

18.34 Uhr: Noch gibt's hier im Rathaus keine Dortmunder Zahlen. Dafür aber Reaktionen. Bei der SPD ist man traurig über das schwache Abschneiden. Kandidatin Sabine Poschmann: "Ich bin enttäuscht, auch wenn ich mit nicht viel mehr Stimmen gerechnet habe." Ihr Kollege Marco Bülow: "15 bis 16 Prozent hinter der CDU zu landen ist kein Grund zum Jubel. Die Aussicht auf eine große Koalition macht mich auch nicht froh."

18.22 Uhr: Nachdem RTL für die FDP 5.0 Prozent prognostiziert hat, äußert sich jetzt auch Bundestagskandidat Michael Kauch (FDP): "Ich hatte im Wahlkampf einen anderen Eindruck von der Stimmung. Wahrscheinlich müssen wir den ganzen Abend zittern." Er rechnet mit vielen Briefwahlstimmen für die Liberalen, dort sei man traditionell stark.

18.19 Uhr: Mit ersten Dortmunder Ergebnissen ist nach Angaben der Stadt gegen 18.30 Uhr zu rechnen.

18.14 Uhr: Wir haben auch mit den Dortmunder Grünen gesprochen. "Das Ergebnis ist nicht schönzureden", so Kreissprecherin Hilke Schwingeler. Dass die FDP wahrscheinlich nicht drin ist, erfüllt uns nicht mit Trauer."

18.08 Uhr: Betretene Stimmung herrscht bei der Dortmunder FDP. Bundestagskandidat und Kreis-Chef Michael Kauch wollte das Ergebnis zunächst nicht kommentieren. Er will auf weitere Ergebnisse und Hochrechnungen warten.

18.03 Uhr: Das gute Ergebnis wurde bei der Dortmunder CDU stürmisch bejubelt. Bei der Dortmunder SPD herrschte Ratlosigkeit über das eigene Ergebnis — und dann Jubel über das Resultat der FDP.

18 Uhr: Die bundesweite Prognose des ZDF: CDU 42,5 % — SPD 26,5 % — FDP 4,5 % — Linke 8,5 % — Grüne 8 % — AfD 4,8 % — Sonstige 5,2 %

Wahl in Dortmund — Wahlbeteiligung und kleine Pannen

17.51 Uhr: Wir melden uns aus dem Pressezentrum des städtischen Rathauses. Hier erwarten Mitarbeiter, Mandatsträger und Anhänger der Parteien mit Spannung die bundesweite Prognose um 18 Uhr. Die Parteien haben sich in ihren Fraktionssälen versammelt. An den Balustraden zur Bürgerhalle hängen Flaggen der großen Parteien.

17.30 Uhr: Eine halbe Stunde vor Schließung der Wahllokale gibt es aktuelle Zahlen zur Wahlbeteiligung mit dem Stand 17 Uhr. Bis dahin hatten 57,5 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimmen abgegeben. Vor vier Jahren waren es zu dieser Zeit 59 Prozent. Höher liegt aber die Zahl der Briefwähler. Mit 81.584 gab es hier 5065 mehr als 2009. Sie machen damit allein einen Anteil von rund 20 Prozent an der Wahlbeteiligung aus.

15.40 Uhr: Der neueste Zwischenstand in Sachen Wahlbeteiligung: Um 15 Uhr hatten 43,6 Prozent der Wahlberechtigten in den Wahllokalen ihre Stimmen abgegeben, 2009 waren es 45,2 Prozent. Dazu kommen aktuell die rund 20 Prozent Briefwähler.

14.05 Uhr: Der Trend zur stabilen oder geringfügig niedrigeren Wahlbeteiligung hielt auch am Mittag an. Um 13 Uhr hatten 27,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimmen abgegeben - 2009 waren es um diese Zeit 28,1 Prozent. Dafür liegt die Briefwahl-Beteiligung leicht höher, die in diesem Werten nicht berücksichtigt ist. Zählt man beides zusammen dürfte inzwischen knapp die Hälfte der Wahlberechtigten gewählt haben.

