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Filmkultur in der Münsterstraße

Das Roxy-Kino wird am 26. Februar zwei Jahre alt

21.02.2013 | 19:00 Uhr
Holga Rosen im Vorführraum. Im Projektor ist der Tarantino-Film 'Django Unchained' eingelegt, in der Hand hält Rosen den Verschlussring.
Holga Rosen im Vorführraum. Im Projektor ist der Tarantino-Film 'Django Unchained' eingelegt, in der Hand hält Rosen den Verschlussring.Foto: Tobias Großekemper

Dortmund.  Das Roxy-Kino in der Münsterstraße wird am 26. Februar zwei Jahre alt. Die Betreiber trotzen der Konkurrenz der Multiplexkinos mit guter alter Kinokultur. Ein Blick hinter die Kulissen.

Erinnern Sie sich daran, als ein Film Sie zum letzten Mal wirklich ergriffen hat? Die Chancen stehen gut, dass dieser Moment in einem Kino stattfand. Eine Leinwand, vor der man versinken kann, ein Ton, der einen umgibt. "Im Kino", sagt Holga Rosen, "beherrscht dich der Film. Zuhause beherrschst du den Film."

Rosen steht darauf, vom Film beherrscht zu werden, er hat sich dem Kino unterworfen und betreibt mit zwei Freunden das Roxy in der Münsterstraße.
Ein kleines Programmkino, ein Vorführsaal, riesige Popcornbecher bekommt man hier nicht, von den Konsumtempeln der Multiplexkinos ist man hier so weit entfernt wie ein Til-Schweiger-Film vom intellektuellen Anspruch.
Die Konkurrenz wächst
Dennoch sind die großen Kinos nicht die Konkurrenz, vor der Holga Rosen sich fürchtet. Das Problem der kleinen Programmkinos ist vielmehr die Tatsache, dass das Kino insgesamt nicht mehr die Hauptspielstätte von Filmen ist.
Filme werden heute am Rechner daheim geschaut, in Mediatheken oder als DVD, und das wussten Holga Rosen, Michael Markefka und Sascha Kirchhoff, als sie am 26. Februar 2011 das Traditionshaus in der Nordstadt wieder eröffneten. Drei Monate hatten sie zuvor renoviert, neu gestrichen und ein komplettes Kino samt Vorführ-Technik eingerichtet.
Die ersten Filme wurden über einen alten analogen Projektor auf die Leinwand geworfen, seit November 2012 haben sie zusätzlich einen digitalen Projektor. Der ist vom Gebrauch her praktischer, eine Festplatte wird in ihn hineingesteckt, für das alte Gerät braucht es die alten und sperrigen 35-Millimeter-Bänder. Die Diskussion um Vor- und Nachteile der Techniken ähneln, den Eindruck bekommt man, wenn man Rosen und Kirchhoff zuhört, der Diskussion um die Vor- und Nachteile von Vinylplatte und CD. Kirchhoff und Rosen mögen, um im Bild zu bleiben, die Vinylplatte, also das 35mm-Format. Sie freuen sich, wie sollte es anders sein, über jeden Kratzer, der auf dem Band ist.
"Django Unchained"
Und in dieser Technik zeigen sie auch den aktuellen Quentin-Tarantino-Film "Django Unchained". Einer der aktuellen Filme, die Geld bringen, weil sie ein Publikum anlocken und so das Roxy am Laufen halten. Auch wenn dieser Film hier erst gezeigt wurde, als er im Cinestar am Hauptbahnhof schon zwei Wochen lang zu sehen war.
Kommerziell planen können und wollen sie im Roxy nicht, wenn die drei Betreiber Interesse an einem Film haben, müssen sie sich an die Verleihfirma wenden und anfragen, ob sie diesen Film in ihrem kleinen Kino zeigen können. Manchmal ist ein Knüller dabei, von dem vorher niemand wusste, dass er einer werden würde.
Der Schwarz-Weiß-Film "The Artist" war so ein Erfolg. Oder auch "Paradies Liebe". Oft gelingt so etwas aber nicht, andersherum ist es häufiger. Und so setzen die drei Kinofreunde alles daran, auch das nächste Jahr zu überstehen, weiterzumachen, eine Nische zu bieten für die Menschen, die sich von einem Film beherrschen lassen wollen.
Ein einzelner Gast
So wie die Frau im vergangenen Sommer, die sich den dreistündigen Experimentalfilm "Enter the Void" anschaute - sie saß alleine im Kino und die drei Betreiber saßen vor dem Kino in einer lauen Sommernacht. Als sie aus dem Kino kam, sprachen alle vier über den Film, fanden ihn fantastisch, waren gepackt, ergriffen, mussten darüber sprechen.
Hätte die Frau den Film daheim geschaut, wäre sie auch allein gewesen - aber mit wem hätte sie gesprochen, den Film nachempfunden, ihren Eindruck geteilt?

Filmprogramm und Preise

  • Aktuell im Programmim Roxy-Kino sind die Filme "Silver Linings" (nur Samstag 16 Uhr), "Inuk" (täglich 18 Uhr) und "Django Unchained" (täglich außer mittwochs 20 Uhr). Gültig bis 27. 2.
  • Die Preise:Normal 7 Euro, erm. 6 Euro, montags 5 Euro.
  • Adresse:Münsterstraße 95, die nächsten U-Bahn-Haltestellen sind "Leopoldstraße" und "Münsterstraße".


Von Tobias Großekemper

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Das Roxy-Kino wird am 26. Februar zwei Jahre alt
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2013-02-21 19:00
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