Das aktuelle Wetter Dortmund 25°C
Stadtgeschichte

Das bedeuten Dortmunds 15 lustigste Straßennamen

21.07.2015 | 15:02 Uhr
Die Straße "Übelgönne" direkt hinter dem FZW ist eine der 15 Straßen, deren Namen wir uns genauer angeschaut haben.
Die Straße "Übelgönne" direkt hinter dem FZW ist eine der 15 Straßen, deren Namen wir uns genauer angeschaut haben.Foto: Dieter Menne

Dortmund.  Hunnentränke, Kniepacker, Übelgönne - in Dortmund wimmelt es vor lustigen Straßennamen. Doch was bedeuten sie? Wir haben den Ursprung unserer 15 Lieblings-Straßennamen recherchiert. Viele haben eine Jahrhunderte zurückreichende Geschichte.

Im Schatten der Bahngleise am nördlichen Rand der City gelegen, hat diese kleine Straße einen klangvollen Namen. "Hunnentränke" hieß über Jahrhunderte ein Teich an dieser Stelle. Der Sage nach soll der ostfränkische König Heinrich I. an dieser Stelle im Jahr 906 bei Dortmund einen Einfall der Hunnen aus Ungarn abgewehrt haben.

Was dieser Name bedeutet, ist unklar. Eine Erklärung: Er könnte vom plattdeutschen Wort Övelgönne stammen, ein mehrfach vorkommender Gutsname, der soviel wie Missgunst oder Trutzburg heißt. Möglicherweise ist der Begriff aber auch uralt und bedeutet "Füllenkamp": Fohlenweide.

Der Name sagt genau das aus, was dort in Mengede passiert ist. Nämlich, dass in einer Gaststätte an der Straße ein König haltgemacht hat. Es erinnert an den Besuch von König Friedrich Wilheim IV., der im September 1847 Schloss Bodelschwingh besuchte. Er kam mit der gerade gebauten Köln-Mindener-Eisenbahn.

Was sich nach einer Straße aus einem Roman von Bertolt Brecht anhört, hat seine Wurzeln wie so vieles in Dortmund in der Bergbaugeschichte. Sie bezieht sich auf die Zeche "Frei Vogek & Unverhofft" in Schüren, eine der ältesten Tiefbauzechen des Ruhrgebiets. Dort wurde 1841 bis 1925 Kohle gefördert.

Der Liebling unserer Redaktionsumfrage: Gleich vier Kollegen nannten die Straße in Barop. Ihr - zugegebenermaßen etwas unappetitlich klingender - Name ist nach Recherchen des Lokalhistorikers Hans-Wilhelm Tibbe jedoch lediglich eine alte Beschreibung der Landschaft. Damals gab es dort offensichtlich eine Absackung (Sack) im Gelände, in der sich Wasser sammelte. Der Boden war lehmhaltig und so bildete sich dort leicht Schmand (Schlamm). Zum ersten Mal taucht der Schmandsack auf einer Karte von 1827 auf.

Nein, die drei Schepps waren kein berühmtes Brüdertrio aus Kruckel. Vielmehr stammt der Straßenname aus der mittelalterlichen Landwirtschaft. Es ist die Kurzform von "Drei Scheffelsaat", einer damals gängigen Größenbezeichnung für Ackerland. Gemeint war die Fläche, die man mit drei Scheffeln Saatgut bestellen kann.

Hier wird niemand am Knie gepackt. Vielmehr lag hier in Rahm früher ein Acker mit einer Kerbe. Das wurde im Mittelalter "Knepe" genannt, plattdeutsch "kniepen".

An der Grenze der Innenstadt zu Hörde lag offensichtlich in längst vergessener Zeit der Anteil einer jungen Braut am Hof ihrer Familie, die diese mit in ihre Ehe gebracht hatte. Der Brautschatz ist also nichts anderes als die Mitgift.

Ziemlich makaber, dieser Straßenname. Er bezieht sich jedoch nicht auf eine Frau, deren Mann gestorben ist, sondern auf eine frühe Zeche in Barop. Die Zeche "Wittwe" wurde 1738 gegründet, aus ihr wurde bis 1885 Kohle gefördert. Danach wurde sie stillgelegt und verfüllt. Nur die Straße zur Zeche blieb, samt ihres Namens, eben "An der Witwe".

Wer war denn so schadenfroh, eine Straße nach dem Unglück eines anderen zu benennen? Niemand. Denn die Straße "An der Panne" zwischen Barop und Eichlinghofen hat nichts mit liegengebliebenen Wagen zu tun, sondern bezieht sich auf die Form des Geländes rund um die Straße. Die ähnelt nämlich einer großen Pfanne. Daraus wurde später Panne.

Die Straße direkt an der Stadtgrenze von Dortmund und Bochum in Somborn hat ihren Namen nicht von einem der urigen Aufzüge, sondern vom Paternosterwerk der benachbarten Zeche "Siebenplaneten".

Der Name der kleinen Straße in Huckarde lädt zum Träumen ein: Gibt es dort einen sagenhaften Brunnen? Ewige Jugend? Den Heiligen Gral? Die Antwort ist (leider) viel profaner: Namensgeber war 1914 im Zuge der Eingemeindung der Stammtisch "Jungbrunnen" einer nahen Kneipe. Was die Mitglieder dort tranken, ist nicht überliefert.

Ist das Dortmunds Straße mit den frechsten Einwohnern? Nein, die Straße hat ihren Namen von einem alten Hof, der dort einst an einem "Flüegel" lag, einer Abzweigstraße. Aus dem "Flüegel" wurde später durch Lautverschiebung der Flegel.

Helgoland liegt mitten in Schönau. Was? Genau, die Straße verdankt ihren Namen dem umgebenden Gelände, das so steil von der Emscher ansteigt, dass sich die Bewohner an Deutschlands einzige Hochsee-Insel erinnert fühlten.

"Was zum Teufel ist ein Eck-Ei?" wird sich so mancher Autofahrer zwischen Mengede und Ellinghausen gefragt haben. Tatsächlich ist es ein zusammengesetztes Wort. Es besteht auch Eecke (Eiche) und Ey (Höhe), also Eichenhöhe.

Was ist Ihr Dortmunder Lieblings-Straßennamen? Schreiben Sie ihn in die Kommentare unter diesen Text, wir recherchieren dann seine Bedeutung!

Thomas Thiel

Kommentare
21.07.2015
16:44
Das bedeuten Dortmunds 15 lustigste Straßennamen
von StefanKomarek | #1

Der Text funktioniert ja gar nicht. Welche Straßennamen? Die fehlen! Und die verunglückten Umlaute …

Eigentlich ist das kein Leser-Beitrag. Eher ein...
Weiterlesen

Funktionen
Fotos und Videos
So feierten die Schlager-Fans bei Dortmund Olé
Bildgalerie
Fotostrecke
Hafenspaziergang 2016
Bildgalerie
Fotostrecke
10904812
Das bedeuten Dortmunds 15 lustigste Straßennamen
Das bedeuten Dortmunds 15 lustigste Straßennamen
$description$
http://www.derwesten.de/staedte/dortmund/das-bedeuten-dortmunds-15-lustigste-strassennamen-id10904812.html
2015-07-21 15:02
Dortmund