Das aktuelle Wetter Dortmund 19°C
Forschung

TU Dortmund forscht an Löslichkeit von Medikamenten

03.12.2012 | 19:00 Uhr
TU Dortmund forscht an Löslichkeit von Medikamenten
Leibniz-Preisträgerin Prof. Gabriele Sadowski von der Fakultät für Bio- und Chemieingenieurwesen an der TU Dortmund forscht an der Lösbarkeit von Medikamenten.Foto: Knut Vahlensieck

Dortmund.  Prof. Gabriele Sadowski, Trägerin des hoch dotierten Leibniz-Preises, ist an der Technischen Universität Dortmund aktuell damit befasst, Medikamente im menschlichen Körper lösbar zu machen. So könnten viele Wirkstoffe künftig zur Behandlung von Krankheiten angewendet werden.

„Wie bringt man einen Ziegelstein zum Auflösen?“ fragt TU-Chemie-Ingenieurin Prof. Gabriele Sadowski in einem bildlichen Vergleich. „Wir stellen keine Arzneimittel her“, stellt die Forscherin klar. Dennoch will sie mithelfen, dass viele Wirkstoffe, die heute noch nicht verabreicht werden können, weil wir sie nicht in den Körper bekommen, künftig zur Behandlung zur Verfügung stehen könnten.

Das Mittel muss irgendwie ins Blut, um seinen gewünschten Nutzen zu entfalten. „Einen Stein können wir schlucken und er kommt am Ende genauso wieder heraus“, vergleicht Gabriele Sadowski, wie es mit vielen organischen Substanzen heute noch geht. Sie will nicht nur die mangelnde Lösbarkeit der Substanzen knacken, sondern auch noch genau zum richtigen Zeitpunkt.

Kooperation zwischen Forschung und Pharmazie

„Die Schnittstelle zwischen Pharmazie und Ingenieurwesen ist bislang schwach besetzt“, weiß die Wissenschaftlerin der TU , die sich jetzt mit verschiedenen Pharma-Unternehmen zusammen gesetzt hat. Dabei gehe es zunächst um so profane Dinge, wie eine gemeinsame Sprache zu finden. Fachbegriffe seien nämlich in den beiden unterschiedlichen Disziplinen höchst unterschiedlich besetzt. Heißt: Bislang redete man auch gelegentlich aneinander vorbei. Die Chemieingenieurin pflegt dabei eine deutliche Sprache. Lösbar macht sie die medizinischen Wirkstoffe, indem sie sie in Salze überführt. Ein geladenes Teilchen löst sich eben besser auf. Dazu müsse man, je nachdem, Säuren oder Basen hinzugeben. Die Frage sei freilich, welches Salz nimmt man - nicht zuletzt, um die Wirkung des Mittels nicht zu hemmen.

Und dann die Frage des „Wann?“: „Kristalline Formen lösen sich eher langsam auf“, berichtet Sadowski. Also müsse man gegebenenfalls verhindern, dass sich kristalline Strukturen bilden. Auch dafür hat die Forscherin schon mögliche Rezepte in der Schublade. Sie möchte die Stoffe, die zum Kristallisieren neigen, in polymere Schablonen pressen. Sie sozusagen einbacken. „Nur muss sich diese Matrix im Körper natürlich auch schnell auflösen“, gibt Sadowski gleichzeitig zu bedenken.

Grundlagenforschung soll später im Alltag helfen

Bleibt noch eine Frage: Wo soll sich das Medikament auflösen? Im Magen oder im Darm? Das will die Wissenschaftlerin über die PH-Wert-Steuerung in den Griff bekommen. Im Darm besteht ein PH-Wert von 7 bis 8 - wie Wasser also. Der Magen ist dagegen extrem sauer mit einem Wert von 1 bis 2.

Sadowski: „Wir betreiben Grundlagenforschung. Aber wir arbeiten mit verschiedenen Pharma-Unternehmen zusammen, weil wir natürlich daran interessiert sind, dass es am Ende zu einer Anwendung kommt.“

Von Gerald Nill

Kommentare
04.12.2012
18:46
TU Dortmund forscht an Löslichkeit von Medikamenten
von WilliWanker | #1

Sehr interessant. Danke. Gehts ein bisschen ausführlicher?

Funktionen
Fotos und Videos
Oldtimer-Treff im Nahverkehrsmuseum
Bildgalerie
Fotostrecke
'Farbgefühle' auf der Galopprennbahn
Bildgalerie
Fotostrecke
DJ-Picknick im Fredenbaum
Bildgalerie
Fotostrecke
Umbau des Maximilian am Alten Markt
Bildgalerie
Fotostrecke
article
7355724
TU Dortmund forscht an Löslichkeit von Medikamenten
TU Dortmund forscht an Löslichkeit von Medikamenten
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/das-mittel-muss-irgendwie-ins-blut-id7355724.html
2012-12-03 19:00
Prof. Gabriele Sadowski, Leibniz-Preis, PH-Wert, Wirkstoff, Pharmazie, Chemieingenieurin, Pharma-Unternehmen, Lösbarkeit, Darm, Magen.
Dortmund