Das bieten die Wissensparks an Rhein und Ruhr

Phänomenta: Experimentieren an der
Rotationsscheibe.
Phänomenta: Experimentieren an der Rotationsscheibe.
Foto: Guido Raith
Was wir bereits wissen
Spielen und Spaß haben, dabei gleichzeitig lernen und erkennen – diese Kombination wird immer beliebter. Wir stellen vier Wissensparks vor: die Phänomenta in Lüdenscheid, die Dasa in Dortmund, das Odysseum in Köln und den Galileo-Park in Lennestadt.

Phänomenta

An Rhein und Ruhr.. Von Andreas Graw

Der helle Raum wirkt wie ein eigener Kosmos. Konzentriert auf ihr Experiment wuseln jede Menge kleine und große Menschen an den Stationen in der Lüdenscheider Phänomenta. Alltagsphänomene aus der Physik werden hier veranschaulicht. 130 stehen zur Wahl.

Eine Vierjährige tritt auf ein Pedal. Kleiner Tritt, große Wirkung. Mit jeder Bewegung erhöht das Kind den Druck in einem Kunststoffbehälter. Die Gummiente darin verformt sich Stück für Stück. „Genau das können Sie beobachten“, sagt Phänomenta-Sprecherin Dunja Landi, „wenn Sie eine Plastikflasche mit ins Gebirge nehmen. Je höher Sie kommen, desto stärker verformt sich die Flasche.“

„Jetzt drück‘ mal hier“, zeigt Landi der Kleinen eine Art Buzzer. Und siehe da: Die Ente hat sich entschrumpft. „Nochmal!“ stößt es aus dem Mädchen heraus, und sie pumpt schon wieder.

Drei Stunden als Minimum

Drei Stunden sollte man einplanen für einen Phänomenta-Besuch. Mindestens. Gerade jüngere Kinder beschäftigen sich mitunter lange mit einer einzigen Station. Drücken die Tasten einer unendlichen Tonleiter. Testen die Geschwindigkeit des Lichts. Flitzen durch die erste Etage ihrer gerade verschickten Rohrpost hinterher.

[kein Linktext vorhanden] Ariane Kamphaus (11) ist mit den Großeltern da. Sie steht vor einer Wand aus Seife, pustet vorsichtig Seifenblasen. „Das ist echt anstrengend und man darf nicht zu feste pusten“, sagt Ariane. Ihr Opa Gerhard Schirp aus Neheim findet: „Hier wird Naturwissenschaft erlebbar. Und das macht Spaß.“

Beispiel Sinnestäuschung. Ilka sitzt auf einer Bank. Um die Bank herum dreht sich eine riesige geschlossene Rolle: der Raum, in dem sie sitzt. Vorwärts, rückwärts, schnell, langsam. „Das Zimmer bewegt sich nur und dann“, erzählt die 9-Jährige aus Hohenlimburg, „hat man aber das Gefühl, dass die Bank sich dreht.“ Die Spin Station ist in der Regel samstags geöffnet (sonst einfach nachfragen) und kostet einen Euro zusätzlich.

Der kleine Streifzug durch die Phänomenta zeigt: Besucher probieren aus, was ihnen gerade interessant scheint, ob Flaschenzug oder eine Trommel, die eine Kerze auspustet. Fragen nach dem Wie und Warum erklären jeweils Infotafeln für mehrere Stationen. Aber nur dem, der es wissen will.

Snacks und Getränke bietet die Phänomenta in der Cafeteria. Mitgebrachte Brote können an weiteren Tischen verzehrt werden. Die Ausstellung liegt in der Nähe des Lüdenscheider Bahnhofs.

