Dank Sierau stehen Weichen auf Rot-Grün
30.08.2009 | 22:47 Uhr 2009-08-30T22:47:00+0200
Dortmund. „Ulli, Ulli!” Beifall brandet auf, als sich Ullrich Sierau, frisch gewählter Oberbürgermeister, um 19.07 Uhr über die Treppe in die Bürgerhalle des Rathauses zu seiner SPD vorkämpft. Dortmund hat sich klar geäußert. Gewinner hier, Verlierer da.
Mit 45,5 % zu 36,2 % der Stimmen hat SPD-Kandidat Sierau das Rennen gegen Joachim Pohlmann (CDU/FDP) gewonnen. Daraufhin nahm Sierau die Glückwünsche seines Vorgängers Dr. Gerhard Langemeyer sowie von CDU-Parteichef Erich G. Fritz entgegen. Die SPD stellt damit weiter den OB und bleibt nach der Wahl stärkste Fraktion im Rat. Die Weichen für eine Neuauflage von Rot-Grün im Rat sind gestellt – allerdings mit einer vor Kraft strotzenden grünen Fraktion, die ihr bestes Wahlergebnis in Dortmund einfuhr.
Stimmung spürbar
Völlig überraschend war das OB-Ergebnis für Sierau nicht mehr. „Die Stimmung war spürbar, die Menschen haben mich überall freundlich aufgenommen”, sagte Sierau. Die Wahl zeige, dass die Bürger die Arbeit der SPD für Dortmund honoriert hätten. Aufgabe der nächsten Jahre werde es sein, den Strukturwandel voran zu treiben.
Der geschlagene Herausforderer, Joachim Pohlmann, macht gute Mine: „Ja, ich bin enttäuscht, ich hätte gedacht, wir wären enger beieinander, wenn ich auch wusste, dass Sierau einen strukturellen Vorsprung hat”.
Immerhin: „Knapp 37 Prozent der Wähler sagen: Hier sollte sich was ändern.” Außerdem: „Ich bin bei Null gestartet”, da seien 36,2 Prozent „ein Riesenerfolg”. Und: „Wir haben gezeigt, dass wir kämpfen können.” Die klaren Ergebnisse „freuen” ihn. Es sei gut für Sierau, „so klare Verhältnisse zu haben”, sagt er. Nun müsse der neue OB seine Wahlkampf-Versprechen auch einlösen. Und die CDU in der Analyse noch mal alles Revue passieren lassen. Pohlmann spart nicht mit Selbstkritik: „Vielleicht war unser Wahlkampf nicht gut genug, vielleicht lag es an der Person. In jedem Fall sei er erleichtert. Neun Monate Wahlkampf - eine schwierige Geburt.
Lange Gesichter
Nur wenige Meter entfernt macht FDP-Chefin Annette Littmann trotz Zugewinnen ein langes Gesicht: „Das war unsere große Chance”, es sei schade, dass es so gekommen sei, sagt sie. Hat die FDP mit dem parteilosen Pohlmann auf das richtige Pferd gesetzt? „Er war geeignet, er war bereit, er war die beste Wahl, die wir damals hatten.” Littmann machte organisatorische Probleme im Wahlkampf aus.
Zündstoff
Enttäuschung auf ganzer Linie bei der CDU. „Wir haben alles getan, was möglich war”, schüttelte Parteichef Erich G. Fritz den Kopf. Er sei der Meinung, es sei sinnvoll gewesen, in Joachim Pohlmann mit der FDP einen gemeinsamen Kandidaten aufzustellen. Für Zündstoff sorgte Ex-OB-Kandidat Volker Geers. Die Niederlage sei nicht Pohlmann zuzuschreiben, sondern schwachen Führungsleuten wie Fraktionschef Hengstenberg und Parteichef Erich G. Fritz. Geers forderte Fritz auf, „angesichts dessen Unfähigkeit, , sofort sein Bundestagsmandat niederzulegen.” Zurückhaltender drückte sich Ex-Stadtdirektor und Wahlkampfhelfer Klaus Fehlemann (CDU) aus. Pohlmann sei „Opfer eines schwachen bürgerlichen Lagers, das keinen kompromisslosen Mut für einen totalen Neuanfang hat.” Das kann sich schon im November ändern, wenn CDU-Parteichef Erich G. Fritz den Stab an einen Nachfolger weiterreicht. Einer steht bereit: Klaus Wegener, vor kurzem für die CDU im Europawahlkampf unterwegs, kündigte an: „Ja, ich werde für das Amt des Vorsitzenden antreten, ich habe Blut geleckt.” Er halte es für notwendig, die Partei zu verjüngen und organisatorisch zu straffen. Auf die Frage, ob er mit einem Gegenkandidaten rechne, sagte Wegener: „Mit mindestens einem.” Noch-OB Langemeyer machte kein Hehl daraus, dass Sierau sein „Wunschkandidat” gewesen sei. „Die Bürger wollen Kontinuität in der Arbeit.” Die Taktik der CDU, aus jeder Fliege einen Skandal machen zu wollen, sei „voll in die Hose gegangen”.
10:26
die spd ist abgewählt und lügt. sie sagt uns vor der wahl, die kassenlage ist gut und nur einen tag nach der wahl sind die kassen leer. das ist wahlbetrug, niemand hätte die spd oder gar sierau gewählt, wenn die kassenlage klar gewesen wäre. die spd soll sich was schämen. ich fordere die grünen auf aus dieser koalition auszutreten.
