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Fremdenfeindlichkeit

Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin

22.08.2013 | 10:51 Uhr
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
Claudia Luzar von der Beratungsstelle Back Up in Dortmund.Foto: Ingo Otto

Dortmund.   „Wir brauchen keine Bannmeilen um Flüchtlings-Wohnheime, sondern Willkommens-Feste“, sagt Claudia Luzar von der Beratungsstelle "Back Up" in Dortmund, die Opfer rechter Gewalt betreut. Die Konfliktforscherin glaubt, dass das Ruhrgebiet Fremdenfeindlichkeit besser begegnet als Berlin. Hier ihre Analyse.

Grundsätzlich sind menschenfeindliche Einstellungen in der Bevölkerung weit verbreitet, auch im Ruhrgebiet. Konkret heißt das, dass nach einer Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung jede fünfte Person in Westdeutschland etwas gegen Fremde hat. Diese Einstellungen sind der Nährboden für rechtsextreme Gewalt.

Die Ablehnung trifft auch Menschen, die zuletzt wieder verstärkt aus Syrien, dem Irak und Afghanistan zu uns kommen. Leider bestehen in der Bevölkerung starke Vorbehalte und Ängste, die aus der Sicht von "Back Up" unbegründet sind. So hat beispielsweise die Stadt Dortmund diese Ängste bei einem Runden Tisch in Dortmund-Hacheney (Erstaufnahmeeinrichtung)aufgenommen und Konflikte schon im Vorhinein bearbeitet.

Das hat man in Berlin-Hellersdorf versäumt. Die Politik reagiert jetzt erst auf die Skandalisierung von Rechtsextremisten, die fremdenfeindlichen Einstellungen und Ängste in der Bevölkerung sind der Treibstoff für ihre Hetze gegen Flüchtlinge. Politik kann Menschen Ängste nehmen und so Konflikte und Eskalation vermeiden.

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Das ist nach unseren Beobachtungen im Ruhrgebiet passiert, hier hat Politik an vielen Orten die Aufgabe ernst genommen, eine vergleichbare Situation wie in Berlin Hellersdorf ist hier ausgeblieben.

Revier-Oberbürgermeister wie Ullrich Sierau (Dortmund) und Ottilie Scholz (Bochum) unterstützen die Initiativen gegen Rechts und kümmern sich um Flüchtlinge. Diese gute Einschätzung der Politik im Revier gilt aber leider nur für die Arbeit mit Flüchtlingen und Asylbewerbern und nicht für die Roma. Hier ist noch viel zu tun.

Von Bannmeilen um Asylbewerber-Heime halte ich nichts. Wir brauchen keine Bannmeilen, sondern Willkommens-Feste.

Brisante Konfliktlagen in Dortmund und Duisburg

Die Situation der Roma, die ja EU-Arbeitsmigranten sind, kann man nicht mit Asylbewerbern vergleichen, weil sie Menschen sind, die das juristisch verbriefte Recht haben nach Deutschland zu kommen.

Aber wir haben in Duisburg oder Dortmund besonders brisante Konfliktlagen. Auch hier müssen die Ängste der Menschen ernst genommen werden und Politik und Sozialarbeit muss mit den Menschen in den betroffenen Stadtteilen im Dialog sein.

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Im letzten Jahrhaben wir eine Roma-Familie betreut, die aus Ostwestfalen flüchten musste. Sie wurden von mehreren Menschen mit Rufen wie „Ihr scheiß Zigeuner!“ und „Euch hat Hitler vergessen zu vergasen!“ bedroht. Gleichzeitig waren dumpfe Knallgeräusche zu hören. Wie sich später herausstellte, wurde die Wohnwagen-Kolonne mit einer Softair-Waffe beschossen. Aus Angst vor weiteren Attacken verließen sie den Stellplatz. Wir als "Back Up" kümmern uns um Opfer und potentielle Opfer von rechter Gewalt.

Info-Tour durch Flüchtlingsunterkünfte

Aktuell führt "Back Up" eine Informations-Tour in den Flüchtlingsunterkünften durch. Hier informieren wir in Lünen, Hamm, Bochum oder Bielefeld über unsere Arbeit. Wir stehen im ständigen Austausch mit den Flüchtlingen und helfen — wenn wir gefragt werden.

Die Opfergruppe der Flüchtlinge ist eine problematische Gruppe, denn die Menschen kommen aus Bürgerkriegsländern, sind oft traumatisiert und haben wenig Vertrauen in den Staat und die Polizei. Hier ist es wichtig, in einem ständigen Dialog mit den Flüchtlingen zu stehen.

Derzeit beobachten wir in der Beratung, dass es einzelne Angriffe auf Flüchtlinge gibt, die rassistisch motiviert sind, aber keine Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte oder Asylbewerberheime.

