Das bedeuten Dortmunds 15 lustigste Straßennamen

Hunnentränke, Kniepacker, Übelgönne - in Dortmund wimmelt es vor lustigen Straßennamen. Doch was bedeuten sie? Wir haben den Ursprung unserer 15 Lieblings-Straßennamen recherchiert. Viele haben eine Jahrhunderte zurückreichende Geschichte.

Dortmund.. Unsere 15 Lieblings-Straßennamen in der Übersicht: 1. Hunnentränke

Im Schatten der Bahngleise am nördlichen Rand der City gelegen, hat diese kleine Straße einen klangvollen Namen. "Hunnentränke" hieß über Jahrhunderte ein Teich an dieser Stelle. Der Sage nach soll der ostfränkische König Heinrich I. an dieser Stelle im Jahr 906 bei Dortmund einen Einfall der Hunnen aus Ungarn abgewehrt haben.

2. Übelgönne

Was dieser Name bedeutet, ist unklar. Eine Erklärung: Er könnte vom plattdeutschen Wort Övelgönne stammen, ein mehrfach vorkommender Gutsname, der soviel wie Missgunst oder Trutzburg heißt. Möglicherweise ist der Begriff aber auch uralt und bedeutet "Füllenkamp": Fohlenweide.

3. Königshalt

Der Name sagt genau das aus, was dort in Mengede passiert ist. Nämlich, dass in einer Gaststätte an der Straße ein König haltgemacht hat. Es erinnert an den Besuch von König Friedrich Wilheim IV., der im September 1847 Schloss Bodelschwingh besuchte. Er kam mit der gerade gebauten Köln-Mindener-Eisenbahn.

4. Unverhofftstraße

Was sich nach einer Straße aus einem Roman von Bertolt Brecht anhört, hat seine Wurzeln wie so vieles in Dortmund in der Bergbaugeschichte. Sie bezieht sich auf die Zeche "Frei Vogek & Unverhofft" in Schüren, eine der ältesten Tiefbauzechen des Ruhrgebiets. Dort wurde 1841 bis 1925 Kohle gefördert.

5. Am Schmandsack

Der Liebling unserer Redaktionsumfrage: Gleich vier Kollegen nannten die Straße in Barop. Ihr - zugegebenermaßen etwas unappetitlich klingender - Name ist nach Recherchen des Lokalhistorikers Hans-Wilhelm Tibbe jedoch lediglich eine alte Beschreibung der Landschaft. Damals gab es dort offensichtlich eine Absackung (Sack) im Gelände, in der sich Wasser sammelte. Der Boden war lehmhaltig und so bildete sich dort leicht Schmand (Schlamm). Zum ersten Mal taucht der Schmandsack auf einer Karte von 1827 auf.