Das andere, positive Gesicht der Nordstadt in Dortmund
28.03.2011 | 16:30 Uhr 2011-03-28T16:30:00+0200
Dortmund.Dortmunds Nordstadt sei „berühmt“, genauer: Medienberichte in ganz Deutschland haben sie berühmt und berüchtigt gemacht. Gegen diese einseitige Darstellung richten sich Kunst- und Kulturakteure der KulturMeileNordstadt e.V..
Der Verein KulturMeileNordstadt will den Fokus auf die positiven Aspekte legen. Die Nordstadt auf Horrorhäuser, den Straßenstrich, die Drogenszene, die man ja vor Jahren erfolgreich aus den Innenstadt in den Norden verdrängt habe, „geht uns mächtig gegen den Strich und ist ungerecht und wenig differenziert“, so Annette Kritzler, Vorsitzende des Vereins. Vorstandsmitglied Rita-Maria Schwalgin: „Natürlich ignorieren wir nicht die Probleme. Nicht umsonst wurden langjährig hohe Gelder (EU-Fördermittel für Urban II) in diesen Stadtteil gepumpt – und schließlich sei auch der Verein aufgrund dieser von Politik und Verwaltung initiierten und unterstützten Projekte entstanden.
Längst sei die KulturMeileNordstadt eine feste Größe und damit selbst eindrucksvolles Beispiel für das „andere Gesicht der Nordstadt“. Der neu gewählte siebenköpfige Vorstand spiegele die Bandbreite wider: Borsigplatz Verführungen, ev. Lydiagemeinde, Roto Theater, der Musiker Boris Gott und die drei bildenden Künstler Hendrik Müller, Almut Rybarsch und Rita-Maria Schwalgin.
Es gebe viel Potenzial: die Szenekneipen, die Programmkinos, die kleinen Theater, die rund 25 Ateliers mit 80 Künstlern, das Hoesch-Museum, die Auslandsgesellschaft. Glaube man der Wirtschaftsförderung gebe es im Norden eine überdurchschnittlich hohe Zahl an Existenzgründern. Weiteres Indiz eines lebenswerten Stadtteils: Die Wohnbaugesellschaften hätten in ihre Immobilien investiert, ein sichtbares Zeichen des Wandels.
Anwohner machten ihrem Unmut Luft
Zuletzt wurden indes von Bürgern die Probleme mit dem Straßenstrich an der Ravensberger Straße und die daraus resultierenden Folgeerscheinungen für die gesamte Nordstadt diskutiert. Deutlich wurde die Verärgerung bei der Bezirksvertretung Innenstadt-Nord und der dazugehörigen Einwohnerfragestunde.
Die Anwesenden am Mittwoch machten ihrem Unmut über den Leerstand vieler Wohnungen und Häuser und die damit verbundene schlechte Situation von Vermietern, der von ihnen wahrgenommenen Bedrohung durch das Milieu der Ravensberger Straße und einer voranschreitenden Verwahrlosung des Viertels Luft.
Es gibt auch Lob
Trotz all der Kritik lässt auch Lob nicht lange auf sich warten. Wie etwa von Daniel Poznanski, Verwaltungsdirektor der WAM Medienakademie, welche sich an der Bornstraße im Dortmunder Norden befindet: „Ich begrüße ausdrücklich die Bemühungen in Sachen Ravensberger Straße“. Jedoch ist mit dem Lob ein Appell an die Vertreter der Dortmunder Parteienlandschaft vor Ort verbunden: „Der von ihnen eingeschlagene Weg ist richtig und soll konsequent weitergeführt werden“. Über den nötigen Handlungsbedarf besteht eine parteiübergreifende Einigkeit.
Uneinigkeit besteht hingegen über das genaue Vorgehen. Hans-Georg Schwinn von den Grünen schildert den derzeitigen Diskussionsstand seiner Partei: „Das Thema wird bei uns in der Fraktion stark diskutiert. Eine Schließung ohne Weiterbegleitung halten wir für nicht sinnvoll, da so deutlich mehr Probleme in den Wohngebieten der Nordstadt auftreten können. Es müssen Konzepte geschaffen werden“.
Die möglichen Konzepte der Schließung des Straßenstrichs sind am 31. März Thema im Rat. Eine Vorlage wird dann, wie berichtet, zwei Varianten fokussieren: Zum einen die der kompletten Schließung und zum anderen die der Verkleinerung der Prostitutionsmeile.
19:52
Das Bild der Nordstadt, wie es dieses digitale Provinzblatt und seine eifrigen Kommentatoren darstellen, ist geprägt durch Wahrnehmungsstörungen und frappierende Erinnerungslücken.