Claudia Luzar



Kommentare
22.08.2013
21:18
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von fingerzeig | #17

Wir brauchen keine Bannmeilen um Flüchtlingsheime aber auch keine "Willkommens-
feste" wie sie Frau Luzar vorschweben.Auf welchem Stern lebt sie eigentlich daß sie
nicht merkt daß unser Asylrecht in Deutschland mit zunehmender Tendenz mißbraucht wird. Art.16a GG(1) sagt: Politisch Verfolgte genießen Asylrecht.
Auf Absatz 1 kann sich nicht berufen,wer aus einem Mitgliedstaat der Europäischen
Gemeinschaft oder aus einem anderen Drittstaat einreist,in dem die Anwendung des
Abkommens über die Rechtsstellung der Flüchtlinge und der Konvention zum Schutz
der Menschenrechte und Grundfreiheiten sichergestellt ist.
Frau Luzar sollte mal erläutern,in welchem EU-Staat Menschen politisch oder sonstwie
verfolgt werden ! Sind wir das Sozialamt für alle Armen der Welt ?
Deutsche Bürger unterstützen seit Jahrzehnten die großen Hilfsorganisationen Adveniat, Misereor,Brot für die Welt, Welthungerhilfe etc. Das ist der richtige Weg christlicher Nächstenliebe und Solidarität !
Fingerzeig,Essen

22.08.2013
21:15
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von MarkD | #16

Disneyland finde ich gut!

22.08.2013
21:01
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von Realist2012 | #15

Man darf heute keine Kritik an Ausländern äußern, ohne als fremdenfeindlich beschimpft zu werden. Nicht nur, dass wir jeden Fremden kritiklos hinnehmen sollen, wir sollen uns von ihnen beschimpfen, beleidigen, bedrohen, bestehlen ... lassen.
Natürlich sind nicht alle so, aber die wenigsten wollen hier mit Deutschen etwas zu tun haben ... außer wenn es um Geld verdienen geht. Viele Ausländer sind doch das, was sie ihren Kritikern vorwerfen: Faschistisch, rechtsradikal und toleranzlos.

Wem wir einen Großteil unserer gegenwärtigen Situation zu verdanken haben? Zur Erinnerung:

http://www.youtube.com/watch?v=KRaat_WWD70

22.08.2013
20:57
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von yermo | #14

Wieviele Flüchtlinge würde Claudia Luzar bei sich zuhause denn aufnehmen ?

22.08.2013
20:53
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #13

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

22.08.2013
20:49
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von sprichdichaus | #12

Dann darf aber die Betreuung nicht so einfach nach einem Willkommens - Fest aufhören. Feste Feiern ist nur die eine Seite der Münze .Hier sind doch viel mehr das Europäische Parlament und die Staatsregierungen Europas gefragt die Empfehlungen und Gesetze erlassen aber in der Handhabung riesige politische Baustellen hinterlassen. Das jede fünfte Person in Deutschland etwas gegen Ausländer hat halte ich für übertrieben und für ein künstlich geschaffenes Politikum. Ich bin gegen rechts und werde rechts niemals dulden.

2 Antworten
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von gerdg | #12-1

Die Parallelität der Problemen der Zuwanderung ist in allen westlichen EU-Staaten vorhanden.Das europäische Parlament hat sich von seinen Bürgern noch weiter entfernt um richtige Entscheidungen zu treffen.Europa hat zwar ein großes demokraphisches Problem die sich mit unkontrollierte Zuwanderung nicht lösen lässt oder man will eine Verarmung der Bevölkerung im Kauf nehmen.

Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von Spatenklopper | #12-2

"Das jede fünfte Person in Deutschland etwas gegen Ausländer hat halte ich für übertrieben und für ein künstlich geschaffenes Politikum"

Ich denke das diese Zahlen schon stimmen. Leider wird hier aber nicht differenziert.

Habe ich was gegen (alle?)Ausländer nur weil sie Ausländer sind, oder habe ich was gegen einige Ausländer, Aufgrund ihres Benehmens in Deutschland?

22.08.2013
20:46
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von Klug22 | #11

Seit wann macht denn Berlin unter Wowi etwas anderes als Kohle auf den Kopp hauen?

22.08.2013
20:29
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von Judgeman | #10

Ich glaub, es geht schon wieder los *sing*

soviel dazu:

http://www.derwesten.de/staedte/duisburg/neue-diebes-masche-reifen-beschaedigt-geldboerse-geklaut-id8348950.html?pwa=register

22.08.2013
20:26
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von gerdg | #9

Mich wundert es wie voneinander unabhängige Presse und Fernsehsender einhellig Propaganda einsilbig darstellt.Heute dieses Thema,gestern die Wespen und morgen vielleicht das Wetter.Diese Einsilbigkeit von Journalisten macht mich nachdenklich.Ein Staat wie Deutschland ohne Friedensvertrag und permanente Überwachung durch sogenannte Verbündete sollte seine Liberalität nicht auf die Spitze treiben.Deutschland braucht keine Zuwanderer die die innere Sicherheit gefährden,es sei den es ist gewollt.

1 Antwort
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von EinOerer | #9-1

Seien Sie sicher - das IST gewollt!

22.08.2013
20:24
Das Ruhrgebiet kämpft besser gegen Rechts als Berlin
von EinOerer | #8

"Die Politik" könnte das Problem ohne großen Aufwand in den Griff bekommen.

Zum WOHLE BEIDER SEITEN!!!!

Zum Wohle also der Einheimischen als auch der Zuwanderer!

Aber es wird immer offensichtlicher, dass "die Politik" genau das nicht will.

Warum auch immer.


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