18:10
Die CDU bleibt die ewige Oppositionspartei. Sie müssten sich allmählich fragen, was sie falsch machen. Zwar ist Opposition nicht „Mist“, aber besser ist, wenn man direkter mitgestalten kann. Die SPD ist mal wieder, dank der Grünen, davon gekommen. Die Grünen sind die größten Gewinner. Sie haben im Rat und in den Bezirken hinzugewonnen. In den Bezirken können sie sich häufig aussuchen, mit wem sie zusammen arbeiten wollen Die Linke hat ihren Stimmenanteil im Vergleich zur PDS nahezu verdoppelt, ist aber hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Das zeigt, dass der Vorstand zu weit abgehoben war. Aber immerhin ist sie in allen Bezirken vertreten. Jetzt beginnt für die Partei der Ernst des Lebens. Mit 13 Bezirksvertretern, fünf Ratsmitgliedern und etlichen sachkundigen Bürgern, werden ca. 25 Personen Kommunalpolitik machen müssen. Das ist viel Arbeit, aber finanziell und organisatorisch wurde die Linke gestärkt.. Die FDP hat gewonnen, aber sehr viel weiter bringt sie das auch nicht. Gewonnen hat sie wohl auch auf kosten der Bürgerliste, mit der sie eine Fraktionsgemeinschaft gebildet hatte. Für das Linke Bündnis bedeutet die Wahl wohl das Aus. Herr Münch hat wieder mal einen Wahlverein gefunden, um sein Mandat zu retten. Ein Sitz in einer Bezirksvertretung kommt für seinen Verein hinzu, aber das war es dann auch. Die Rechtsextremisten haben sich erfreulicher weise selbst bekämpft und verloren. Statt bisher 3 Sitze im Rat sind es jetzt nur noch. Es war schon amüsant, zu sehen, wie die sich gekloppt haben. Zum Beispiel wurde der NPD vorgeworfen, sie habe Steuergelder zweckentfremden wollen.
18:00
Die SPD hat das schlechteste Ergebnis bei Kommunalwahlen in Dortmund eingefahren seit Bestehen der Bundesrepublik. Außerdem liegt die Wahlbeteiligung deutlich unter 50 %! Mehr als die Hälfte der Dortmunder Bürger haben augenscheinlich von Politik die Nase voll. Fazit: Es gibt nichts zu feiern! Die Genossen und die Politpisaner der anderen Parteien sollten endlich einmal anfangen nachzudenken!
16:51
Und kaum sind die Wahlen vorbei, verkündet die Stadt ein Haushaltloch von bis zu 100 Mio. EUR.
Was darf sich die SPD eigentlich noch alles ungestraft leisten? Vermutlich Alles, denn die Lemminge werden, fern jeglichen Realitätssinnes, weiter ihr Kreuz bei der SPD machen.
Nun ja, vielleicht hat es Dortmund ja nicht besser verdient!?
13:11
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11:16
Ich bin zum ersten Mal nicht zu einer Wahl gegangen. Warum? Es gab keine. Und wir selbst sind nicht angetreten, weil der Erfolg nach der Europawahl zu schnell kam, um uns anzumelden und einen Wahlkampf zu organisieren. Schade: Wir hätten die rechten Hohldreher locker getoppt.
10:54
Erfreulich ist, dass sich die Zahl der Sitze für die DVU in den Bezirksvertretungen doch erheblich reduziert hat - und das trotz schlechter allgemeiner Wahlbeteiligung!
#1 Dr. Tor (oder so) wird so in Zukunft noch mehr Zeit haben, in diesem Medium seine Beiträge zu hinterlassen...
10:29
Mal völlig unabhängig von irgendwelchen politischen Präferenzen sollte sich die WR fragen, warum eine angeblich repräsentative Wahlumfrage zwei Wochen vor der Wahl (oder waren es drei?) so deutlich vom tatsächlichen Ergebnis abweicht. Der SPD wurden 52 % vorausgesagt, bekommen hat sie 39 %.
08:42
Ich habe die Linken gewählt, weil ich genau weiß, dass die sich nicht aus dubiosen Quellen finanzieren lassen. Wo kommen denn bitte wohl die Gelder her, mit denen sich die NPD leisten konnte, hier in Dortmund flächendecken zu plakatieren. So voll sind denen ihre Kassen nicht gewesen.....
08:10
narit, mal ehrlich: WEN SOLLEN WIR DENN NOCH WÄHLEN ?????
Kur und knapp gesagt sind das ALLE Lügner und Betrüger die uns einen in Tasche erzählen um anschliessend abzukassieren. Egal ob Langemaier,Pohlman, Sierau,Merkel,Götz von Berlichiningen,Münchhausen und wie sie alle heissen. Selbst die Grünen oder Linken sind nicht besser. Ganz gleich wer da oben sitzt-wir vom Volk sind immer die ge.a.r.schten.
Aber mir ist ein Geldverschiebender SPD Baron allemal lieber als dieses Braune Gesocks- Wobei ich immer wieder zu bedenken gebe: Länger als 12 Stunden wären die nicht an der Macht, weil danach sämtliche Teile Deutschlands wieder in Zonen eingeteilt wären und wir unter Ausländischer Notregierung stehen würden.