Öffnungszeiten: Mo. – Fr.: 10 - 17 Uhr, Sa.: 14 - 17 Uhr, So.: 11 - 17 Uhr
Preise: Erwachsene: 8 Euro, ermäßigt 7 Euro, Familie (2 Erw, 2 Kinder) 24 Euro
Kontakt: Gustav-Adolf-Straße 9 - 11, Lüdenscheid; 02351/ 21532, www.phaenomenta.de

Dasa in Dortmund

Von Andreas Graw

In der Dasa Arbeitswelt Ausstellung in Dortmund erleben die Besucher auf 13.000 qm die Atmosphäre verschiedenster Arbeitswelten. „Die Dasa stellt den Menschen in seiner Arbeitswelt in den Mittelpunkt“, sagt Sprecherin Monika Röttgen: „Was macht die Arbeit mit uns und unserer Gesundheit?“

Dienstags (13 - 15 Uhr) und mittwochs (9 - 11 Uhr) bieten Physiotherapeuten einen Rückencheck an – ohne zusätzliche Kosten. Es wird an modernsten Geräten ein Vorsorgeprogramm für die Rumpfmuskulatur gezeigt und ausprobiert. Während Mama und Papa an ihrer Gesundheit feilen, werkelt der Nachwuchs z.B. auf der Kinderbaustelle im Innenhof.

Schaufeln mit echtem Bagger

Oder erkundet eine virtuelle 3D-Version der Raumstation ISS. Detailliert von außen und innen. „Mit dieser Simulation trainieren auch die Astronauten“, erläutert Ingenieur Werner Farwick. Läuft gerade keine Vorführung, kann der Besucher selbst durchs All steuern.

Lena Breckhaus (16) aus Sundern fährt einen Lkw durch Gummersbach. Sie sieht den nachfolgenden Verkehr im Rückspiegel. „Ich fange jetzt erst mit dem Führerschein an“, sagt die 16-Jährige später, „aber ich glaube, das war ganz schön echt.“

Dasa Simulationen sind die eine Sache in der Dortmunder Dasa, vieles kann man auch „in echt“ entdecken. Es lohnt sich fast immer, zu fragen, wenn man etwas ausprobieren möchte. Das Personal ist sehr gut geschult und weist z.B. in den echten Bagger im Innenhof ein, genauso wie in den Buchdruck (Tipp: Kinder können sich eine Postkarte drucken).

Zwölf Ausstellungseinheiten befassen sich u.a. mit Medizin, Arbeit am Bildschirm, Energie und Gefahrstoffen. In der Chemie-Abteilung zeigt samstags ein Glasbläser seine Kunst. Riesige Webmaschinen machen ohrenbetäubenden Lärm. Sogar ein Hochofen und eine Straßenbahn finden Platz.

Einige Stunden sollten für den Dasa-Besuch eingeplant werden. An der Information gibt es eine Übersicht über besondere Vorführungen. Ein Bistro serviert Speis und Trank. Für mitgebrachtes Picknick steht ein eigener Bereich zur Verfügung.

Mittwochs werden spezielle Kinderführungen angeboten (ab 8 Jahren: 10 Uhr; ab 10 Jahren: 14 Uhr, 2 Std., bitte Anmeldung!)

Öffnungszeiten: Di. - Fr.: 9 - 17 Uhr, Sa./ So.: 10 - 18 Uhr
Preise: Erwachsene: 5 Euro, Kinder (6 - 17 Jahre) 3 Euro, Familienkarte (2 Erw. mit 3 Ki.): 10 Euro
Kontakt: Friedrich-Henkel-Weg 1-25, Dortmund-Dorstfeld, 0231 9071-2479; www.dasa-dortmund.de

Odysseum in Köln

Von Viktoria Langenhuisen

Dass Physik, Biologie und Mathe cool sind, wenn man sie hautnah erlebt, zeigt ein Besuch im Odysseum Köln. Der im April 2009 eröffnete Abenteuer-Wissenspark zieht mit seinem Mix aus „Mitmachen, Entdecken, Staunen“ jährlich etwa 200.000 Besucher an.

Auf insgesamt 5500 qm Fläche laden 200 interaktive Erlebnisstationen zum Ausprobieren ein. Fliegen im Flugsimulator, Lesen von Tierfährten, Astronautentraining, Trickfilmstudio oder Gaskraftmaschine — für jedes Interesse gibt’s Angebote.

Das Odysseum ist in vier Themenwelten unterteilt: Leben, Erde, Cyberspace und Mensch. Zur Einführung dient jeweils ein kurzer Film, in dem der Roboter Odyx, das Maskottchen des Parks, den Besuchern erklärt, was sie erwartet. Während des Rundgangs stoßen sie dann auf immer neue Herausforderungen: Lichteffekte, Geräusche und unvorhersehbare Hindernisse machen die Wissenschaft zum Abenteuer.

