"Das ist auch nur ein Mensch"
26.11.2007 | 21:21 Uhr 2007-11-26T21:21:34+0100Es gibt Termine, durch die sich altgediente Vorstände an ihre Jugend erinnern lassen: Möglicherweise war gestern das Treffen von Signal Iduna-Chef Reinhold Schulte mit rund 70 Schülern verschiedener Schulen im Rahmen der Veranstaltung "Dialog mit der ...
... Jugend" solch einer. Jugendliche vor dem Anfang ihres beruflichen Lebens auf der einen, und Schulte, derseit 1999 Vorstandsvorsitzender des 12 000 Mitarbeiter starken Unternehmens ist, auf der anderen Seite.
Katharina Behrend führte gleich anfangs die Wertediskussion ein, als sie fragte, welche Werte Schulte wohl seinen Kindern mitgegeben hätte. "Ehrlichkeit, Gradlinigkeit, Fleiß und Sparsamkeit", sagte der. Es ist nicht so, dass die Schüler überrascht waren, Schulte fügte es als Selbstverständlichkeit ein, so etwas vorzuleben.
Der 59-Jährige war nicht "der da oben", die Schüler waren nicht "die da unten". Schulte plauderte, erzählte von seiner Schulzeit in einer Klosterschule, seinem Tun als Sachbearbeiter, von seinem Willen zum Weiterkommen. Wenn er sich auch nie beworben hätte. "Ich bin immer gefragt worden", meinte er auf die Frage Nora Basidis', wie seine Karriere zustande gekommen sei.
"Kopfnoten find' ich gut", antwortete er auf Lena Scholtz' Frage. Richtiges, faires Verhalten müsse man lernen, wer's verpasse, "wird davon eingeholt". Vom schlechten also. Sozialverhalten sei unglaublich wichtig, "wir bewegen uns schließlich unser gesamtes Leben in der Gemeinschaft".
Als Raol Wawrzynek wissen wollte, wie Schulte die aktuelle Diskussion um Spitzengehältern und Abfindungen bewerte, kam der Manager - sicherlich kein schlechter Verdiener - ins Überlegen. Es sei eben so, wenn man einen bestimmten Mann haben wolle, müsse man zahlen - wenn auch manche Summen weit übers Ziel hinausschössen.
Letztendlich fügte sich von ihm ein Bild, das Raol schon am Beginn der Veranstaltung vor Augen hatte: "Das ist auch nur ein Mensch." (dib)
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