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Das etwas andere Casting bei der Messe „Jagd & Hund“ in Westfalenhalle Dortmund

30.01.2012 | 16:23 Uhr
Das etwas andere Casting bei der Messe „Jagd & Hund“ in Westfalenhalle Dortmund
. Foto: Rottmann

Dortmund.   Die Kunst des Köderns: Die internationale Messe „Jagd & Hund“ beginnt am Dienstag, 31. Januar, in Dortmunds Westfalenhalle. Bis zum 5. Februar zeigen hier 686 Aussteller aus 34 Ländern alles rund um die Themen Jagd und Angeln. Die zeigen auch eine etwas andere Form des Castings.

Haben Sie Lust auf eine Casting-Show? Nicht noch so ein Format von Supermodels, Superstars oder sonstigen Selbstdarstellern? Dieses Casting ist garantiert anders: Hier tragen die Hauptdarsteller Gummistiefel statt Stöckelschuh. Und: Sie werfen. Wie und was – das zeigt bei der Messe Jagd & Hund ein amtierender Weltmeister.

Casting ist die sportliche Form des Fischens, ein Turniersport. Pendel-, Seit-, Überkopfwurf: Die Caster arbeiten mit verschiedenden Techniken. Und Heinz Maire-Hensge, Weltmeister in der Disziplin Allround, ist zu Gast bei der 31. Internationalen Messe für Jagd und Angelfischerei, die am Dienstag, 31. Januar, um 10 Uhr beginnt. Bis zum 5. Februar zeigen hier 686 Aussteller aus 34 Ländern alles rund um die Themen Jagd und Angeln.

Einen Titel hat auch das Neunauge. Der „Fisch des Jahres 2012“ muss seinen Messeauftritt aber vermutlich absagen: Der Wasserbewohner ist vom Aussterben bedroht. Anders als neue Mitbewohner: Die Schwarzmeer-Grundeln sind gefräßige „Neubürger“ in den heimischen Gewässern, verdräntgen die ursprünglichen Flussbewohner und vermehren sich zurzeit explosionsartig. „Die werden wir nie mehr los“, sagt der Geschäftsführer des Landesfischereiverbandes Westfalen und Lippe, Dr. Michael Möhlenkamp. Er macht in Halle 5 übrigens auch den Konflikt zwischen Gewässerökologie und regenerativen Energien durch die neue Wasserrahmenrichtlinie zum Thema.

Duft gegen „Sauerei“: Wildschwein-Stopp

Video
Auf der 'Jagd & Hund' in Dortmund wurde wieder der Platzhirsch in puncto Brunftschrei gesucht.

Geködert werden die Messebesucher – im letzten Jahr waren es fast 80 000 – aber nach wie vor mit der Farbe „Grün“. Auf fast 48 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche finden sie täglich von 10 bis 18 Uhr alles rund um das Thema Jagd, von Ausrüstung über Waffen, Jagdreisen bis hin zum brandneuen Sondermodell „defender Blaser Edition“.

Angebote zum Stöbern – wie das perfekt funktioniert, sollte am Montag Amy zeigen. Die Tiroler Bracke jagt, wenn Herbert Urmersbach sie mit dem Kommando „Such“ schickt, normalerweise rund drei Stunden lang völlig selbstständig und legt dabei mehr als zehn Kilometer zurück. Gestern wurde sie in den Mini-Parcours in der Messehalle geschickt – und bellte ihrem Herrchen schon nach wenigen Minuten entgegen, dass hier nur die Fotografen auf der Jagd nach guten Bildern waren und es sonst nichts zu holen gab...

Info
Tierschutzbund protestiert

„Die am 31. Januar in Dortmund beginnende Messe ‘Jagd & Hund’ gibt sich nüchtern als Einkaufs- und Erlebnisparadies für Tier- und Naturfreunde. Dabei geht es in erster Linie um das Töten von Tieren“, kritisiert der Deutsche Tierschutzbund.

Jagdreisen ermöglichten den Abschuss von Tieren weltweit. Vom Braunbären in Sibirien bis zum Löwen in Südafrika sei alles dabei: Jagdtrophäen ohne ökologischen Sinn, urteilt der Tierschutzbund in einer Pressemitteilung.

Der Deutsche Tierschutzbund erneuert anlässlich der Messe zudem seine Forderung nach einer grundlegenden Novellierung des deutschen Jagdrechts.

„Einzelne Jagdpraktiken, z.B. die Jagdhundeausbildung an lebenden Enten oder tierschutzwidrige Jagdmethoden wie die Fallenjagd und die Verwendung von Bleischrot, müssen ebenso verboten werden wie der Abschuss Tausender Haustiere“, fordert der Deutsche Tierschutzbund.

Amy ist einer von 1200 Jagdhunden aus 48 Rassen, die während der Jagd & Hund ihre Fähigkeiten und Ausbildungsstandards unter Beweis stellen.

Dass Wildtiere auch dem Städter auf die Pelle rücken? Der Landesjagdverband NRW hat die Umwelt- und Waldpädagogik mit dem Schwerpunktthema „Tiere in der Stadt“ in den Mittelpunkt gerückt. „Das kann das Wildschwein sein, das im Komposthaufen wühlt, oder der Marder auf dem Dach“, machte Andreas Schneider, Pressesprecher des LJV, deutlich. Und ob da immer die Duftmarke mit „Wildschwein-Stopp“ hilft?

Wann beim Thema Wildsau viele ein Wort mitreden können? Wenn es um das Rezept des Monats geht: Winter-Salat mit Wildschweinlende...

Öffnungszeiten und Preise

Die Jagd & Hund ist bis einschl. 5. Februar täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet; Karten 13 Euro (Dauerkarte 38 Euro); Geländewagen-Parcours in Halle 3b; Aktionsbühnen in Halle 4; Deutsche Meisterschaft der Hirschrufer: Freitag, 3. Februar, 14 Uhr, Halle 4.

Messe Jagd und Hund

Anja Schröder

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