Das Odysseum wendet sich an Vierjährige ebenso wie an Senioren. Die Angebote für die ganz junge Zielgruppe („Kinderstadt“) sollen künftig ausgebaut werden. Eine Autoverkehrsfläche, eine große Wasserlandschaft mit 3000 Liter Wasser sowie die „Ody-Express“-Eisenbahn wurden gerade fertiggestellt.

Während der Sommerferien gastiert auch das Figurentheater Köln im Odysseum. Seine Vorführungen – jeweils um 11, 14.30 und 17 Uhr – sind im Eintrittspreis enthalten. Und wer vom Entdecken erschöpft ist, kann sich im Restaurant stärken, z.B. mit Hot Dog (2 Euro) oder Spaghetti mit Tomatensoße (5,50 Euro).

Adresse: Odysseum, Corintostraße 1, 51103 Köln, U-Bahn-Haltestelle Kalk-Post befindet sich direkt vor der Tür, Tel. 0221 / 6906811, www.odysseum.de
Öffnungszeiten: In den Schulferien täglich von 10-19 Uhr (sonst Di-Fr 9- 8 Uhr, Sa/So 10-19 Uhr, Montag Ruhetag).
Preise: Erwachsene 14 Euro, Jugendliche (13-17 Jahre) 9,50 Euro, Kinder (4-12 Jahre 7,50 Euro). Familienpass 39,50 Euro. „Happy Hour“ zweieinhalb Stunden vor Betriebsschluss nur halber Preis.

Galileo-Park Lennestadt

Von Werner Reichel

"Mein Ziel ist es, die ganze Bevölkerung, vor allem aber Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften und Technik zu interessieren und ihnen dabei einen attraktiven und unterhaltsamen Weg zu bieten", sagt Wolfgang Schmidt. Er ist Inhaber und Ideengeber des Galileo-Parks in Lennestadt-Meggen. In vier imposanten Pyramiden hoch über dem Lennetal begeistert der Wissens- und Rätselpark seine Gäste mit außergewöhnlichen Ausstellungen. Auf ebenso unterhaltsame wie niveauvolle Art wird den Besuchern Wissen vermittelt und Interesse an neuen Themen geweckt.

Die naturwissenschaftlichen Ausstellungen in den Pyramiden können ganzjährig besichtigt werden. Derzeit läuft die Ausstellung „Messel on Tour“, die bereits weltweit für Furore gesorgt hat. Zu sehen sind sensationelle, Millionen Jahre alte Fossilienfunde aus dem Weltnaturerbe Grube Messel. Auf Wunsch können Schulklassen und anderen Gruppen Führungen buchen. Am 15. und 16. September werden sich die Besucher beim Familienwochenende auf die Spuren der fossilen Urzeit begeben.

Familienfest mit Tabaluga

Am 22. Juli lädt der Galileo-Park Familien zu einem bunten Fest mit Tabaluga und seinen Freunden ein. Ab 11 Uhr wird die Peter-Maffay-Coverband „Steppenwolf“ das fröhliche Treiben um den lustigen kleinen Drachen musikalisch begleiten. Am 26. August macht die „KinderKulturKarawane“ Station im Galileo Park.

Damit knüpft der Wissenschaftsund Unterhaltungspark im Südsauerland an erfolgreiche Ausstellungen wie „Einstein-Wellen“ oder den Besuch des nano-Trucks des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an.

Die „Sauerland Pyramiden“ werden nicht nur für Ausstellungszwecke genutzt. Sie sind auch als Veranstaltungsort für Seminare, Lesungen oder private Veranstaltungen begehrt. Wolfgang Schmidt: „Im Zentrum des Parks steht das spielerische Lernen und Ausprobieren für Jung und Alt.“

Adresse: Galileo-Park, Sauerland Pyramiden 4 - 7, 57368 Lennestadt-Meggen, Tel. 02721 / 6 00 77 10, www.galileo-park.de.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag jeweils von 10-17 Uhr, montags ist der Galileo-Park geschlossen.
Eintrittspreise für die laufenden Ausstellungen: 7 Euro für Erwachsene. Der ermäßigte Eintrtt (für Kinder von 4 - 18 Jahren, Schüler, Studenten u.a.) beträgt 4,50 Euro.