13.50 Uhr: Im Wahllokal 5109 in der Ricarda-Huch-Schule im Kaiserstraßenviertel ist gut was los. Gegen 13.15 Uhr warteten ein gutes Dutzend Menschen vor den Wahlkabinen. "Und das geht seit heute Morgen so", sagt ein Wahlhelfer. Die gute Wahlbeteiligung könnte vielleicht was mit dem Kaiserstraßenfest zu tun haben, mutmaßt er. "Oder an den attraktiven Wahlhelfern", sagt ein älterer Herr hinten in der Schlange. "Der Mann darf zweimal abstimmen!" scherzt eine Wahlhelferin. Das gleiche Bild im Robert-Schuman-Berufskolleg östlich des Westfalenparks: Hier bilden sich im Wahllokal 7104 immer wieder kurze Schlangen, die Stimmung ist gut, das Publikum gut gemischt - Familien, Spaziergänger mit Hund.

11.15 Uhr: Um 10.45 Uhr lag die Wahlbeteiligung in den Wahllokalen geringfügig niedriger als vor vier Jahren. Das städtische Wahlbüro meldete eine Beteiligung von 11,4 Prozent, 2009 waren es zum gleichen Zeitpunkt 12 Prozent. Bei beiden Werten ist die Briefwahl nicht berücksichtigt. Die liegt in diesem Jahr höher als 2009.

9.29 Uhr: Alle Wahllokale konnten auch pünktlich öffnen. Nur an drei Orten gab es kleinere Probleme, die aber schnell gelöst werden konnten.

  • In einem Wahlkokal in einer Kindertagesstätte fehlten die passenden Möbel für die Wahlhelfer. Aus dem städtischen Wahlbüro wurde schnell Ersatz für die niedrigen Kindertische und -stühle herbeigeschafft.
  • In einem Wahllokal in Kruckel waren die falschen Wahlkreis-Stimmzettel angekommen. Das fiel aber dem Wahlvorstand rechtzeitig auf. Bürgerdienste-Leiter Peter Spaenhoff brachte persönlich die richtigen Unterlagen in den Dortmunder Südwesten. "Die Wahl konnte dort mit knapp fünf Minuten Verspätung beginnen. Ein Wähler musste so lange warten", berichtete er.
  • Im Depot in der Nordstadt fehlte erst der richtige Schlüssel. Nachdem man sich schon darauf eingerichtet hatte, das Wahllokal vor der Tür einzurichten, tauchte er aber doch noch auf und die Wahl konnte starten.

Knapp 420.000 Dortmunder sind wahlberechtigt. Jetzt ist schon sicher, das gut 81.000 von ihnen aller Voraussicht nicht in den Wahlkabinen auftauchen werden: So viele Bürger haben Briefwahlanträge gestellt.

Die Ausgangslage: Bei der letzten Bundestagwahl 2009 musste die SPD in Dortmund große Einbußen hinnehmen. Die beiden Wahlkreise waren für die SPD-Direktkandidaten, die mit der Erststimme gewählt werden, bislang immer eine sichere Bank. 2009 wurden Marco Bülow mit 41,2 Prozent und Ulla Burchardt mit 42,4 Prozent gewählt. Burchardt tritt in diesem Jahr nicht mehr an.

Ergebnis Bundestagswahl 2009 (Zweitstimme):

Wahlberechtigte Dortmunder

423.053

 

abgegebene Stimmen

290.498

  68,7%

davon gültig

287.828

 

SPD

98.695

  34,3%

CDU

70.243

  24,4%

FDP

33.806

  11,7%

GRÜNE

35.686

  12,4%

DIE LINKE

32.376

  11,2%

NPD

3.123

    1,1%

Die Tierschutzpartei

1.960

    0,7%

FAMILIE

1.198

    0,4%

REP

494

    0,2%

Volksabstimmung

277

    0,1%

MLPD

247

    0,1%

PSG

47

    0,0%

ZENTRUM

116

    0,0%

BüSo

145

    0,1%

DVU

1.501

    0,5%

ödp

175

    0,1%

PIRATEN

5.694

    2,0%

RRP

476

    0,2%

RENTNER

1.569

    0,5%