Clubs, Bands und Freaks - die Musikszene im Ruhrgebiet
05.05.2010 | 14:40 Uhr 2010-05-05T14:40:00+0200Dortmund. Wie klingt das Revier? Jörg Stiepermann, Jens Mayer und Peter Hesse haben Musiker und Musikliebhaber gefragt; Klaus Fiehe, Helge Schneider und die Kassierer interviewt. Herausgekommen ist mit „Das Ruhrgebiet - aufgenommen und abgemischt” eine Dokumentation über die Szene der Region.
Bei Bands und Clubs, Musikern und Verrückten, DJs und Komponisten quer durch alle Genres haben Jörg Stiepermann, Jens Mayer und Peter Hesse nachgeforscht. Die Episodenreihe „Das Ruhrgebiet - aufgenommen und abgemischt” im Internet fühlt dem Herzschlag der Musikschaffenden und ihrem Verhältnis zur Heimat nach.
„Meine Hände sind rau, die Lunge schwarz wie die Nacht.” Doze von der HipHop Band Too Strong
Das Ruhrgebiet ist ihre Heimat, die Musik ihre Leidenschaft: Für Jörg Stiepermann, Jens Mayer und Peter Hesse stand fest, dass die Kulturhauptstadt 2010 ohne eine Bestandsaufnahme der hiesigen Musikszene nur an der Oberfläche gekratzt hätte. Die Ruhr.2010 sah das ähnlich - und gab acht Kurzfilme bei ihnen in Auftrag. Gut 60 Musiker und Bands, von Punk über HipHop bis zu Elektro und Rock haben die Drei heimgesucht. Und festgestellt: DIE Ruhrgebietsmusik existiert nicht. „Es gibt viele Szenen, viele Freaks, viele Einzelgänger und einige Pfunde, mit denen wir wuchern können”, sagt Peter Hesse. Gerade Metal aus dem Ruhrgebiet mache international von sich reden - wie passend.
„Als Künstler denkt man ja immer, man wär' nicht wichtig für die Gemeinheit. Das stimmt aber gar nicht. Man ist sehr wichtig.” Helge Schneider
Größen wie Tom Liwa, Klaus Fiehe, Helge Schneider, die Kilians, die Kassierer oder Bohren & Der Club of Gore haben die drei interviewt. Und festgestellt, dass trotz aller Unterschiede oft die gleiche Einstellung regiert: Humorig, unprätentiös, geerdet und stur beim Kampf für die große Leidenschaft Musik. „Die haben keinen Bock auf Stoffbuxe”, so Jens Mayer. Auch eine gewisse Heimatverbundenheit hätten die Musiker - „aber sie wollen nicht auf ihr Umfeld reduziert werden”, sagt Jörg Stiepermann.
„Der Ruhrgebietler liebt seine Heimat sehr, nervt aber damit nicht.” Sven Regener
Die Bestandsaufnahme sollte allerdings keine lokalpatriotische Lobhudelei werden: Zu wenig sei in den letzten Jahren in die Musikszene investiert worden, konstatieren die drei. Gute Leute seien abgewandert, die Künstler überaltert. Erst seit gut zwei Jahren entwickele sich insbesondere in Essen, Dortmund, Bochum eine Aufbruchstimmung, würde in das Netzwerk investiert. „Es ist nötig, ein bisschen mehr zu machen”, findet Peter Hesse.
Jenseits dieser Kritik konnten die drei auch kuriose Momente sammeln: Wie jenen, als sie auf dem Hof von Helge Schneider standen, dessen Handy klingelte - und als Klingelton seine persönliche Pott-Version von Lady Gagas „Po-Po-Po-Pokerface” ertönte.
Siehe: http://www.2010lab.tv/
17:02
Vielen Dank für diesen schönen Beitrag :-) Die angesprochene Reihe ist hier auch direkt zu finden:
http://www.2010lab.tv/video/aufgenommen-und-abgemischt-episode-3schwermetall-globaler-export
Bislang sind drei Teile ( Bonus-Clips) erschienen, die auch alle unter dem Link zu finden sind.