Wer Gefahr laufen wollte, schnell und unmittelbar was aufs Maul zu kriegen, der ist in den 60er/70ern in der Nordstadt sehr viel prompter bedient worden als heute. Ein Besuch in der Feuerkugel oder einer der anderen Kaschemmen am Steinplatz hat da meist genügt. Und wer für eine blutende Nase nicht ins Rotlichmilieu wollte, der wurde von den Stollenparkboys oder dem MC Korea auch hervorragend bedient.
Dagegen ist rund um den Nordmararkt heutzutage direkt Ponyhofatmosphäre...
Nicht, dass es keine Probleme gäbe: Die wurden in Brüssel gemacht, mit dem Anschluss von Rumänien & Bulgarien, und dann in Dortmund ausgebrütet durch die Dummheit und Inkompetenz von Stadtverwaltung und Polizei. Und damit meine ich den Arbeitsstrich und die überbelegten Häuser - das ist der Ort, wo man den Anfängen hätte wehren müssen.
Den Strassenstrich zu schliessen ist nun der Dummheit endgültige Talsohle: Blinderen Aktionismus kann man sich ( ohne von Guttenberg ) nicht mehr vorstellen. Oder wie sind denn so die Erfahrungen mit Prohibition? Sei es Alkohol, seien es Drogen, sei es Prostitution? Hat ja weltweit immer und überall blendend funktioniert...
13:23
Wenn sich Kunst- und Kulturakteure der KulturMeileNordstadt e.V. über die Außenwirkung ihres Wirkens mokieren, sollten sie sich an die eigenen Nasen packen.
Wer anläßlich der internationalen Woche mit Bullenbeissermine hinter seinem Stand hockt, statt interaktiv zu kommunizieren, hat so manches nicht verstanden. Da sind die Hörder Kolleginnen und Kollegen um ein vielfaches offener, aufgeschlossener und bürgernäher.
12:48
@ #10
Ah ja - Frau Kritzler muss das also bei jeder Veröffentlichung dazuschreiben und Frau Hetmeier nicht. Seltsame Transparenz-Vorstellung...
12:43
@ #9
Wenn Ihnen die primitive Ausgrenzung von Querulanten so wichtig für die Dortmunder Zukunft ist, dann sind wir ja vom Megaprovinz-Status nicht mehr weit weg.
12:32
Annette Kritzler vergaß ihr hohes wirtschaftliches Interesse an Dur-und Moll-Darstellungen der Nordstadt zu erwähnen, von dem sie immerhin lebt:
http://www.borsigplatz-verfuehrung.de/borsigplatz-verfuehrungen_wir-ueber-uns.php
05:41
Ich weiß nicht so recht, wer oder was dieser Stadt mit ihrem Megaprovinz-Staus noch gefehlt hat.
Ich bin mir aber sicher , dass es kein Berufsnörgler, Besserwisser oder Dauerquerulant sein kann/ soll , der zu jeder Tages- und Nachtzeit seine geistigen Absonderlichkeiten ungefiltert unter das dumme Volk streut.
So etwas braucht Dortmund nun wirklich nicht, in keinem Stadtteil .
04:36
@ #7
Hier fehlen 100 Schimanskys die dem Viertel ein neues Flair einhauchen.
Richtig. Ein ganzes Viertel eingehüllt in graue Multifunktions-Jacken, Jägermeister-Atem, depressive Macho-Loser-Stimmung und mit dauerprügelnden Anwohnern hat dieser Stadt zur Vollendung ihres Megaprovinz-Status noch gefehlt.
00:11
Jetzt erst recht !
Hier fehlen 100 Schimanskys die dem Viertel ein neues Flair einhauchen.
Ich wünsch mir hier mitten drin die Landespolizeischule, die ihre Hundertschaften mit der Praxis und der täglichen ÜBUNG AM OBJEKT
bestens ausbilden könnte.
Hier würden sogar wieder die Strassenbäume stramm stehen vor den Kultursanierern und der NULL OO Toleranz Athmosphäre.
22:48
@mokdo: Einerseits meinst du zu wissen, wie gefährlich es in der Nordstadt ist. Andererseits gibst du an, dort niemals hinzufahren. Das macht deine Ausführungen nicht unbedingt glaubwürdiger.
Ich schrieb es neulich schon an anderer Stelle: Was in der Zeitung und hier im Forum zu lesen ist, spiegelt - natürlich - nur einen Ausschnitt der Wirklichkeit wider. Wer sich nicht in die Nordstadt traut und sie daher nicht wirklich kennt, soll sich daher bitte nicht anmaßen, eine ernstzunehmende Meinung zu ihr zu haben, oder diese jedenfalls hier nicht kundtun.
Es gibt bestimmt auch interessante Artikel über Hörde oder Wischlingen, die man kommentieren kann. Viel Spaß!
22:04
Nordstadt- vorläufig nein danke.
Bis hier aufgeräumt wurde, halte ich mich lieber in etwas gemäßigteren Sphären - Wischlingen, Hallerey, Phoenix -West, Phoenixsse oder hier im Forum auf:-)