Das steckte hinter der Stadtbahn-Pannenserie

Die mysteriöse Pannenserie auf der Stadtbahn-Linie U42 ist aufgeklärt. Am Donnerstag und Freitag war es auf der Strecke zwischen Eving und Grevel dreimal kurz hintereinander zu stundenlangen Ausfällen gekommen. Nun steht fest: Schuld war ein seltener Defekt an einer Bahn.

Dortmund.. Bernd Winkelmann, Pressesprecher des Stadtbahn-Betreibers DSW21, staunt immer noch, als er am Montag unserer Redaktion die Lösung des Rätsels erzählt: "So etwas haben wir auch noch nicht erlebt." Um dann zur komplexen Erklärung auszuholen.

Verantwortlich für die Pannenserie am Donnerstag und Freitag war eine einzelne Stadtbahn mit einem seltenen technischen Defekt an einem speziellen Energierückgewinnungs-System. Zum Hintergrund: Immer wenn Stadtbahnen bremsen, entsteht Reibungsenergie. Diese wird automatisch ins Stadtbahn-Stromnetz eingespeist. "Das passiert automatisiert", so Winkelmann. Aus noch unbekannten Gründen wurde bei der betroffenen Bahn bei einer Fahrt am Donnerstagnachmittag zuviel Energie ins System gejagt.

Schutz vor explodierenden Fernsehern

Das wiederum beschädigte einige Überspannungsschutz-Schalter, die durchschnittlich alle zwei bis drei Kilometer entlang der Stadtbahn-Strecken an der Schnittstelle von Stadtbahn-Mast und Oberleitung hängen. Sie sollen verhindern, dass überschüssige Energie ins normale städtische Stromnetz gelangt und dort Probleme macht, etwa im Falle eines Blitzeinschlags in eine der Oberleitungen.

Drei dieser Überspannungsschutz-Schalter zwischen Eving und Grevel wurden durch die zu starke Bremsenergie der Stadtbahn beschädigt. Das Resultat: der erste mehrstündige Streckenausfall am Donnerstagabend. "Ist der Überspannungsschutz nicht mehr gegeben, wird automatisch der Strom auf der betroffenen Strecke gekappt", erklärt Winkelmann. "Wir wollen ja nicht, dass bei den Leuten zu Hause wegen einer Überspannung bei uns die Fernseher explodieren."

"Schuldige" Bahn ist im Depot

Die Techniker rückten aus, fanden den defekten Schalter und ersetzten ihn. Was sie nicht ahnten, war, dass zwei weitere Schalter an anderen Stellen auch beschädigt waren. Erst nach den zwei folgenden Streckenausfällen am Freitagvormittag und -nachmittag fanden sie die Ursache und tauschten alle beschädigten Schalter aus. Damit endete auch die Pannenserie auf der U42.

Sicherheitshalber werden nun aber alle Überspannungsschutz-Schalter auf der U42er-Strecke überprüft. Die "schuldige" Stadtbahn wird nun im Depot repariert.